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Bürgermeister-Stellvertreter baut ohne Genehmigung

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Die Bodenplatte ist bereits verlegt worden. Ein Bauantrag des Bürgermeister-Stellvertreters fehlt bislang noch. (Foto: Pfeiffer)

Marktschellenberg – Die Bodenplatte ist bereits verlegt: Der Marktschellenberger Bürgermeister-Stellvertreter Nikolaus Rußegger (Grüne) hat einen Schwarzbau in der Nähe der Kugelmühle errichtet, wie das Landratsamt Berchtesgadener Land auf Anfrage bestätigte.


Bislang gibt es keinen Bauantrag, wie der Geschäftsführer der Gemeinde Marktschellenberg, Michael Ernst, und der Pressesprecher des Landratsamtes Berchtesgadener Land, Andreas Bratzdrum, übereinstimmend telefonisch bestätigten. Nikolaus Rußegger, der Marktschellenbergs Bürgermeister Franz Halmich als vierter Gemeindechef vertreten kann, hatte unweit der Kugelmühle eine Bodenplatte für ein Gebäude verlegen lassen, ohne einen Bauantrag eingereicht zu haben. Das Landratsamt bestätigte auf Nachfrage, dass es mittlerweile einen Ortstermin gegeben habe und die Baustelle bis auf Weiteres eingestellt worden sei. »Wir werden alles Weitere prüfen«, hieß es aus dem Landratsamt. »Bislang haben wir von Rußegger noch nichts erhalten«, bestätigte auch Marktschellenbergs Bürgermeister Franz Halmich.

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In der Gemeinde schlägt das Thema große Wellen, zumal Rußegger nicht nur Bürgermeister-Stellvertreter und weiterhin Mitglied des Bauausschusses ist. So mancher Gemeinderat ist hinter vorgehaltener Hand mit diesem Umstand unzufrieden, sagt, dass Rußegger als Stellvertreter der Bürger nicht mehr tragbar sei.

Am Montag fand eine nicht-öffentliche Bauausschusssitzung statt, in der die Causa Rußegger behandelt wurde. Allerdings drangen von dort keinerlei Infos an die Öffentlichkeit. Eine Nachfrage blieb ergebnislos.

Nikolaus Rußegger wollte sich auf »Anzeiger«-Nachfrage zwar äußern, blieb aber verhältnismäßig still. »Das ist alles eine Verkettung unglücklicher Umstände«, sagte er auf telefonische Anfrage. Dann verabschiedete er sich und legte auf.

Nächste Woche wird das Thema öffentlich im Gemeinderat behandelt. Kilian Pfeiffer