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Bockige Adler und schillernde Seifenblasen

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Die Seifenblasen von Otto Dacapo kamen bei den Besuchern besonders gut an. (Foto: Rothenbuchner)

Berchtesgaden – Einradfahren, trommeln, Seifenblasen bestaunen. Beim zweiten »Haus der Berge«-Fest in Berchtesgaden gab es wieder viel zu erleben. Nicht nur den kleinen Besuchern wurde es am Montag bei buntem Programm nicht langweilig.


Eines der Highlights des Tages war wohl Paul Klima vom Falkenhof Lenggries, der mit mehreren Greifvögeln angereist war. Zwei Falken zogen während der Vorstellung ihre Kreise am Berchtesgadener Himmel und jagten sogar einer Drohne ein Stück Fleisch ab. Anschließend beschloss einer von ihnen allerdings, einen kleinen Ausflug zu machen, und drückte sich vor dem Rest der Vorstellung. Auch die Hauptattraktion der Vorstellung bewies schnell, dass sie ihren eigenen Kopf hat. Der junge Steinadler Bruno beehrte die Zuschauer nur kurz mit seiner Anwesenheit, ehe er seine Flügel – mit beachtlichen zwei Metern Spannweite – ausbreitete und sich unter Ahs und Ohs der Zuschauer von der Bühne verabschiedete. Er beobachtete den weiteren Verlauf des Programms von einem nahen Dach aus. Paul Klima nahm es gelassen und unterhielt die Zuschauer mit einigen interessanten Geschichten über die majestätischen Tiere. Wegen des fehlenden Mikrofons brauchten die Zuhörer der hinteren Reihen zwar gute Ohren, doch fasziniert waren sie am Ende alle.

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Reger Andrang herrschte beim »Haus der Berge«-Fest auch im Obergeschoss des Gebäudes. In der Bibliothek hatten die Jungs von »Tobias Müller – Eyesight-Foto« aus Berlin ihre Geräte aufgebaut. Während des ganzen Tags warteten Besucher hier in einer langen Schlange auf die Möglichkeit, ihre Augen fotografieren zu lassen und ein ganz besonderes Bild ihrer Iris mit nach Hause zu nehmen. Nicht nur die kleinen Besucher betrachteten staunend die entstandenen Bilder, auch die Erwachsenen ließen sich die Chance auf diese Fotos der besonderen Art nicht entgehen. Die Zeit vertrieben sich die Wartenden mit einem Gewinnspiel. Das »Haus der Berge«-Team hatte Schafwolle und andere Dinge, deren Gewicht geschätzt werden sollte, auf einem Tisch deponiert.

Otto Dacapo aus Leutkirch unterhielt währenddessen im Außengelände besonders die kleineren Gäste. Mit seinem »Seifenblasenwalkact« zog er die Kinder in seinen Bann und führte sogar einen kleinen Plastikfisch in einem Seifenblasenaquarium »Gassi«. Später staunten die Besucher nicht schlecht, als er im Foyer zum »Riesen« wurde und auf Stelzen »Wachstumshormone« in Form von Süßigkeiten verteilte.

»Geschichten und Trommeln« nannte sich das wohl lauteste Programm des Tages. Dirk Bennert aus Traunstein animierte die Kinder zum Mittrommeln, Mitjodeln und Mitlachen. Dabei hatte er sein Programm perfekt auf den Aufführungsort abgestimmt. Mit den Kindern spielte er zum Watzmann-Lied von »K2«, las ihnen eine Geschichte über die Entstehung des Berchtesgadener Landes vor und jodelte mit seinem Handpuppenbär »Bruno 2.0«. Besonderen Beifall erhielt Bennert für seine Trommeldarbietung auf einer Kloschüssel.

Lustiges und Informatives reihte sich beim zweiten »Haus der Berge«-Fest nahtlos aneinander. Eine Vorstellung der Puppenbühne Berchtesgaden, Kinderschminken, dazu Vorträge über Fledermäuse oder Sinnesleistungen im Tierreich. Außerdem ein kompliziertes Projekt mit Dominosteinen vom Schülerforschungszentrum Berchtesgadener Land, ein Bastelworkshop sowie Alpine Steinschafe zum Füttern und Streicheln. Im Foyer warteten der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) und die Behindertenintegration Berchtesgaden mit mehreren Rollstühlen. Interessierte konnten damit selbst ausprobieren, wie es ist, im Rollstuhl zu sitzen. An der Nationalparkbar konnten sich die Besucher mit gesunden Drinks stärken, ehe um 18 Uhr der Abend mit Musik von Hermann Huber und den Salonboarischen ausklang.

»Es sind noch mehr Besucher gekommen als im vergangenen Jahr«, freute sich Oliver Pohl, Kulturmanager im Haus der Berge, über das gelungene Fest. Rund 3 000 Besucher waren es insgesamt, 1 580 schauten sich auch die Ausstellung »Vertikale Wildnis« an. Mehr Fotos gibt es im Internet unter www.berchtesgadener-anzeiger.de. Alexandra Rothenbuchner