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Bischofswiesen investiert in schnelles Internet

Breitband auf breiter Fläche

Bischofswiesen – Im Vergleich zu vielen anderen Gemeinden ist Bischofswiesen bereits relativ gut mit schnellem Internet versorgt. Dennoch hapert es bislang vor allem noch in Winkl-Land inklusive Gewerbegebiet Pfaffenfeld sowie in Loipl. Ein Förderprogramm der bayerischen Staatsregierung, an dem sich der Gemeinderat Bischofswiesen beteiligen will, soll demnächst auch hier Fortschritte bringen. Rund 1 Million Euro sollen in den Ausbau der Breitbandversorgung investiert werden, wovon die Gemeinde je nach Ausführungsvariante zwischen 170 000 und 300  000 Euro selbst übernehmen wird.

Auch das Gewerbegebiet Pfaffenfeld wird vom geplanten Ausbau der Breitbandversorgung profitieren. Allein in Winkl-Land sollen bis zu 360 000 Euro von Freistaat Bayern und Gemeinde Bischofswiesen ausgegeben werden. (Foto: Wechslinger)

Voraussetzung für den Breitbandausbau in den verschiedenen Gebieten ist eine bislang schlechte Versorgung. »Die Versorgung muss anbieterunabhängig schlecht sein«, stellte Bürgermeister Thomas Weber klar. Die Firma IK-T hatte die Versorgungssituation in der Gemeinde ermittelt und die möglichen Ausbaumaßnahmen in einer Karte dargestellt. »Mit den nun geplanten Maßnahmen wäre die Gemeinde, bis auf absolute Einzellagen, gut versorgt«, sagte Matthias Irlinger vom gemeindlichen Bauamt. Geplant ist demnach beispielsweise der Breitbandausbau in Winkl-Land nordwärts des Grubenbachs inklusive Pfaffenfeld. Im Pfaffenfeld war zwar, wie auch in der Engedey und in der Siedlung Winkl, bereits einmal die Versorgungssituation verbessert worden. »Sie ist aber noch nicht ausreichend«, sagte Irlinger. Alleine in Winkl-Land werden insgesamt zwischen 300 000 und 360 000 Euro investiert.

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Außerdem fallen folgende Projekte in der Gemeinde an: Ober- und Unterreit (58 000 Euro), Loipl-Rosenreit bis Koller (200 000 bis 255 000 Euro), Loipl-Mühllehen bis Zickl/Kampen (240 000 Euro), die obere Stanggaß (Aschauerweiherstraße, Gattermannlehen bis Gemeindegrenze). Außerdem fallen rund 40 000 Euro für eine technische Einrichtung an. Zusammengerechnet wären dies Kosten zwischen 968 000 und 1,1 Millionen Euro. Mit einem 80-prozentigen Zuschuss gefördert wird aber maximal eine Investitionssumme von 850 000 Euro. Für die Gemeinde stellt sich nun die Frage, ob man das Breitbandprojekt auf diese Summe begrenzt, denn dann würde der Gemeindeanteil nur bei 170 000 Euro liegen. Würde man dagegen die Maximalvariante anstreben, dann würde das die Gemeinde zusätzlich zwischen 27 000 und 130 000 Euro kosten. Die Entscheidung für die eine oder die andere Variante will man im Gemeinderat erst fällen, wenn die Ausschreibungsergebnisse vorliegen.

Darüber hinaus können in dem Förderprogramm Mittel für eine interkommunale Zusammenarbeit abgerufen werden, wenn ein Projekt Verbesserungen in der Breitbandversorgung für zwei Gemeinden bringt. Für Bischofswiesen und Berchtesgaden wäre dies der Ausbau des Wohngebiets am Etzerschlössl, verbunden mit dem Ausbau des Gebiets an der Aschauerweiherstraße vom Dietfeldhof bis zur Gemeindegrenze. Auch das will der Bischofswieser Gemeinderat in Angriff nehmen.

Die Gemeinderäte waren Feuer und Flamme bezüglich des Breitbandausbaues. »Wir sollten die Geschichte zu Ende bringen, dann sind wir wieder auf der Höhe der Zeit«, sagte Bernhard Heitauer (CSU). Er wollte aber auch daran erinnern, dass es sich um eine freiwillige Leistung vonseiten der Gemeinde handele. Immerhin gäbe es für Gewerbetriebe auch die Möglichkeit, sich einen gewerblichen Anschluss zu kaufen. Auch Hans Metzenleitner (SPD) plädierte dafür, die Chance wahrzunehmen. »Die Versorgung mit schnellem Internet ist heute so wichtig wie es früher die Versorgung mit Strom war«. Michael Sturm (Die Grünen) plädierte bereits jetzt für einen Maximalausbau, auch wenn das die Gemeinde bis zu 300 000 Euro koste: »Der Ausbau des Breitbandnetzes ist wichtiger als ein Schnellstraßenbau. Das hat etwas mit Wohnwert zu tun«. Dennoch gab es erst einmal einen Grundsatzbeschluss, der aber einstimmig ausfiel. Ulli Kastner