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Bobby-Car-Rennen

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Die Geistlichkeit und der Gemeindechef-Stellvertreter (v.l.): Bartl Mittner, Pfarrer Peter Schulz und Pfarrer Peter Demmelmair.
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Eröffnete die Brücke offiziell: Bürgermeister Franz Rasp.
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In Bogenform gebaut ist der tonnenschwere Übergang.
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Bis in der Früh noch war das Bauwerk gesperrt. Gegen zehn Uhr dann konnten die ersten Autos drüberfahren.
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Nach einem Jahr Bauzeit eröffnet: die Breitwiesenbrücke. Fotos: Anzeiger/Pfeiffer
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Ein Bobby-Car-Rennen über die Breitwiesenbrücke ist lustig. Das meinten auch die Kindergarten-Kinder aus Berchtesgaden.
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Im ersten Fahrzeug, das die 1,3 Millionen Euro teure Brücke passierte, saß ein Salzburger.

Berchtesgaden – Mit einem Bobby-Car-Rennen der Kindergarten-Kinder aus Berchtesgaden ist am Mittwoch die Breitwiesenbrücke offiziell eröffnet worden. Das 1,3 Millionen Euro teure Bauprojekt ersetzt die über 100 Jahre alte Vorgängerbrücke, die vor wenigen Monaten abgetragen worden war. Bürgermeister Franz Rasp zeigte sich über den Ist-Zustand zufrieden. »Jedes Fahrzeug kommt ohne Weiteres über die Brücke drüber«, lautete sein Fazit. Pfarrer Peter Demmelmair und Pfarrer Peter Schulz gaben der Brücke den kirchlichen Segen.


Nur noch Fahrzeuge mit wenigen Tonnen Gewicht durften am Ende über die alte Breitwiesenbrücke fahren. Aus vier Gründen habe man eine neue Brücke gebaut«, so der Gemeindechef. Zunächst für Busse und Lkws, die hinüber kommen müssen, ebenso für den Hochwasserschutz, der gewährleistet sein muss. Auch der Sicherheitsaspekt, gefahrenfrei in die Hauptstraße einzufahren, war Grund für das ambitionierte »Turbo-Brücken«-Projekt.

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Interessant sei auch, sagte Rasp, dass die Bushaltestellen an der Straße von nun an barrierefrei seien, Busfahrer ohne Probleme in den Bus einsteigen könnten. Peter Hasenknopf vom ausführenden Ingenieurbüro BPR aus Bad Reichenhall erinnerte an die 2011 begonnene Planung. »Die Brücke war desolat und wir hatten zwei Wochen Zeit, einen ersten Entwurf auszuarbeiten.« Zwei Varianten wurden schließlich der Gemeinde vorgestellt, Ende Mai 2012 war schließlich der Zeitpunkt des Baubeginns.

»Wir sind bis zuletzt im Zeit- und Kostenrahmen geblieben«, so Bürgermeister Rasp, der sich über eine stattliche Förderung der Regierung von Oberbayern in Höhe von 660 000 Euro freuen darf. Die Maße der nun fertiggestellten Brücke können sich sehen lassen. 31,4 Meter ist die in Bogenform gebaute Spannbetonbrücke lang. Die Breite mit Gehwegen auf beiden Seiten beträgt 9,75 Meter.

Inklusive sichtbarer und nicht sichtbarer Brückenteile, etwa 14 Bohrpfähle mit einer Länge von je 20 Metern, die im Boden eingelassen wurden, wiegt das Brückenkonstrukt 1 700 Tonnen. Die Gesamtzugkraft beträgt 6 000 Tonnen, der geleistete Straßenbau fand auf einer Fläche von 2 200 Quadratmetern statt. 410 Quadratmeter Wege wurden realisiert. »Die Beteiligten haben hervorragende Arbeit abgeliefert«, so Hasenknopf.

Der evangelische Pfarrer Peter Schulz erinnerte daran, dass Brücken den Anschluss an eine Gemeinschaft bildeten. »Mit einer Brücke ist die Isolation vorbei.« Pfarrer Demmelmair sagte, dass der Titel des Brückenbauers schon seit jeher der höchste zu vergebende ist, demnach könnten die Verantwortlichen stolz auf das Geleistete sein. Die Wichtigkeit von Brücken unterstrich er mit den Euro-Geldscheinen. »Auf jedem Schein, vom 5-er bis zum 500-er, ist eine Brücke abgebildet.« Mit einem gelungenen, witzig inszenierten Bobby-Car-Rennen eröffneten Kindergarten-Kinder die Breitwiesenbrücke. Auf das übliche Band-Durchschneiden verzichteten die Beteiligten. Zum Schluss gab es für alle an der Eröffnung Teilnehmenden Weißwürste und Brezen. Kilian Pfeiffer