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»Brauchst du Spielzeug? Wir können verhandeln«

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Organisierten den Benefiz-Losverkauf: P. Dream Diesterweg (l.) und Ilknur Yumru.
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Die schmeckten jedem: hausgemachte Kuchen in großer Auswahl. (Fotos: Tessnow)
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Ein Spaß für die ganze Familie.
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Hochbetrieb den ganzen Nachmittag.

Schönau am Königssee – Diskutieren, flunkern, feilschen und verkaufen. Strategie oder einfach nur Spaß. Generationen-Treffpunkt oder Amateur-Basar. Alles neben allem. Und mitten in den wichtigen »Geschäftsgesprächen« klapperte ungewollt ein Kunstoffkrokodil und fegte die Barbie-Puppen vom Tisch. Es war Flohmarkt in Unterstein.


Unter der souveränen Leitung von Heike Mechelhoff ließ sich der »Jugend-Treff.5«-Förderverein vom teils schaurigen Wetter nicht im geringsten die Laune verderben. Mit großem persönlichen Einsatz gelang dem Team eine kunterbunte und stabil organisierte Veranstaltung für den guten Zweck. Der Enthusiasmus wurde belohnt.

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»Den Bagger kriagst für an Euro.« Eine Babysocke ohne Pendant für 50 Cent oder ein Liebesbriefmuster mit individuell einsetzbarem Namen? Kein Problem. Auch ein Flohmarktklassiker wie der Tischglobus mit Innenbeleuchtung war wieder da. Der drehte sich zwar nicht mehr und Deutschland wurde von einem Lothar Matthäus-Sticker besetzt. Aber: »3 Euro. Na! Okay! 2.« Menschliche Episoden am Schönauer Rathaus. Viele skurrile Verlockungen. Die Geldbeutel blieben handwarm.

Wer sich noch im Kaufzweifel befand, den lud deftige Kulinarik zur Denkpause ein. Hausgemachte Kuchen, würzige Pommes, knusprige Grill-hendl oder bayerische Döner dufteten verlockend und vermischten sich mit der schwülen Sommerluft. Auch der Losverkauf für die Tombola mit gespendeten Preisen zogen die vielen Bummelnden und Schaulustigen an.

Wieder gestärkt reizte das Weiterschauen. Große Überraschungen zu kleinen Preisen. Kurioses und Gewöhnliches. Gutes und Günstiges. Hier Geweihe, da Tischdecken und jede Menge Klamotten. Selbst ein kleiner Stand mit japanischer Papierfaltkunst war vertreten. Wer über den Flohmarkt schlenderte, dem präsentierte sich von Stand zu Stand immer eine kleine neue Welt. Überraschungen in der Überzahl. Jede Menge Grabbelkisten mit »Je Teil 1 Euro«, alte Kinderbücher oder CDs mit den neuesten Hits von gestern und Vieles mehr. Interessant war es auch, wer hinter den »Tapeziertischen« stand. Die Kombination von Anbieter und Ware erschloss sich nicht immer.

Zwar allgemein etwas verschrien als Mekka für Geizhälse und Schnäppchenjäger waren aber auch Nischenkenner und Freaks unterwegs. Viel kartoniertes Kellergut, Spielzeugüberfluss oder einfach nur Konsumirrtümer erblickten am Samstagnachmittag wieder das Tageslicht. Fünf Stunden Aussteller-Individualismus verbunden mit einem profitablen Zugewinn. Aus dem Trödelverkauf konnte man zusätzlich Raum im Keller gewinnen. Doch das Schönste an dem Flohmarkt war: Die Einnahmen sind für den guten Zweck. Sie kommen den Jugendlichen im Talkessel zugute. Jörg Tessnow