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CEO-Fraud im Landkreis: Firma hätte beinahe 70 000 Euro verloren

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Vorsicht bei Anrufen von vermeintlichen Polizisten
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Vorsicht bei Anrufen von vermeintlichen Polizisten Foto: Montage; l. Patrick Seeger; r. Jan-Philipp Strobel

Berchtesgadener Land – In "letzter Sekunde" gelang es Staatsanwaltschaft, Kripo und BKA einen Betrag von fast 70 000 Euro auf einem ausländischen Bankkonto einzufrieren und so vor Betrügern zu sichern.


Diese hatten zuvor eine Firma aus dem Landkreis dazu gebracht, das Geld auf ein Konto in Großbritannien zu überweisen. Die Kriminalpolizei warnt vor der Betrugsmasche und erklärt, wie die Täter dabei vorgehen.

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Der aktuelle Fall im Berchtesgadener Land

Der Chef eines mittelständischen Unternehmens mit Sitz im Landkreis Berchtesgadener Land hatte am 19. Februar bei der Überprüfung der Firmenkonten eine Überweisung in Höhe von beinahe 70 000 Euro auf ein Konto in Großbritannien festgestellt. Sofort wurden Nachforschungen angestellt und schnell war klar, dass die Firma zum Ziel von Betrügern geworden war.

Eine Mitarbeiterin hatte drei Tage zuvor eine Mail erhalten, in der sie – angeblich von ihrem Chef – zur Überweisung des Betrages auf das Bankkonto im Ausland aufgefordert worden war. Dass die Mitarbeiterin dabei Betrügern aufgesessen war, wurde dann am Montag offenkundig.

Sofort wurden Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei eingeschaltet. Tatsächlich gelang es den Finanzermittlern der Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben und den Ermittlern der Kripo Traunstein in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt dafür zu sorgen, dass das Geld auf dem britischen Konto „eingefroren“ werden konnte. Es wird in den kommenden Tagen an die geschädigte Firma zurücküberwiesen.

Für das zuständige Fachkommissariat K2 der Kripo Traunstein gehen nun die Untersuchungen unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft weiter. Denn es gilt, die Täter und Hintermänner ausfindig zu machen. 

Wie funktioniert die Betrugsmasche „CEO-Fraud“?

Die Täter nutzen Informationen, die Unternehmen in Wirtschaftsberichten, im Handelsregister oder auf ihren Homepages veröffentlichen. Sie legen ihr Augenmerk insbesondere auf Angaben zu Geschäftspartnern und künftigen Investments und geben sich dann als leitende Angestellte, Geschäftsführer oder Handelspartner aus.

Dabei fordern sie etwa über gefälschte Email-Adressen wegen einer angeblichen Unternehmensübernahme oder einer geänderten Kontoverbindung den Transfer größerer Geldbeträge auf Konten in aller Welt, häufig in osteuropäische Staaten. So konnten Kriminelle in den vergangenen Jahren Millionenbeträge erbeuten.