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Blasmusik am Königssee und viel »Antreiberei«

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Die Marktkapelle Berchtesgaden unter ihrem Dirigenten Erhard Moldan spielte unter anderem »Mein Berchtesgaden«. Fotos: Anzeiger/B. Stanggassinger
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Jetzt auch auf YouTube zu sehen: »Cold Water Challenge«, hier mit der Marktkapelle Berchtesgaden.
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Thomas Hauber von der Bad Reichenhaller Stadtkapelle dirigiert beim Gemeinschaftsspiel »Mir san die Kaiserjager«.
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Aus der Seestraße nähert sich beim Sternmarsch die Trachtenmusikkapelle Oberalm.
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Das »Bartholomälied« auf Flügelhörnern, gespielt von Erhard Moldan (l.) und Andreas Kunz.

Schönau am Königssee – Ein kräftiger doppelter Regenbogen vom Kehlstein bis zum Jenner begleitete am Freitagabend den Sternmarsch der Musikkapellen mit Abendserenade am Königssee. Die Trachtenmusikkapelle Oberalm kam zu diesem Zeitpunkt gerade aus der Seestraße, die Marktkapelle Berchtesgaden näherte sich von den Bootshütten und aus Richtung Kunsteisbahn wurde die Stadtkapelle Bad Reichenhall immer lauter. Aufstellung nahmen die drei Kapellen schließlich vor zahlreichen Zuschauern an der Seelände.


Bezirksdirigent Erhard Moldan begrüßte Musikanten, Einheimische und Gäste sowie den Schirmherrn Bürgermeister Hannes Rasp und moderierte die festliche Abendserenade. Im Wechsel spielten die drei Blaskapellen Märsche, Polkas, Potpourris, Walzer, moderne und klassische Stücke. »Träumen und genießen Sie«, forderte Moldan sein Publikum auf und kündigte eine der beliebtesten Polkas – den »Böhmischen Traum« – an, gespielt von der Stadtkapelle Bad Reichenhall, und die Zuhörer schwelgten in Melancholie.

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Höhepunkt des Abends war das Gemeinschaftsspiel der drei Musikkapellen. Der Kapellmeister der Bad Reichenhaller Stadtkapelle, Thomas Hauber, dirigierte das Stück »Mir san die Kaiserjager«, unter dem Dirigat von Bezirkskapellmeister Erhard Moldan spielten die drei Kapellen dann gemeinsam den »Bozener Bergsteiger Marsch« und stellvertretender Kapellmeister Johannes Hofstätter von der Trachtenmusikkapelle Oberalm dirigierte den »Rainer-Marsch«. Die Zuhörer sangen und klatschten im Takt und belohnten die Musikanten mit kräftigem Applaus, diese erwiderten mit dem Musikantengruß.

»Wenn Sie noch eine Show erleben wollen, bleiben Sie noch da«, forderte Moldan das Publikum auf und kündigte eine »Cold Water Challenge« der Marktkapelle Berchtesgaden an. Darunter konnte sich jedoch kaum einer etwas vorstellen. Es ging freilich um eine Wette. Die Marktkapelle Marktschellenberg hatte die Marktkapelle Berchtesgaden und zwei weitere Kapellen für diese Aktion nominiert. Ein Fass Bier und eine Brotzeit hätten die Berchtesgadener den Schellenbergern bei Nichteinlösung zahlen müssen.

Mit acht Ruderbooten kamen die Musiker unter Trommelschlägen aus einer Bootshütte und ruderten zur Seelände. Kapellmeister Erhard Moldan – bekleidet mit einer Badehose mit Lederhosenimitation, Schwimmflügeln und Strohhut – sprang in den eiskalten Königssee und dirigierte von dort aus seine Kapelle. Lustig anzuschauen waren die Musikanten mit Schwimmreifen, Bademützen und Strohhüten. Die Zuschauer jedenfalls waren vom Spektakel begeistert. Auf den Flügelhörnern spielten Erhard Moldan und Andreas Kunz das Bartholomälied.

Moldan wiederum nominierte vor zahlreichen Zeugen die Musikkapelle Ramsau, die Stadtkapelle Bad Reichenhall und die Musikkapelle Weißbach an der Alpenstraße. Sollten diese Kapellen keine »Cold Water Challenge« veranstalten, dann bekommen die Markterer Bier und Brotzeit. Alles wurde gefilmt und wird auf YouTube und Facebook veröffentlicht. Hier sind bereits die Schellenberger im Schellenberger Freibad zu sehen, die von Grödig-Adnet nominiert worden waren. Nun ist jedenfalls jedem kar, was eine »Cold Water Challenge« ist. Früher hatte man es einfach »Antreiberei« genannt. Bernhard Stanggassinger