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Breitband-Ausbau im Berchtesgadener Land so gut wie in Großstädten

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Glasfaserkabel
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Glasfaserkabel Foto: dpa/Daniel Reinhardt

Berchtesgadener Land – Der Stand des Breitband-Ausbaus in Südostoberbayern ist so gut wie in den Metropolen Nürnberg und München.


Das zeigt der Blick auf die aktuelle Karte des Breitbandatlasses des Bundes. Der Anteil der Netze mit einer Kapazität von mehr als 50 Megabit/Sekunde beträgt 75 bis 95 Prozent. Das berichtet die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land (WFG).

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Die Alpenlage und viele Streusiedlungen waren keine guten Voraussetzungen für einen schnellen Ausbau mit Kabel. Dennoch wurde in nur zwei Jahren der Ausbauzustand im Berchtesgadener Land von 16 bis 29 Mbit/Sekunde auf 50 bis 75 Mbit/Sekunde gesteigert. "Die gemeinsamen Anstrengungen kommunaler Stellen, der eigenwirtschaftliche Ausbau durch engagierte regionale Versorger und die konsequente Nutzung von Fördergeldern haben sich ausgezahlt", so WFG-Geschäftsführer Dr. Thomas Birner.

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Der Landkreis habe dennoch Lücken. "Diese wollen wir in den kommenden Jahren schließen. Randgebiete, abgelegene Gewerbegebiete und sogar einzelne Ortsteile sind noch unterversorgt, sogar oft unter 16 Mbit/Sekunde", weiß Dr. Birner. Bis 2019 sollen aber auch die weißen Flecken im Rahmen des aktuell laufenden Bayerischen Förderprogrammes mit mindestens 50 MBit/Sekunde ausgestattet sein.

Die Initialzündung zum Ausbau im Berchtesgadener Land gab vor drei Jahren der Masterplan Breitband, initiiert und durchgeführt von Wirtschaftsförderung und Vermessungsamt. Dr. Die WFG fordert nun den flächendeckenden Glasfaserausbau mit unbegrenzten Geschwindigkeiten. "Beispielsweise werden Arbeitsplätze in den kommenden Jahren immer flexibler werden. Es ist schon heute keine Utopie mehr, Maschinen von zuhause aus zu steuern", so Dr. Birner.

Im Berchtesgadener Land wird bis zum Frühsommer 2018 ein zweiter Gesamtplan zum Glasfaserausbau vorliegen. "Wir wollen den Ausbauzustand und Vorschläge für den wirtschaftlichen Ausbau aufzeigen", erklärt der WFG-Geschäftsführer. Bis September 2018 können die Kommunen für das Verlegen von Glasfaserkabeln frische Fördergelder beantragen. Eine Voraussetzung für den sogenannten "Höfebonus" ist, dass Glasfaser mindestens 80 Prozent der Anschlüsse in den Kommunen ausmacht.

Für Dr. Birner greift die Förderstruktur allerdings zu kurz. "Sie ermöglicht nach wie vor keinen flächendeckenden Glasfaserausbau, vor allem in mit Kupferleitungen bereits gut versorgten Gebieten. Wir brauchen unbedingt Glasfaser in jedem Haushalt. Außerdem müssen wir uns darauf verlassen können, dass Dienstleister wie die Telekom gemachte Zusagen einhalten und sich Vorhaben nicht stark verzögern, wie das derzeit in manchen Orten der Fall ist."

Pressemitteilung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land