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Abschlussbild beim Jugendaktionstag »Pinnwand« im Kongresshaus: Obwohl die Besucherzahl unter den Erwartungen blieb, haben die gekommenen Referenten und Jugendlichen ihre Teilnahme nicht bereut. (Fotos: privat/2 und Meister/1)
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Die Puzzlegewinner von der Mittelschule Berchtesgaden. Das Quintett konnte stattliche 500 Euro einstecken.
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Sich zusammensetzen und miteinander kommunizieren – das war eines der Anliegen beim Aktionstag »Pinnwand«.

Berchtesgaden – »Facebook, Puzzle, Häkeln« war ein Artikel im »Berchtesgadener Anzeiger« überschrieben, der zur Teilnahme an der Aktion »Pinnwand« des Jugend-Treff.5 Fördervereins ins Kongresshaus Berchtesgaden einladen sollte. Puzzler hatten sich eingefunden, weniger als angemeldet, doch immerhin. Und die, die dann auch noch das nötige Durchhaltevermögen zeigten, konnten am Ende schöne Preise mitnehmen. Dennoch muss in einem Bericht über den blendend vorbereiteten Aktionstag mancher Satz im Konjunktiv geschrieben werden. Es hätte alles gut sein können, es war angerichtet. Allein die Hauptakteure, nämlich die Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren, fehlten ein wenig. Für Heike Mechelhoff vom Jugend-Treff.5 war dies allerdings kein Anlass zur Resignation. Sie und ihr Team sind bereits dabei, ein etwas reformiertes Konzept zu entwickeln und Schwerpunkte zu verschieben, um erneut zum Aktionstag zu laden.


Vielleicht hätte man die Einladung zur Aktion »Pinnwand« nicht über Plakate, Inserate und Zeitungsartikel planen sollen, sondern beispielsweise gleich über Smartphone, denn dorthin haben die Jugendlichen, die am Samstag vom Jugend-Treff.5 ins Kongresshaus zu einem Aktionstag eingeladen waren, vermutlich ihr Hauptaugenmerk gerichtet und so auch die Möglichkeit einer »normalen« Kommunikation nicht wahrnehmen können. So blieben die sehr zahlreich anwesenden ehrenamtlichen Helfer von Jugend-Treff.5 letztlich fast in der Überzahl. Was sehr schade ist, denn die mit Sorgfalt und Engagement fast liebevoll vorbereiteten, doch leider oft ungenutzten »Spielstätten« hätten gute Schauplätze für einen spannenden Nachmittag sein können.

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»Wenn wir eine klassische Medien-Präsentation anbieten, kommt keiner«, weiß Heike Mechelhoff. Also haben sie und ihr Team ein Konzept erarbeitet, das zu den wichtigen Informationen um Mediennutzung und die darin lauernden Gefahren auch eine gewisse Rückbesinnung auf »frühere Werte« beinhaltet. Smartphone ausschalten, sich zusammensetzen, miteinander kommunizieren, zusammen spielen, sich überhaupt miteinander zu beschäftigen, an einem Tisch sitzen, nicht mit Bildschirmblick, sondern dem Gegenüber in die Augen schauen, ihm zuhören, mit ihm sprechen.

Im »Rahmenprogramm« wurden noch wertvolle Informationen geliefert über sinnvolle Internetnutzung, aber auch die Gefahren, die YouTube oder Facebook in sich bergen. Beispielsweise darüber, was ins Netz gestellt werden darf, welche Persönlichkeitsrechte beachtet werden sollten, was darf heruntergeladen werden, ohne mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen oder abgezockt zu werden. IT-Fachmann Daniel Schweickhardt und Medienfuchs Pit Zuckowski hatten alles Wissen parat, um es letztlich einer bedauerlicherweise nur kleinen Zuhörerschar nahe zu bringen.

Aber Heike Mechelhoff will nach vorne blicken. Vielleicht, dachte sie am Samstag laut nach, war es ein Fehler, über die Schulen einzuladen, da war wenig Resonanz zu spüren, mit Ausnahmen. Immerhin hatten die Mittelschule Berchtesgaden und das Marktgymnasium Puzzler am Start, die sich letztlich auch die Preise teilten. Die eifrigen Puzzler indes gaben sogar zu, dass sie sich zu Hause nie oder doch sehr selten diesem Geduldsspiel stellen. Vielleicht darf man das als Hoffnungsschimmer sehen. Im Kongresshaus waren sie jedenfalls konzentriert bei der Sache und bewiesen auch Steherqualitäten. Letztlich hatten die Mittelschüler am Ende ein paar Puzzleteile mehr auf dem Tisch und gewannen vor den Gymnasiasten.

Den Aktionstag wird es wieder geben, verändert, aber mit dem gleichen Engagement des Teams von Jugend-Treff.5, versicherte Heike Mechelhoff. Das Motto »Jugend engagiert Euch für etwas Soziales« wird bleiben. Mechelhoff: »Wir wollen eben nicht nur das anbieten, was den Alltag der Jugendlichen ohnehin ausmacht, sondern Impulse geben.«

Ergebnis vom Preispuzzle: 1. Mittelschule Berchtesgaden (10. Jahrgangsstufe/500 Euro), 2. Gymnasium Berchtesgaden (8. Jahrgangsstufe/300 Euro), 3. Mittelschule Berchtesgaden (9. Jahrgangsstufe/200 Euro). Alle Preisträger wollen mit ihren Gewinnen eine Klassenfahrt beziehungsweise Abschlussfeier finanzieren. Dieter Meister