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Büffeln mit Whiteboard und Rasenfußball

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Trotz anhaltender Umbauarbeiten: Die Schüler haben ihre Freude am Pausenhof. Fotos: Anzeiger/Scheidsach
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Zeigt sich mit dem Bauergebnis sehr zufrieden: Schulleiter Wolfgang Greiner.
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Moderne Ausstattung: Einer von zwei EDV-Räumen.

Schönau am Königssee – Der Schulbetrieb läuft in der neuen Realschule der CJD-Christophorusschulen Berchtesgaden im Schneewinkl in der zweiten Woche. Der »Berchtesgadener Anzeiger« wagte einen Blick in das Schulgebäude und sammelte erste Eindrücke.


Das zweistöckige Schulgebäude bietet durch großzügige Glastüren und Fenster viel Platz für Sonnenstrahlen. Zur Unterrichtszeit sind die Gänge freilich leer und Geräusche hört man lediglich durch die Bauarbeiten vor der Schule. Das Büro des Schulleiters Wolfgang Greiner befindet sich im ersten Obergeschoss, neben dem der Konrektoren Peter Althaus und Erich Güll und dem Sekretariat. Greiner zeigt sich im Gespräch mit dem »Anzeiger« zufrieden: »Wir haben die Schule genauso bekommen, wie wir es uns vorgestellt haben – es sind fast alle Wünsche in Erfüllung gegangen«. Die rund 5,6 Millionen Euro teure Lehranstalt wurde wie geplant nach den Faschingsferien bezogen und steht nun auf dem Prüfstand. Der Unterricht gehe aber ohne Probleme vonstatten: »Die Schule ist soweit ausgerüstet, dass ein vollständiger Schulbetrieb gewährleistet ist«. Die offizielle Einweihung der Realschule findet am Donnerstag, 3. April, in der Aula statt.

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Die Rückmeldungen der Schüler seien »durchwegs positiv« und für die Lehrkräfte biete die zusammengelegte Realschule ohnehin »nur Vorteile«. Durch das gemeinsame Lehrerzimmer entstehe »ein intensiverer kollegialer Austausch« und den Lehrern bliebe »das Pendeln zwischen zwei Schulorten erspart«. Allgemein sei die Schulfamilie »enger zusammengerückt«, denn vor allem die unteren Klassen profitieren von Schülern aus den höheren. Dies soll durch das sogenannte »Tutorensystem« noch erweitert werden. Dabei bieten Schüler aus den neunten und zehnten Klassen ihren jüngeren Mitschülern Unterstützung im Schulalltag und Lernhilfen an. Dieses Projekt sei zwar noch in Planung, durch die Zusammenlegung aber nicht mehr in weiter Ferne.

Greiner weiter: »Im Bezug auf Stunden- und Vertretungspläne hat sich die Schulorganisation wesentlich verbessert«. Nach über 30-jähriger Teilung sei es für ihn natürlich etwas Besonderes, »alle Kollegen und Schüler in einem Schulgebäude zu haben«. Jedoch betont der Schulrektor, dass der jetzige Zustand der sei, »den man als selbstverständlich bezeichnen sollte«. In den nächsten Monaten werden die Bauarbeiten an den Lehrerparkplätzen und die Schulhofgestaltung abgeschlossen sein. Auf die Schüler warten Tischtennisplatten, Grünflächen und weitere Sitzgelegenheiten in den Pausen.

Die Aula kann als Mensa genutzt werden und eine Schulküche ist vorhanden, somit wären »für eine eventuelle Nachmittagsbetreuung die räumlichen Voraussetzungen gegeben«. Im Schulhaus befinden sich 22 Klassen- und Fachräume – zwei bis drei davon unbesetzt, – »wodurch wir in der Lage sind, einzelne Klassen zu teilen«, erklärt der Rektor. Ein weiterer Fortschritt sei für Greiner der behindertengerechte und barrierefreie Bau der Lehranstalt. Dies sei »vor dem Hintergrund der Inklusion nicht unerheblich«. Jeder Gang der einzelnen Stockwerke ist farblich anders gestaltet: Das Erdgeschoss besticht mit orange-, der erste Stock mit grün- und der zweite mit blaufarbenen Tönen.

Zusätzlich verfügt jeder Gang über vier Toiletten sowie einen Besprechungsraum.

In den Klassenräumen wird auf moderne Technik Wert gelegt: Whiteboards, Tablets und Beamer ersetzen die Kreidetafel und sollen den Schülern, den Unterrichtsstoff besser vermitteln. »Der Einsatz dieser neuen Medien erleichtert zwar die Durchführung des Unterrichts, für einen guten Unterricht ist aber weiterhin die Lehrerpersönlichkeit verantwortlich«, mahnt der Schulleiter. Gerade der Einsatz von iPads als Lehrmittel dürfte sich für die »Generation Smartphone« als sehr interessant darstellen. Allerdings stehen diese zunächst für die Lehrer zur Verfügung, es bestehe laut Greiner aber auch die Möglichkeit, Schüler damit arbeiten zu lassen.

Schulbeginn ist 7.45 Uhr und zwischen den einzelnen Stunden wurden fünf Minuten Pause eingeführt. »Aufgrund dieser Regelung musste aus zwei großen Pausen eine große Pause gemacht werden, was für den Erholungseffekt aber völlig ausreichend ist«, erläutert Greiner. Die Schüler sollen diese kurzen Auszeiten zum Gang auf die Toilette, als Trinkgelegenheit und zur Vorbereitung auf die nächste Stunde nutzen, damit der Unterricht ohne Unterbrechungen durchgeführt werden kann.

Pünktlich um 10.15 Uhr läutet es zur Pause und die rund 370 Schüler stürmen von den Gängen in den Pausenhof. Michi Wagner aus der zehnten Klasse gefällt seine neue Schule: »Durch die Vereinigung der Klassen entsteht eine bessere Schulgemeinschaft«. Zudem bieten die Klassenzimmer »deutlich mehr Platz« und durch die technische Ausstattung »haben die Lehrer mehr Möglichkeiten« und der Unterricht »wird interessanter«, berichtet der 15-Jährige. Lediglich die neuen Pausenzeiten sind für ihn ungewohnt, dafür punktet die Schule mit ihrer zentraleren Lage und den besseren Busverbindungen. »Viel, viel besser« sei auch der Sportunterricht auf den benachbarten Sportplätzen, weil der Lehrer nicht mehr an die Turnhallen gebunden ist und »endlich Fußball auf dem Rasen« gespielt werden könne. Da ist es fast schade, dass der Abschlussschüler in wenigen Monaten verabschiedet wird.

Sein Klassenkamerad Christian Ilsanker teilt Michis Meinung. Nur die alten Tafeln vermisst der Zehntklässler. »Die alten Kreidetafeln waren besser, bei den in Hochformat aufgehängten Whiteboards können viele Lehrer nur die Hälfte nutzen«. Manuel Diemann hat sich mit dem neuen Pausensystem angefreundet: »Diese fünf Minuten Pause vor der nächsten Stunde sind hilfreich für die Vorbereitung und Konzentration.« Sylvia Resch ist seit elf Jahren als Reinigungskraft in der Realschule eingestellt. Den insgesamt vier Damen wurden für die Arbeiten im neuen Gebäude modernere Reinigungsmaschinen bereitgestellt und das Säubern von neuen Fenstern sei »natürlich einfacher als das von alten«.

Um 10.35 Uhr ist die Pause beendet und der Schulhof wird langsam wieder leer. Danach bleiben den Schülern noch fünf Minuten, bis die nächste Stunde beginnt. Der Großteil darf sich um 12.55 Uhr – vielleicht schweren Herzens – auf den Heimweg begeben. Beni Scheidsach