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BRK Berchtesgaden bekommt neue Fahrzeughalle

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Bereitschaftsleiter Walter Söldner (M.) ehrte auf der Jahreshauptversammlung der BRK-Bereitschaft Berchtesgaden langjährige Mitglieder (v.l.): Werner Stanger (40 Jahre), Klaus Neugebauer (55), Rudi Meier (55) und Michael Schropp (60). Foto: Anzeiger/Marschner

Berchtesgaden – »Bald mehr Platz für die Fahrzeuge« kündigte Bereitschaftsleiter Walter Söldner stolz bei der Jahreshauptversammlung der BRK-Bereitschaft Berchtesgaden am Mittwoch an. Schließlich soll schon im nächsten Jahr Baubeginn für die neue Fahrzeughalle am Färberwinkl sein.


Das Einsatzjahr 2013 war mit Sanitätsdiensten, Übungen und Einsätzen sowie Ausbildungen wieder prall gefüllt für die Männer und Frauen des Roten Kreuzes. Von 78 Mitgliedern sind derzeit 15 aktiv im Einsatz mit einer geleisteten Stundenzahl von 15 426 Stunden. »Zu den Sanitätsdiensten kamen aber noch 4 206 ehrenamtlich erbrachte Rettungsdienststunden hinzu, da einige Mitglieder der Bereitschaft auch im Rettungsdienst eingesetzt werden«, erklärte Söldner den zahlreichen Zuhörern.

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2013 waren laut Söldner 61 Sanitätsdienste zu besetzen, die 1 032 Stunden in Anspruch nahmen. Diese wurden unter anderem bei den Sommer- und Winterskispringen an der Kälbersteinschanze, beim Schönauer Rosstag, Skijöring am Hochschwarzeck oder auch sehr umfangreich bei der Roßfeld Historic Rallye geleistet.

Viel Zeit an der Kunsteisbahn verbracht

»Der größte und zeitintensivste Sanitätsdienst war aber von Ende Oktober bis Anfang Februar an der Bob- und Rodelbahn«, berichtete Söldner und sprach ein großes Lob an seine Mannschaft aus: »Es ist nicht leicht, die Sanitätseinteilungen für bestimmte Events zu machen, aber meine Leute haben das mit Bravour gemeistert«.

Ein erheblicher Zeitfaktor sind für die Mitglieder auch die Aus- und Fortbildungen, dafür wurden zehn Bereitschaftsabende durchgeführt, um die Grundkenntnisse aufzufrischen. Ebenso wurden über 540 Stunden für die Altkleidersammlung sowie bei Festen mit den »Glückshafen-Anhängern« geleistet. Dieser wurde 2013 auch neu beklebt. »Der sieht jetzt richtig bärig aus«, lächelte Söldner.

Auch Weihnachten ist das BRK im Einsatz, 640 Stunden Dienst am Christkindlmarkt kamen da schon zusammen. »Ein großer Dank geht besonders an Stefan Lenz, der dafür seinen ganzen Jahresurlaub einbringt und mit seinem hervorragenden Team wieder die Bosna-Hütte leitete«. Ob das BRK dieses Jahr wieder beim Christkindlmarkt dabei ist, steht noch nicht ganz fest.

Ein großer Erfolg war auch die durchgeführte Blutspende der Bereitschaft mit der Blutbank Salzburg, 1 351 Blutkonserven konnten dabei übergeben werden, des Weiteren wurden im letzten Jahr laut Söldner 122 Neuspender registriert. Insgesamt wurden bei den sechs Blutspendenterminen 1 404 Personen betreut. Anton Ilsanker übergab seine Leitung der Blutspende nach 25 Jahren an Andreas Seidler. Söldner: »Ilsanker erhielt für seine hervorragende Arbeit die goldene Verdienstmedaille für besondere Verdienste«.

Aktion im Kindergarten

Auch für die Kleinsten wurde einiges unternommen, im Kindergarten Schönau am Königssee fand das sogenannte »Trau dich Projekt« statt. »Da hatten wir eine richtige Gaudi mit den Kids«, erinnerte sich Söldner und erzählte den Zuhörern, worum es dabei ging. »Das Ziel dabei war, Vorschulkindern spielend und einfach die wichtigsten Grundlagen der Ersten Hilfe beizubringen«. Auch für Schulkinder war 2013 was dabei. In Bischofswiesen fand für die 9. Klassen ein »Tag des Ehrenamtes« statt.

Zum Schluss seines Rückblicks kam Söldner dann auf das Thema »Fahrzeughalle« zu sprechen. Man merkte es dem Bereitschaftsleiter an, wie sehr er sich freut, positive Nachrichten überbringen zu können. »Der Gemeinderat hat beschlossen, uns ein Grundstück am Färberwinkel zu überlassen, um uns einen Neubau zu ermöglichen«, berichtete Ilsanker stolz. Einige Sorgen bestünden zwar noch in puncto Grundstück, aber Söldner blickt positiv auf das Vorhaben. Der Neubau wird voraussichtlich zwei Gebäudeteile umfassen: eine Fahrzeughalle mit drei Stellplätzen sowie einen Sozialtrakt mit Umkleiden. Bis zum Sommer hofft das BRK, die Eingabeplanungen zu beenden, der Baubeginn soll voraussichtlich im Frühjahr 2015 stattfinden. »Der Bau wird ein reiner Zweckbau, der Großteil der Baukosten muss durch Spenden und Eigenleistungen aufgebracht werden. Wir hoffen hierbei auch auf die Mithilfe der Gemeinden im inneren Landkreis und der Bevölkerung«, so Söldner.

Dank der Bürgermeister

Bürgermeister Franz Rasp versicherte dem BRK die Unterstützung der Gemeinde. Rasp war zusammen mit seinem Bürgermeisterkollegen Franz Halmich aus Marktschellenberg stellvertretend für alle Talkessel-Bürgermeister zur Sitzung erschienen. Sie drückten ihren Respekt für die Arbeit der Männer und Frauen im BRK aus.

Bernd Resch, Leiter der Schnelleinsatzgruppe, gab in seinem Rechenschaftsbericht Einblick in die Arbeit der derzeit 27 Mitglieder. 2013 wurde die SEG 20-mal alarmiert, was einer Steigerung um 150 Prozent gegenüber 2012 entspricht.

Beim Hochwasser war die Truppe 150 Stunden im Einsatz, hauptsächlich in Berchtesgaden, Freilassing und Deggendorf. Auch 13 Brandeinsätze verbuchte die SEG laut Resch. Insgesamt waren die Mitglieder 575 Stunden im Jahr 2013 im Einsatz.

Auch an Übungen und Ausbildungen wurde teilgenommen, als besonderer Höhepunkt blieb dabei die EU- Katastrophenschutzübung »Taranis« im Kopf. Im Juni fand eine Großübung in Salzburg statt, wo neben Österreich und Deutschland auch Teams aus Holland, Kroatien, Bulgarien, Tschechei und Italien teilnahmen.

Aktives Jugendrotkreuz

Auch das Jugendrotkreuz (JRK) kam zu Wort. Das Jahr 2013 begann hier mit Neuwahlen in Bad Reichenhall. Im März war der Nachwuchs das erste Mal beim Ostermarkt in der Klinik Schönau vertreten mit Kuchenverkauf, Kinderschminken und Vorführung des JRK. Auch beim Ganghofersonntag, auf der Schellenberger Dult und beim Kraxnsonntag waren die jungen Leute beim Losverkauf tätig. Im September ging es mit zehn Kindern auf die Ligeretalm. Das Vereinsjahr endete mit einer gemeinsamen Weihnachtsfeier aller JRKs Ainring, Bad Reichenhall, Berchtesgaden und Teisendorf in Bad Reichenhall mit Krampein und Nikolaus.

Als letzter Redner des Abends ergriff Herrmann Scherer, Wachleiter des Rettungsdiensts, das Wort. Die Zahl der Krankentransporte hat sich nach seinen Worten nicht wesentlich geändert, wobei die Notfalleinsätze um 25 bis 30 Prozent gestiegen sind, auch die Notarzteinsätze stiegen um 5 Prozent an. Die Rettungswache zählt derzeit 37 Mitglieder, wobei 18 davon Hauptamtliche sind.

Auch bei der Rettungswache fließt viel Zeit in die Fortbildung. Pflichtausbildungen wie Blaulichtbelehrung, Arbeitssicherheitsbelehrungen sowie Hygieneschulungen seien »hilfreich für das Team«. Auch das Mega-Code-Training (professionelle Herz-Lungen Wiederbelebung) wird regelmäßig für die Mitglieder durchgeführt.

Neuigkeiten gibt es im Bereich der Technik für die Rettungsstelle. Die Fahrzeuge verfügen über eine GPS-Datenübertragung. Ein neues EKG-Gerät mit Telemetrie vereinfacht die Arbeitsweise der Männer und Frauen. 2014/2015 soll eine Implementierung des Digitalfunks in Bayern erfolgen sowie eine mobile Datenerfassung. Einheitliche EKG-Geräte für den kompletten Rettungsdienst in Bayern seien auch in Planung, verriet Scherer Susann Marschner