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»Blick auf Berchtesgaden im Wandel der Bildkunst«

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»Schaut´s doch mal ins Museum« raten (v.l.) Friedl Reinbold, Karin Fiebig und Peter Karger. Eine kleine und feine Galerie mit rund 50 Exponaten als Gegensatz zum Weihnachtstrubel im Museum »Schloss Adelsheim«. (Fotos: Tessnow)

Berchtesgaden – Anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Kulturkreises Berchtesgaden lud der Kunstverein ins Museum »Schloss Adelsheim« zur Vernissage mit der ersten Gemäldeausstellung seit Gründung ein.


Neben informativen Blicken hinter die Kulissen der Vereinsgeschichte und einer stilvoll zusammengestellten Galerie aus rund 150 Jahren regional bezogener Landschaftsmalerei erfreute eine niveauvolle Eröffnung am Freitagabend das zahlreich erschienene Fachpublikum. Die Kuratoren, Peter Karger und Karin Fiebig, sowie Christoph Karbacher und Friedl Reinbold hatten ein Jahr an der Organisation und Umsetzung für die dreiwöchige Gemäldeausstellung gearbeitet.

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Museumsleiterin Friedl Reinbold zeigte sich erfreut über die Resonanz an der Vernissage und konnte somit in ihrer Begrüßungsrede die bedeutsame Zugkraft des Kulturkreises nochmals unterstreichen. Der Verein sei mittlerweile aus Berchtesgaden nicht mehr wegzudenken, erklärte sie in ihrer Ansprache und freute sich umso mehr, dass nun die erste Gemäldeausstellung im »Schloss Adelsheim« der Öffentlichkeit präsentiert werden kann.

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Den Maler und Wahlberchtesgadener Adalbert Waagen stellte Christoph Karbacher im Rahmen der Vernissage vor. (Foto: privat)

Mitorganisator Peter Karger resümierte in seinem Einführungsvortrag kurz die Vereinshistorie und würdigte anschließend Leihgeber und Liebhaber, die ihre Kunstschätze zur Verfügung gestellt haben. Der Kunsterzieher, Maler und Galerist richtete seinen Dank für ihr besonderes Engagement an Kuratorin Karin Fiebig. Nur im Verbund der Mitarbeit von Christoph Karbacher und Friedrich Schelle, den Vereinsmitgliedern sowie der Unterstützung aller Sponsoren konnte die Umsetzung der Idee zur Ausstellung erst realisiert werden.

Seit dem Gründungsjahr 1986 hat der Kulturkreis Berchtesgaden über 100 Veranstaltungen organisiert. Konzerte, Lesungen, Kabarett oder Theateraufführungen unterstrichen stets das hohe Niveau der Vereinskultur. Das ist in der heutigen Veranstaltungswelt nicht immer selbstverständlich, das Fach- und Nischenpublikum aber umso dankbarer. Erstmals sollten jetzt Kunstwerke aus der Landschaftsmalerei präsentiert werden. Unter dem Themenfokus historischer Ansichten des Berchtesgadener Landes aus der Zeitspanne von 1830 bis um 1970 sind 50 Exponate zu bewundern. Sie bieten einen Querschnitt individueller Künstlerblickwinkel auf die Gemeinden des heimischen Talkessels und ihrer Veränderungen. Unterschiedliche Motivgruppen in wechselnden Stilrichtungen und Techniken bilden den Reiz der Ausstellung. Sämtliche Exponate sind Originalgemälde und Leihgaben zur Ansicht.

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Rund 50 Galerieexponate erwarten den Kunstfreund.

Ausgestellt sind unter anderem Werke von Berchtesgadener Künstlern wie Michael Kirchmayr und Anton Reinbold sowie Adolf Brogle, Paul Förtsch, Will Klinger-Franken, Michael Lochner, Fritz Richter und Josef Vietze. Internationale Künstler wie Edward Harrison Compton und Anton Schiffer, Eduard Schleich, Ludwig Sekell, Ludwig Thiersch und Adalbert Waagen ergänzen die Ausstellung. Auch Maler unbekannter Herkunft findet der Kulturfreund.

Zum Abschluss erfreute Christoph Karbacher das Publikum mit einer persönlichen Anekdote über den Maler und Wahlberchtesgadener Adalbert Waagen. Karbacher war auch mitbeteiligt am Vorwort des eigens konzipierten Katalogs. In dem schmucken Galerieführer erfährt der Interessent nebst Bild sämtliche Informationen über Künstler, Gemäldeart und Entstehungsjahr.

Auch 3. Bürgermeister Josef Wenig zeigte sich von der Ausstellung begeistert und betonte, auf sein Metier bezogen, dass die Maler die ersten touristischen Werbeträger für Berchtesgaden waren. Die musikalische Umrahmung des Abends gestaltete die »Untersteiner Stubnmusi« und komplettierte ein passendes Vernissageambiente.

Die Ausstellung im Museum »Schloss Adelsheim«, Schroffenbergallee 6, läuft bis zum 17. Dezember. Öffnungszeiten sind wochentags außer Montag von 14 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 12 sowie von 14 bis 17 Uhr. Am 5. und 6. Dezember bleibt die Ausstellung geschlossen. Auf Wunsch bietet Peter Karger an den Wochenenden auch kleine Führungen an. Jörg Tessnow

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