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»Brückenbau zwischen Mensch und Natur«

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Landrat Georg Graber (l.) und Regierungspräsidentin Brigitta Brunner (2.v.r.) mit dem am Dienstag gewählten Vorstand des Landschaftspflegeverbandes (v.l.): Stefan Ammon, Maria Walch, Anton Mühlbauer, Rita Poser, Vorsitzender Anton Kern, Hans Eschlberger und Hans Berger. (Foto: Pfeiffer)

Bad Reichenhall – Als »großen Tag für den Landkreis« bezeichnete Landrat Georg Grabner in Anwesenheit von Regierungspräsidentin Brigitta Brunner die Gründung des Landschaftspflegeverbandes Biosphärenregion Berchtesgadener Land am Dienstagabend im großen Saal des Landratsamts. Dessen Vorsitzender ist ab sofort Anton Kern, Kreisobmann des Bauernverbandes Berchtesgadener Land. Bis auf drei Gemeinden (Bad Reichenhall, Schneizlreuth und Teisendorf) haben sich alle Kommunen hier zusammengeschlossen. »Ich bin mir sicher, dass der Verband ein Erfolg wird und es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis alle gemeinsam im Boot sitzen«, so Grabner.


Lange hatte es gedauert, ehe der Landschaftspflegeverband Realität wurde. »Mitunter eine schwierige Zeit«, so die Einschätzung des Landrats. Und noch immer gibt es Vorbehalte gegenüber dem Verband, dessen Zweck die »Förderung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege durch Bündelung der Kräfte« ist. Bislang gibt es in Bad Reichenhall, Schneizlreuth und Teisendorf keine Mehrheit für einen Beitritt.

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Während der Gründungsveranstaltung fanden sich 49 Gründungsmitglieder, die dem Verein beitraten. Darunter ist ein Großteil der Landkreis-Gemeinden, unter anderen auch der Bauernverband Berchtesgadener Land, der Bund Naturschutz, die Biosphärenregion, die Bayerische Naturschutzakademie sowie der Maschinenring.

»Traunstein war unser großes Vorbild«

»Es war die richtige Entscheidung, an der Sache dranzubleiben«, sagte Landrat Georg Grabner, der dem Bürgermeister von Ainring, Hans Eschlberger, ein großes Lob aussprach. »Er ist der Initiator des Landschaftspflegeverbandes und hat das Projekt vorangetrieben.«

Hans Eschlberger sagte, dass es von besonderer Notwendigkeit sei, die »heimatliche Natur- und Kulturlandschaft zu bewahren.« Die Besonderheiten der traditionellen Kulturlandschaft im Landkreis müssten in ihrer Vielfalt und in ihrem Artenreichtum erhalten bleiben, so Eschlberger. Dies könne nur durch »nachhaltige Pflegemaßnahmen umgesetzt werden, die im Rahmen der üblichen Landbewirtschaftung nicht bewältigt werden können.« Einig sei man sich darin, dass Verantwortungsträger auch daran gemessen würden, »was wir unseren Nachkommen als lebenswerte Heimat hinterlassen.« Und genau dies sei der Grund für die Gründung des Landschaftspflegeverbands, übrigens erst der zweite Verband seiner Art in Oberbayern.

»Traunstein war unser großes Vorbild. Die haben es vorgemacht und wir haben es dann ebenso für sinnvoll erachtet«, sagte Eschlberger und freute sich über das Erscheinen des 1. Vorsitzenden des Landschaftspflegeverbands Traunstein, der während des Gründungsprozesses immer wieder mit wichtigen Informationen diente.

Regierungspräsidentin Brunner: »Ein Erfolgsmodell«

»Unsere Landwirte leisten seit jeher verantwortungsbewusste Naturschutzarbeit und sie engagieren sich immer mehr auch in der Landschaftspflege«, so Eschlberger. Und genau diese Pflege sei es, die man benötige. Für die Landwirte sei dies ein Zusatzverdienst. »Es haben sich bereits im Vorfeld der Gründung einige heimische Bauern gemeldet, die ihr Interesse angekündigt hatten.« Eschlberger sagte, dass man mit dem Landschaftspflegeverband ein Forum bieten wolle, »ein Netzwerk«, um die »Wertigkeit der Biosphärenregion« nach außen kommunizieren zu können.

Regierungspräsidentin Brigitta Brunner sagte, dass man mit der Verbandsgründung ein Zeichen setze und kündigte von Regierungsseite eine »enge und intensive Zusammenarbeit« mit dem Landschaftspflegeverband an. Dort, wo es vergleichbare Verbände bereits gibt, sei man zufrieden. »Wir können hier von einem Erfolgsmodell sprechen«, so Brunner, die als Regierungspräsidentin am Dienstagabend zum ersten Mal in Bad Reichenhall war. »Für die Landschaft wird etwas getan, wir nehmen die Landwirte mit, es gibt zudem Fördergelder«, schwärmte Brunner.

Während der Gründungsversammlung wurde auch der Vorstand gewählt, der sich aus neun Personen (drei im engeren Vorstand plus sechs weitere Personen) zusammensetzt und eine Drittelparität zu erfüllen hat. Bedeutet, dass Vertreter aus den Bereichen »Kommune«, »Landwirtschaft« und »Naturschutz« zu gleichen Teilen vertreten sein müssen. Kreisobmann Anton Kern vom Bayerischen Bauernverband ist nun erster Vorsitzender, seine Vertreter sind Hans Eschlberger und Robert Kern. Weitere Vorstandsmitglieder sind die Bürgermeister von Bischofswiesen und Piding, Thomas Weber und Hannes Holzner, Landwirt Anton Mühlbauer und die Kreisbäuerin des Berchtesgadener Landes, Maria Walch, sowie Rita Poser, Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz, und Hans Berger von der Kreisgruppe Berchtesgadener Land im Landesjagdverband Bayern. Kassenprüfer sind Stefan Ammon und Laufens Bürgermeister Hans Feil. Kilian Pfeiffer