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"Christoph 14" rückte 2016 zu 1373 Rettungseinsätzen aus

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Punktlandung: Die Piloten von »Christoph 14« landen fast überall. Hier steht der Rettungshubschrauber oberhalb der Watzmannkinder nahe an der Ostwand. Foto: BRK BGL
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Nachrichten aus Traunstein und dem Berchtesgadener Land
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Foto: BRK BGL/Symbolbild
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Traunstein (ml) – Die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers »Christoph 14« hat 2016 zu 1 373 Einsätzen abgehoben – das sind rund 16 Prozent weniger als im Rekordjahr 2015. »Allerdings sagt die Zahl nur wenig über die Dauer und den tatsächlichen Aufwand der einzelnen Einsätze aus«, erklärt der Leitende Luftrettungsassistent Robert Portenkirchner. Oft folgte Notfall auf Notfall...


Oft folgte Notfall auf Notfall, viele komplexe Einsätze dauerten mehrere Stunden und fanden im Gebirge statt, allein 54 davon mit dem Rettungstau, das oft die einzige Möglichkeit ist, Retter zum Patienten zu bringen, wenn der Hubschrauber im steilen Gelände nicht landen kann.

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Die Hauptaufgabe der Besatzung ist, den Notarzt möglichst schnell zum Patienten zu bringen und damit auch an Orten, die sonst nicht so rasch oder gar nicht erreichbar wären, eine optimale medizinische Notfallversorgung sicherzustellen. Gerade in ländlichen Regionen mit weiten Anfahrtswegen und einem zunehmenden Notarztmangel ist »Christoph 14« oft die einzige Möglichkeit, dass ein Notarzt schnell genug beim Patienten ankommt. 2016 wurden in 600 Fällen akut Kranke und Verletzte von der Besatzung notärztlich versorgt, die dann mit einem Rettungswagen abtransportiert wurden – weil dort mehr Platz zur Versorgung während des Transports ist, weil keine akute Lebensgefahr mehr bestand oder weil »Christoph 14« bereits zum nächsten Notfall musste. »Die Leute glauben dann, dass der Hubschrauber gar nicht benötigt wurde, obwohl die Besatzung oft lebensrettende Hilfe geleistet hat«, bedauert Portenkirchner.

Weitere 546 Patienten hat die Besatzung von »Christoph 14« 2016 versorgt und auch selbst per Heli transportiert. 69-mal musste die Besatzung bereits versorgte Kranke und Verletzte von einem Krankenhaus zu Spezialkliniken fliegen.

Neben 19 sonstigen Einsätzen gab es 139 Fehleinsätze, bei denen der Hubschrauber nicht benötigt wurde und meist im Anflug wieder umkehren konnte. »Das passiert, wenn in den ersten Notrufen etwas viel schlimmer geschildert und eingeschätzt wird, als es dann tatsächlich ist, beispielsweise wenn sich ein Auto auf der A 8 spektakulär überschlägt, zig Menschen im Vorbeifahren Zeugen werden und anrufen, der angeschnallte Fahrer aber dann selbst leicht verletzt aussteigt«, berichtet Portenkirchner.

Aktuell wird das Luftrettungszentrum Traunstein erweitert. Über den jetzigen Funktions- und Sozialräumen werden neue Ruheräume für die Besatzung sowie ein Büro mit Archiv errichtet. Im Anschluss werden die bestehenden Räume modernisiert. Wenn die Ruheräume fertig sind, zieht die Crew dorthin um, damit die bestehenden umgebaut und saniert werden können, wodurch der Dienstbetrieb normal weiterläuft.

Der Rettungshubschrauber in Traunstein ist ein Gemeinschaftsprojekt: Das Luftrettungszentrum wird vom BRK-Landesverband betrieben; den Hubschrauber stellt das Bundesinnenministerium über das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zur Verfügung. Beamte der Bundespolizeifliegergruppe kommen als Piloten zum Einsatz. Die Luftrettungsassistenten werden vom BRK-Landesverband, die Notärzte vom Klinikum Traunstein gestellt. BRK BGL