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Blitzeinschlag im Zwiebelturm

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Die Flammen schlugen aus dem Glockenturmdach. Die Feuerwehr konnte die Glutherde löschen.
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Eine spezielle Plane schützt den Zwiebelturm davor, dass kein Wasser in das Gotteshaus eindringen kann. Fotos: Anzeiger/Pfnür

Berchtesgaden – Der Blitzeinschlag, der am Montagnachmittag die Hilgerkapelle auf dem Lockstein traf, muss gewaltig gewesen sein. Überall in der Nachbarschaft lagen Holzteile des Dachstuhles herum. Andreas Pfnür wohnt neben der Kapelle, er ist deren Mesner und war es auch, der die Einsatzkräfte informierte.


Als sich gegen 15.30 Uhr langsam der Himmel verfinsterte, war das Unwetter nicht mehr fern. Dunkle Gewitterwolken hingen über dem Talkessel, der Regenschauer, der dann über die Gemeinden niederging, war gewaltig. Zahlreiche Keller liefen voll, Straßen waren überflutet, das Donnergrollen war überall zu hören.

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Ein gewaltiger Blitzschlag traf den Zwiebelturm der Hilgerkapelle, Trümmerteile flogen Dutzende Meter weit durch die Luft, wie Thomas Pfnür, 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Berchtesgaden, dem »Berchtesgadener Anzeiger« berichtete. »Der Blitzschlag hat den Turm regelrecht gespalten«, weiß Pfnür.

Andreas Pfnür, der Kapellen-Nachbar und Mesner für das Gotteshaus, hatte den Blitzschlag mitbekommen, ein lautes Krachen, berstendes Holz und herumfliegende Teile, die überall in den Nachbargärten herumlagen. Nach dem Rauch kam das Feuer, der Zwiebelturm drohte in den Flammen zu verbrennen. »Wir haben sofort die Feuerwehr informiert«, so Pfnür gegenüber der Heimatzeitung.

Auch Wolfgang Schwarz wohnt in der Nähe des Kirchenhauses. Schwarz war zu Hause, als der Blitz einschlug. Ein lauter Knall, dann fiel das Licht aus, die Sicherungen flogen, »ich hatte gerade telefoniert und plötzlich war die Leitung tot«, so Schwarz. »Ich dachte zuerst, unser Haus sei betroffen und der Blitz habe eingeschlagen.« Schwarz wartete kurz ab, dann verließ er das Haus, wollte schauen, ob Anzeichen eines möglichen Einschlags sichtbar sind. Brandgeruch lag in der Luft, an Grillen war aber nicht zu denken, dachte sich Schwarz.

»Ich habe dann gesehen, dass Rauch über der Hilgerkapelle war«, berichtet er. In diesem Moment kam auch schon die Feuerwehr, die Andreas Pfnür informiert hatte, am Einsatzort an. Beim Eintreffen schlugen Flammen aus dem Schindeldach.

Unter schwerem Atemschutz führten die Einsatzkräfte einen Löschangriff über die Drehleiter aus. Die Feuerwehr entfernte Teile des Dachs. Im Einsatz waren die Feuerwehr Berchtesgaden, der Löschzug Maria Gern sowie die Feuerwehr Bad Reichenhall mit insgesamt acht Fahrzeugen und rund 50 Einsatzkräften. Nach dem Ablöschen der letzten Glutnester und mehrerer Nachkontrollen mit der Wärmebildkamera wurde der Turm mit einem Notdach abgedichtet und fachmännisch mit Planen abgedeckt, um einen Wasserschaden in der barocken Kapelle zu verhindern. Das Kirchenschiff blieb unbeschädigt.

Die Hilgerkapelle gehört dem Markt Berchtesgaden. Marktbaumeister Peter Hasenknopf sagt, dass die Kapelle versichert sei, »wir haben eine Brand- und Gebäudeversicherung«, der Schaden sei noch nicht genau beziffert. Er dürfte jedoch mehrere Tausend Euro betragen. Kilian Pfeiffer