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»Butterpaschen« auf der Wasserfallalm

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Beim »Auspaschen« wird die gerade erzeugte Butter vom Wasser befreit. Fotos: privat
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Die Kinder erlebten auch, wie man »Kranzzeug« fertigt.

Schönau am Königssee - Im Rahmen des Ferienprogramms für Kinder aus der Gemeinde Schönau am Königssee organisierte der Gartenbauverein Schönau-Königssee einen Almbesuch auf der Wasserfallalm. Dort durften die Kinder unmittelbar die Herstellung von verschiedenen Milchprodukten erleben. Mit diesem Almerlebnis wollte man den Kindern die Produktion und die Wertschätzung von heimischen Lebensmitteln aus der Landwirtschaft praktisch vermitteln.


Nach einer 45 Minuten dauernden Wanderung vom Parkplatz Hinterbrand zur Wasserfallalm am Königsweg, bei der auch über die am Wegrand wachsenden Kräuter gesprochen wurde, begrüßten Senner Tobias Fegg und Katherl Lenz, die Tochter der Almbauernleute, die Kinder herzlichst.

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Aufmerksam hörten die Kinder dem Senn zu, als er von seinem Arbeitstagesablauf erzählte, von den Gästen, die ihn während des Tages besuchen, von der Fertigung des »Kranzzeuges« und vor allem darüber, was mit der täglich gewonnenen Milch auf der Alm geschieht. Im sauber gereinigten »Millikammerl« wurde den kleinen Gästen die Funktion der Melkanlage erklärt, wobei sie interessiert in den mit Rohmilch gefüllten Tank schauen konnten. Die Funktionsweise der Zentrifuge, mit der der Rahm von der Rohmilch mechanisch herausgelöst wird, veranschaulichte den neugierigen Zusehern die Entstehung von Magermilch und Rahm.

Der so gewonnene Rahm wurde in die Buttermaschine eingefüllt. Gespannt verfolgten die Kinder durch das Schaufenster der Maschine, wie allmählich aus dem geschlagenen Rahm eine sämige Buttermasse entstand.

Nach Anleitung durch den Senner Tobias konnten die sichtlich erfreuten Kinder selbst mit ihren Händen die wassergekühlte Butter »auspaschen«, wodurch die Butter vom kühlenden Wasser befreit wurde.

Das Anheizen des Holzofens im Kaser und die sensible Erwärmungsprozedur der Magermilch zur Erstellung des »Schüsselkases« erzeugten bei den Dirndln und Buam ein echtes »Aha-Erlebnis«.

Mit Genuss verspeisten die Kinder samt ihren Begleitpersonen bei der abschließenden Brotzeit vor dem Kaser die selbst produzierte Almbutter und den Almkäse, den sie noch mit frischem Schnittlauch aus dem »Oimgarten« geschmacklich verfeinerten. Die immer wieder gehörte Aussage »Mei is dea guat« bestätigte den Arbeitserfolg.

Dass der natürliche Verwertungskreislauf der Milchprodukte zur Gänze funktioniert, zeigte sich auch darin, dass die auf der Alm lebenden Hühner die vom Tisch fallenden Krümel eifrig aufpickten und sich danach wohlig im sonnenerwärmten Sand an der Kasermauer badeten. M.L