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Boulderwand und verstellbarer Beckenboden

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Hier ein grafischer Einblick in das Innenleben des neuen Badylon, das im Sommer 2019 fertig sein soll. (Grafik: Wiethaus 3D)

Freilassing – Knapp drei Jahre nach dem Jahrhunderthochwasser vom Juni 2013 wird es jetzt ernst mit dem Neubau des Badylons. Die Abbrucharbeiten beginnen in wenigen Wochen. Das neue Hallenbad sowie die Dreifachturnhalle sollen dann im Sommer 2019 fertig sein. In einer Informationsveranstaltung haben die Planer der Stadtverwaltung jetzt Details der Pläne vorgestellt, wie zum Beispiel eine Boulderwand mit möglichem Sprung in ein Becken, dessen Tiefe verstellbar ist.


Mit Baukosten von 37,6 Millionen Euro »sollte das Ende der Fahnenstange erreicht sein«, sagte Bauamtsleiter Markus Hiebl. Baukosten-Risiken im Bereich von zehn Prozent sind bis 2019 allerdings möglich. In der Diskussion wurde vor allem die Parkplatzsituation kritisiert, 130 Parkplätze am Badylon und am Aumühlweg seien zu wenig. Viele Anrainer befürchten, dass die Laufener Straße wieder zugeparkt wird.

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Bis Ende Mai läuft die sogenannte »öffentliche Behandlung« aller Pläne, sowohl für das Hallenbad als auch für die Dreifachturnhalle und die Dienstwohnung. Planungsrecht sichert sich die Stadt aber auch für das neue Betriebsgebäude, die Energiezentrale für das Badylon und für weitere städtische Liegenschaften, sowie für eine spätere mögliche Vergrößerung der TSV-Halle. Geplant wird derzeit auch das Außengelände mit der Sonderfläche »Sportplätze« und einer neuen »Promenade« vom Lobmayr-Parkplatz zum Badylon.

In der aktuellen Phase werden alle relevanten Bestandteile der Pläne zusammengefasst sowie die Kosten inklusive Abbruch, Neubau, Heizung und Sanitär, Außenanlage und Baunebenkosten, also den Planungskosten. Von ursprünglich 39,5 Millionen Euro sind die Kosten derzeit auf 37,6 Millionen Euro gedrückt worden.

Um das neue Badylon vor einem neuerlichen Hochwasser zu schützen, wird das gesamte Areal durch zahlreiche Bauten geschützt. Zum Beispiel durch den Hochwasserschutz an der B 20, der 2017 kommen soll, sowie durch zahlreiche Wassersperren, die bei Hochwasser eingehängt werden können. Hauptproblem sei aber das Grundwasser: »Hier werden wir wasserundurchlässigen Beton verwenden. Zudem wird zum Beispiel das neue Becken rund drei Meter höher über dem Boden sein als das frühere Becken«, erklärt Noel Kress, Bautechniker in der Stadt Freilassing.

Vier Schulklassen gleichzeitig

Sowohl das warme Wasser als auch der Strom für die neue Freizeitanlage »Badylon« sollen zu 60 Prozent aus einer eigenen Energiezentrale kommen, einem kleinen Blockheizkraftwerk, betrieben mit Holzschnitzeln und Klärgas. »Mit dieser eigenen Energie wollen wir in Zukunft neben dem Badylon auch die Grundschule und die Mittelschule versorgen«, erläutert Hiebl. Dass das Bad im Innenbereich alle Stücke spielt, davon ist Betriebsleiter Boris Tempelin überzeugt. Neben dem Schwimmer- und dem Nichtschwimmerbecken wird es ein eigenes Becken für den Sprungturm geben. An diesem Becken ist auch eine Boulderwand. »Auf der Höhe angekommen, können sich die Nutzer dann ins Becken fallen lassen.« Im Sprungbecken ist zudem die Tiefe des Beckenbodens verstellbar, von null Meter bis zu 3,50 Meter.

Wichtig sei vor allem, dass das Bad wie vor dem Hochwasser wieder von allen Schulen im nördlichen Landkreis für den Schulsport genutzt werde. »Unter der Woche haben wir daher das Bad am Vormittag wieder für die Schüler reserviert. Mit sechs Bahnen im Schwimmerbereich können nun vier Klassen gleichzeitig kommen«, so Tempelin. Der Bereich für die kleinen Kinder wird ein Becken mit einer Tiefe bis zu 40 Zentimeter haben, in einer Art Wellness-Bereich wird es auch wieder ein Dampfbad geben.

In der Sporthalle ist neben der Dreifach-Turnhalle für alle Ballsport-Arten auch eine Mehrzweckhalle »für alles ohne Ball« geplant, also zum Beispiel für Gymnastik. Den Wünschen der Vereine entsprechend sind in den Plänen auch Schulungs- und Besprechungsräume vorgesehen. Die Zuschauertribüne wird 152 Besucher aufnehmen können.

Reichen 130 Parkplätze?

In der Diskussion mit den rund 70 Besuchern der Infoveranstaltung spielte dann die Frage nach den Parkplätzen eine zentrale Rolle. Zahlreiche Anwohner befürchten, dass 130 Parkplätze am Badylon nicht ausreichen und Badegäste wieder die Laufener Straße sowie den Aumühlweg zuparken werden. Markus Hiebl versuchte, diese Angst zu zerstreuen. Zum einen würden zwischen dem Skaterplatz und der TSV-Anlage neue Quer-Parkplätze gebaut. »Zum anderen stehen am Lobmayr-Parkplatz weitere 100 Parkplätze zur Verfügung, von denen aus man über eine neue Promenade schnell zum Badylon gelangen kann.« Michael Hudelist

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