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BSD bekommt neues Gebäude

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Kreisrätin Elisabeth Hagenauer (Grüne) ist dagegen, dass der Landkreis für den Neubau des Olympiastützpunktes 1,5 Millionen Euro in die Hand nimmt. Sie wollte mit einem Antrag die Entscheidung vertagen. (Foto: Hudelist)

Berchtesgaden – Der Kreistag hat in seiner jüngsten Sitzung am Freitag dem Neubau des Gebäudes des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) in Berchtesgaden zugestimmt. Doch wie schon im Kreisausschuss (wie berichtet) gab es heftige Kritik von der Grünen-Kreisrätin Elisabeth Hagenauer. Sie stellte erneut die Frage, ob es sich der Landkreis überhaupt leisten könne, den Spitzensport finanziell so großzügig zu unterstützen.


Während der dreimalige Olympia-Gold-Gewinner Georg Hackl für den Neubau ist und ausführlich schilderte, »wie's da im Stützpunkt derzeit zugeht«, verbiss sich die Grünen-Fraktion in ihrem Nein. Die Argumente: 1,5 Millionen Euro seien einfach zu teuer und »viele andere Aufgaben, wie der dringend nötige Ausbau von Kreisstraßen, werden auf die lange Bank geschoben«.

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Dass sich eine Grünen-Politikerin für den Straßenausbau einsetzt, verwunderte die anderen Kreisräte nicht so sehr wie ihr Antrag, den Tagesordnungspunkt zu vertagen, um andere Möglichkeiten für das Areal prüfen zu können.

Georg Hackl für Neubau

Wer hätte die »Zustände« im Olympia-Stützpunkt im Kreistag besser schildern können als Georg Hackl. Er sieht einen dringenden Handlungsbedarf und ortet zwei Probleme. »Erstens die Werkstätten für Rennrodel, Bob und Skeleton und zweitens der Flachbau für die Verwaltung.« Als die Rodel noch aus Holz waren, sei die Werkstatt schon eingerichtet worden. »Dann sind immer mehr Baukomponenten dazu gekommen, man braucht immer mehr Maschinen und Mechaniker«, so Hackl.

Das alles sei in der engen Werkstatt mittlerweile untergebracht. »Da wird gebohrt, geflext und geschweißt, alle sind da gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt«, berichtete Georg Hackl.

Hans Metzenleitner (SPD) bemühte sich, eine Grundsatzdiskussion über die Sportförderung abzuwenden. »Eigentlich geht es heute nur um das Haus«, betonte er. Doch Elisabeth Hagenauer von den Grünen stand schon in den Startlöchern mit ihrem Antrag, die Entscheidung über den Neubau zurückzustellen und zu prüfen, ob das Areal nicht auch anders genutzt werden könnte.

»Wir haben erst fünf Millionen Euro für die Kreiskliniken ausgeben müssen, dazu viel Geld für den Ausbau der Kreisstraßen und für das Schülerforschungszentrum ausgegeben«, so Hagenauer. Überhaupt könne sie sich einfach nicht vorstellen, dass der Landkreis nun auch noch den Neubau des Olympia-Stützpunktes stemmen könne.

Der Neubau soll 6,3 Millionen Euro kosten, nach Hagenauers Rechnung beträgt der Anteil des Landkreises 1,5 Millionen Euro. »Denn zum Baukostenanteil von 900 000 Euro kommen 600 000 Euro, die der Landkreis dem BSD vorfinanzieren will«.

Unterstützt wurde Hagenauer auch von Wilhelm Winkler (ÖDP), der eine andere Rechnung aufmachte: »Der Neubau kostet insgesamt 6,3 Millionen Euro, die Renovierung 4,1 Millionen. Nach meiner Rechnung macht das einen Unterschied von 2,2 Millionen.« Winkler verwies auch darauf, dass der Anteil von Freistaat und Bund am Ende auch vom Steuerzahler aufgebracht wird.

»Wir sind hier der Kreistag«

Diese Rechnung konnte Landrat Georg Grabner nicht nachvollziehen. »Wir sind hier der Kreistag und wir entscheiden über unser Budget«, sagte er. Und weiter in Richtung Winkler: »Wenn sogar der Bund und der Freistaat vor einer Sanierung warnen, dann wird das einen Grund haben.«

Stürmisch wurde es im Sitzungssaal dann bei der Frage, ob über den Antrag der Grünen, die Entscheidung zu vertagen, abgestimmt werden darf. Eigentlich müsste er nach den Regeln erst in einem Ausschuss vorberaten werden, doch Grabner wollte abstimmen lassen. Da meldete sich Bad Reichenhalls Oberbürgermeister Herbert Lackner zu Wort. »So geht das nicht, wir können nicht für einen Punkt die Geschäftsordnung ändern«, raunte er in Richtung Grabner.

Nach einigem Hin und Her wurde dann doch über den Antrag von Elisabeth Hagenauer abgestimmt, allerdings hoben nur zwölf Kreisräte die Hand für den Grünen-Antrag. Am Ende sprach sich das Gremium mit elf Gegenstimmen für den Neubau aus. Michael Hudelist