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Blick unter die Oberfläche

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Der Künstler Jürgen Fux (l.) zusammen mit dem neuen General- manager Michael Caspar im Intercontinental vor den Bildern zum Thema »Elemente«. Foto: Anzeiger/CGM

Berchtesgaden - Der neue Generalmanager des »Intercontinental Berchtesgaden Resort«, Michael Caspar, konnte den Anifer Fotokünstler Jürgen Fux in seinem Haus begrüßen. Die Vernissage fand am Samstag statt und zahlreiche Interessierte waren gekommen, um die farbintensiven Fotoobjekte zu betrachten.


Michael Caspar begrüßte jeden Besucher persönlich und nutzte die Vernissage, sich als neuer General Manager des Hotels vorzustellen. Bis vor Kurzem war er Hoteldirektor im »One & Only Resort Reethi Rah« auf den Malediven und zum 1. September hat er das Meer mit den Bergen vertauscht. Der bisherige Hoteldirektor Claus Geißelmann ist in das direkt an der Donau gelegene Hotel »Intercontinental« nach Budapest gewechselt, wo er die Leitung übernommen hat.

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Ein wenig an die gediegene Atmosphäre eines Fünfsternehotels hat sich Jürgen Fux mit seiner Bilderauswahl angepasst, wie er gestand. Ist der Anifer Künstler doch bekannt für seine eher provokanten und aggressiven Fotos.

Im »Intercontinental« ist es eine Rasierklinge, die zwischen den vollen Lippen einer Frau klemmt und diese zu zerschneiden droht. Ein Werk aus der Reihe »Völlerei«, das in Verbindung mit einem Luxushotel durchaus einen interessanten Bezug herstellt. Glas, Kunststoff und Edelstahl sind die Hauptmaterialien, auf und in die der Künstler seine digital veränderten Porträtfotos montiert. Fotografie, Objektkunst und Grafik verbinden sich in seinen Arbeiten zu einem Gesamtwerk, das auf plakative Effekte setzt.

Da montiert er Hirschgeweihe auf Köpfe oder Augen und lüsterne Münder auf Schwarzweißfotografien von fast nackten Menschen. Leise Zwischentöne gibt es bei Fux nicht, sondern grelle Farben und verstörende Darstellungen, die einen gewollt irritierenden Moment im Betrachter provozieren. Die designte Provokation hat durchaus ihren Reiz und einen Hingucker sind die Arbeiten allemal. Ein wiederkehrendes Element ist ein Barcode, der aus dem Pass des Künstlers stammt. Einerseits grafisches Element, andererseits Symbol für die Vereinheitlichung und Deindividualisierung des Menschen.

Denn auch die von Fux fotografierten Gesichter haben keine Persönlichkeit mehr, sondern sind auf Reizmerkmale wie Lippen oder Augen reduziert, sie werden Stellvertreter des weiblichen oder männlichen Prinzips. »Drauf und Drüber Schauen« hat Fux seine Ausstellung genannt, in viele seiner Bilder kann man aber auch hineinschauen. Als Hintergrund wählt Fux oft Abbildungen von Buchseiten, die so ein verbindendes Element zwischen den einzelnen Bildern bilden und ihnen eine plastische Wirkung verleihen. Die Ausstellung ist noch bis 20. Dezember im »Intercontinental« zu sehen. CGM

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