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BR-Fernsehen filmt Hoagascht für „Unter unserem Himmel“

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Foto: Bauregger

Schneizlreuth – Mit einer Mannschaft von etwa 45 Leuten zeichnete ein Team des BR Fernsehen, Redaktion Heimat und Volkstheater, im Hotel Alpenglück in Weißbach an der Alpenstraße vor kurzem einen Hoagascht mit der bekannten Moderatorin Elisabeth Rehm und etwa 120 Zuschauern auf.


Regie führte Thomas Kornmayer. Mit den Auf- und Abbauarbeiten war dafür ein Zeitaufwand von knapp einer Woche notwendig. In der Sendung, die am 27. Mai um 20.15 Uhr ausgestrahlt wird, geht es in diesem Fall unter dem Titel: „Trachtler- und Musikantentreffen im Berchtesgadener Land“ um die Brauchtumsarbeit und die Volksmusik im Trachtengauverband 1, dem der Weißbacher Peter Eicher sen. als erster Vorstand leitet.

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Pünktlich um 20 Uhr begrüßte Elisabeth Rehm am 6. Mai bei der Gesamtaufzeichung der Sendung im Saal der Hotel Alpenglück, zu der die Rotofenmusi aus Berchtesgaden, die Schladl Musi aus Kastl, den Rimstinger Sängern aus Rimsting am Chiemsee, die Lenzensberg Soatnmusi aus dem Raum Traunstein und die Echtler Sängerinnen aus Bad Feilnbach eingeladenen worden waren. Eine tragende Aufgabe erfüllt die Musikkapelle Weißbach unter Leitung von Walter Niederberger, die sich nicht nur mit schmissiger, böhmischer Blasmusik und Märschen hören lies, sondern auch in verlässlicher Manier die Plattler und Tänze der Aktiven des ortsansässigen Trachtenvereins „D'Weikertstoana“ Weißbach und der Gaugruppe des Gauverband 1 begleitete.

In interessanten, professionell, amüsant und freundlich geführten Gesprächen, unterhielt sich die Moderatorin Elisabeth Rehm mit dem Gauvorstand Peter Eicher sen. und Mitgliedern der Gesangs-, Musik- und Trachtengruppen. Darüber hinaus wird es in der am 27. Mai ausgestrahlten, 90-minütigen Sendung auch kurze Einspielungen über den Ort, die Umgebung und spezielle Berufe einzelner Mitwirkender geben, mit denen Rehm die Wortbeiträge auch direkt in der Aufzeichungssendung machte. In den Zuspielungen wird es um den Säckler und Lederhosenmacher Engelbert Aigner, den Forstwirt Peter Baueregger, die Trachtenschneiderin Irmi Schützinger und den Harfenbauer Alois Schroll gehen.

Qualität und Authentizität stehen an erster Stelle

Dieser sehr stimmungsvoll und qualitativ hochwertig abgelaufenen Aufzeichung waren intensive Vorbereitungen in der Redaktion und vor Ort vorausgegangen.  Wie der Redaktionsleiter des BR Corbinian Lippl und Leonhard Schwarz, der für die musikalische Gestaltung zuständig ist in einem Gespräch mit unserer Zeitung informierten, beginnen die Vorbereitung natürlich schon dann, sobald das Thema feststeht. Wenn auch die mitwirkenden Gruppen selektiert sind, fährt ein kleines Team zu diesen, hört sich eine Auswahl von Stücken und Liedern an und führt Gespräche. Dies alles wird bereits auf Video aufgezeichnet.

Dann geht es an die Feinjustierung und an die Erstellung des Gesamtkonzeptes. Wie Lippl sagte, ist es wichtig, in der Sendung eine breite Vielfalt an Eindrücken zum Brauchtum und der Kultur der Region und des Ortes, sowie der hier gepflegten Volksmusik darzustellen. Wer zur Sendung eingeladen wird, entscheidet laut Schwarz letztendlich er selbst aus Erfahrungswerten, Empfehlungen, in diesem Fall auch durch den Gaumusikwart Markus Gromes und nach seinem Geschmack. Wie beide betonten, geht es in diesem Sendeformat aber immer um traditionelle Volksmusik von Nichtprofis in unterschiedlichen Besetzungen, um die authentische Darstellung der Region, um die Darstellung Bayerns weitab von üblichen Klischees und um Qualität.

Wie Elisabeth Rehm erzählte, moderiert sie dieses Sendeformat seit 2005 und kann sich auch noch gut an eine Sendung aus Piding erinnern. Auch sie nutzt offenbar für ihre Vorbereitung unter anderem die erwähnten Videos von den Gruppen und die Informationen aus Gesprächen und Recherchen. Was sie in der Moderation fragen wird, legt sie dann eigenständig fest. Die Mitarbeit im BR ist für sie nebenberuflich, da sie, nach 10 Jahren Babypause, seit kurzem wieder als Grundschullehrerin arbeitet.

Enormer, technischer Aufwand

Ein Blick in den Saal des Alpenglück, dessen Team um Ute und Peter Lohmann sich fast einen Woche kompetent um das Aufnahmeteam kümmerten und einen Teil auch beherbergten macht deutlich, wie viel Technik hier zum Einsatz kam. Zu den Proben und den Aufzeichnungen, die von Freitag bis Sonntag stattfanden, waren hier drei Studiokameras, eine Steadycam, eine Handkamera und je eine technische Anlage für die Saalbeschallung, teilweise für den Bildschnitt und die Beleuchtung installiert.

Wie Charly Pauli, zuständig für die Beleuchtung erklärte, wurden im Saal etwa 80 Strahler mit einer Leistung von 100.000 Watt installiert. Für den Betrieb der Technik und der Beleuchtung wurden eigens zwei Stromaggregate mit einer Leistung von je 200 KW angemietet, auch um eine Ausfallsicherheit garantieren zu können. Im aufwändig ausgestatteten Ü-Wagen vor dem Hotel erklärte schließlich der Produktionsingenieur Armin Henger den Ablauf. Im Ü-Wagen, der im Grunde ein mobiles Studio für Bild und Ton darstellt, sitzen bei der eigentlichen Aufzeichnung etwa 10 Personen, angefangen vom Regisseur bis zur Bildschneiderin für die Bildregie und zwei Zuständige für den Tonschnitt.

Wie Henger sagte, könnte man hier die Sendung nach der eigentlichen Aufzeichnung komplett fertigmachen. Dass es dem gesamten Team ein Anliegen ist, kompetent und freundlich vorzugehen, zeigte sich immer wieder in der Aufgeschlossenheit und Auskunftsfreudigkeit aller Befragten und der netten Begleitung unseres Mitarbeiters durch Marie Jahn und Felix Kempter, die alle Türen öffneten. Dass dies darüber hinaus auch für das gesamte Team galt, bestätigten sowohl die Mitwirkenden, die Wirtsleute und letztlich die Besucher der Aufzeichnungssendung. Weitere Informationen gibt es unter: www.br.de/musikantentreffen.

Werner Bauregger