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Anton Holzer (l.), der Leiter des Salzburger Blutspendedienstes und Landesrettungskommandant des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK) im Bundesland Salzburg, und Tobias Kurz, Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) im direkt angrenzenden Berchtesgadener Land. (Foto: Rotes Kreuz Salzburg)

Blutspende in Zusammenarbeit mit Österreichischem Roten Kreuz

Berchtesgadener Land – Der Salzburger Blutspendedienst des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK) kümmert sich zusammen mit den Ehrenamtlichen der heimischen Bereitschaften des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) um alle Blutspendetermine im Berchtesgadener Land. »Damit bauen wir eine seit 68 Jahren bisher ausschließlich im inneren Landkreis mit den Terminen im Markt Berchtesgaden gelebte und sehr erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit weiter aus«, erklärt der BRK-Kreisgeschäftsführer Tobias Kurz, der sich zugleich beim Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BSD) für die gute jahrzehntelange Kooperation bedankt.


Grund für die Änderung ist, dass das Rote Kreuz die Termine durch die sehr kurzen Anfahrtstrecken der Salzburger Teams wesentlich effizienter durchführen kann als von München aus. Ein weiterer Grund ist, dass das gespendete Blut am Standort Salzburg ohnehin auch wieder den Landkreis-Bürgern zur Verfügung steht, wenn sie in den Salzburger Kliniken behandelt werden oder im Notfall hierzulande rasch eine Konserve aus Salzburg benötigt wird.

Der BRK-Kreisgeschäftsführer Tobias Kurz, Anton Holzer, der Leiter des Salzburger Blutspendedienstes, und BSD-Geschäftsführer Georg Götz sind sich einig, dass es keinen Unterschied für die Blutspender macht, wer die Blutspende vor Ort durchführt. »Vielmehr steht im Vordergrund, dass die bedarfsgerechte und zeitnahe Patientenversorgung mit Spenderblut durch die überdurchschnittlich hohe Blutspendebereitschaft der Bevölkerung im Landkreis dauerhaft gewährleistet ist«, betont Georg Götz. Die räumliche Nähe bietet viele Vorteile in der praktischen Zusammenarbeit, aber auch hinsichtlich der Logistik; auch für die vielen blutspendenden Grenzpendler im Landkreis ergeben sich durch die ausgeweitete Zusammenarbeit Vorteile. Die Blutspendetermine werden weiterhin von den ehrenamtlichen Helfern der örtlichen BRK-Bereitschaften unterstützt. »Die Ehrung der langjährigen Blutspender erfolgt künftig nur noch ortsnah ohne zentrale Veranstaltungen, wobei die bisher beim BRK-Blutspendedienst geleisteten Blutspenden natürlich angerechnet werden«, erklärt Tobias Kurz.

Ab sofort werden nun die Blutspende-Termine in Anger, Bad Reichenhall, Berchtesgaden, Freilassing, Laufen (in Zukunft gemeinsam mit Oberndorf), Piding und Teisendorf vom ÖRK angeboten. »Wir bitten die bayerischen Blutspender, sich zunächst über ihren nächsten Blutspendetermin online oder über die Tageszeitung zu informieren. Nach der jeweils ersten Spende beim ÖRK erhalten sie dann automatisch wie bisher auch beim BRK eine Einladung zu den folgenden örtlichen Terminen«, erklärt Anton Holzer. Die Termine sind online unter www.gibdeinbestes.at oder www.brk-bgl.de zu finden. Seit mittlerweile mehr als 68 Jahren hat sich der grenzüberschreitende Blutspendedienst in Berchtesgaden schon bewährt, der einerseits ein paar Wochen vor der Gründung des Blutspendedienstes in Regensburg der erste ehrenamtlich geleistete Blutspendedienst in ganz Bayern war und der einzige ist, der über die Grenzen hinweg von zwei nationalen Rotkreuz-Verbänden gemeinsam betrieben wird. Seit am 9. September 1953 unter der Federführung des damaligen BRK-Kreiskolonnenführers Toni Leitner und des Arztes Dr. Hans Wolfgang Roth die ersten 64 Blutentnahmen im Krankenhaus Berchtesgaden durchgeführt wurden, betreut der ÖRK-Blutspendedienst den inneren Landkreis im Berchtesgadener Land mit einer überdurchschnittlich hohen Spendenbereitschaft erfolgreich und zuverlässig mit.

Schwerer Verkehrsunfall in der Locksteinstraße

Als am 4. September 1953 das Konzept zur Gründung des Blutspendedienstes Berchtesgaden von Leitner und Roth im »Berchtesgadener Anzeiger« veröffentlicht wurde, ereignete sich noch am selben Tag ein schwerer Verkehrsunfall in der Locksteinstraße, bei dem insgesamt sieben Menschen starben und 18 teils schwer verletzt wurden. Das damals dringend benötige Blut kam aus Salzburg, was die Notwendigkeit der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit hautnah untermauerte.

Die nächsten Blutbanken auf deutschem Boden wären in München und Regensburg gewesen und waren zu dieser Zeit noch hinsichtlich ihrer Kapazitäten stark eingeschränkt. Komplizierte Regelungen zur Devisenbewirtschaftung machten aber erhebliche Schwierigkeiten bei der Bezahlung der gelieferten Konserven, außerdem verfügte die Salzburger Blutzentrale auch nur über eine begrenzte Zahl an Konserven. So lag es nahe, die Salzburger Blutzentrale direkt durch Blutspenden wieder zu bedienen. Seit mittlerweile mehr als 68 Jahren fließt deshalb auch Berchtesgadener Blut in die Salzburger Blutzentrale, um dort in weiterbehandelter Form für Notfälle diesseits und jenseits der Grenze zur Verfügung zu stehen. »So hat sich im Berchtesgadener-Salzburger Raum so lange ein Brauch erhalten, der weltweit eine Besonderheit darstellt. Ein Stück Euregio, vorgelebt, lange bevor das Wort überhaupt existierte«, freut sich Edi Schmid, der seit Jahrzehnten die ehrenamtlichen Blutspendehelfer der BRK-Bereitschaften im Landkreis koordiniert.

Blutspendetermine im ersten Quartal

Acht Blutspende-Termine stehen fürs erste Quartal bereits fest, sie finden immer von 15 bis 20 Uhr statt: Am Donnerstag und Freitag, 17. und 18. Februar, im Pfarrsaal Sankt Zeno, Salzburger Straße 29 a (über den Hof neben der Caritas) in Bad Reichenhall, am Mittwoch, 23. Februar, im Pfarrsaal Mitterfelden, Ludwig-Thoma-Straße 2 in Ainring, am Donnerstag, 24. Februar, in der Aufhamer Schule, Angerstraße 30 in Anger, am Dienstag, 8. März, im Pfarrsaal Maria Geburt, Thomastraße 9, in Piding, am Dienstag, 15. März, in der Grundschule, Kohlhaasstraße 4 in Laufen, am Dienstag, 22. März, im Badylon, Aumühlweg 9 in Freilassing, am Dienstag, 29. März, in der Grund- und Mittelschule, Poststraße 11 in Teisendorf.

ml