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Franz Rasp, Hannes Rasp, Thomas Weber, Herbert Gschoßmann und Franz Halmich heißen die Talkessel-Bürgermeister – Georg Grabner bleibt Landrat

CSU siegt im Landkreis und in vier Gemeinden

Berchtesgadener Land – Fünf Wahlerfolge für die CSU und einen für die Freien Wähler gab es gestern im südlichen Berchtesgadener Land bei den Landrats- und Bürgermeisterwahlen. Georg Grabner (CSU) erhielt mit 58,86 Prozent der Wählerstimmen erneut das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger und darf damit seine dritte und letzte Amtszeit antreten. Ziemlich deutlich setzten sich die CSU-Kandidaten auch in den Gemeinden Berchtesgaden (Franz Rasp), Schönau am Königssee (Hannes Rasp), Bischofswiesen (Thomas Weber) und Ramsau (Herbert Gschoßmann) durch. Nur in Marktschellenberg gaben die Wählerinnen und Wähler dem Kandidaten der Freien Wähler, Franz Halmich, erneut das Vertrauen.

Der wiedergewählte Landrat Georg Grabner (2.v.r.) nahm gestern im Landratsamt die Glückwünsche der unterlegenen Gegenkandidaten (v.l.) Tilo Schöne (Republikaner), Helmut Fürle (SPD) und Dr. Bartl Wimmer (Grüne) entgegen. Foto: Anzeiger/Kastner
Herbert Gschoßmann (CSU) bleibt Bürgermeister in Ramsau. Foto: Anzeiger/Scheidsach
Triumphierte in Schönau am Königssee: Hannes Rasp (CSU). Foto: Anzeiger/Wechslinger
Setzte sich in Bischofswiesen gegen drei Kontrahenten klar durch: Thomas Weber (CSU). Foto: Anzeiger/Irlinger
Bleibt Berchtesgadener Bürgermeister: Franz Rasp (CSU). Foto: Anzeiger/Wechslinger

Seinen dritten deutlichen Wahlerfolg hintereinander fuhr der amtierende Landrat Georg Grabner ein. Mit 58,86 Prozent der Wählerstimmen verwies der 61-Jährige seine Gegenkandidaten zwar deutlich auf die Plätze, konnte aber an sein überragendes Ergebnis aus dem Jahr 2008 (65,5 Prozent) nicht anknüpfen. Helmut Fürle von der SPD blieb deutlich hinter seinem Ergebnis von 2008 (20,1 Prozent) zurück. Der Freilassinger kam diesmal nur auf 14,97 Prozent der Wählerstimmen. Zufrieden mit seinem Abschneiden war Dr. Bartl Wimmer von den Grünen. Der Berchtesgadener Arzt und Unternehmer schnitt mit stattlichen 22,81 Prozent deutlich besser ab als Grünen-Kandidat Edwin Hertlein vor sechs Jahren (9,4 Prozent). Tilo Schöne von den Republikanern kam mit 3,36 Prozent nicht einmal an sein Ergebnis von 2008 (4,9 Prozent) heran.

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Trotz seines Stimmenverlustes gegenüber der letzten Landratswahl zeigte sich Georg Grabner gestern sehr zufrieden mit dem Ergebnis. »Es gab in den letzten sechs Jahren eine Reihe von schwierigen Themen wie Autobahnausbau, Baumhausbau oder Asylbewerberunterbringung. So etwas hinterlässt Spuren und wird in der Öffentlichkeit diskutiert. Vor diesem Hintergrund bin ich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden«, so der Teisendorfer gestern unmittelbar nach Bekanntwerden des Ergebnisses. Und der 61-Jährige versprach für seine letzte Amtszeit: »Wer mich kennt, der weiß, dass ich es nicht gemütlich ausklingen lassen werde, sondern noch einmal richtig Gas geben will.«.

Franz Rasp setzt sich gegen Michael Koller durch

Große Zufriedenheit mit der Amtsführung ihres Bürgermeisters Franz Rasp herrscht in der Marktgemeinde Berchtesgaden. Der CSU-Kandidat erhielt am Sonntag 65,71 Prozent der Wählerstimmen und kann damit mit Rückenwind seine zweite Amtsperiode antreten. Gegenkandidat Michael Koller von den Freien Wählern, der erstmals für das Amt des Bürgermeisters kandidiert hatte, erhielt nur 34,29 Prozent. Nach seinem Achtungserfolg bei den Landtagswahlen, bei denen er sich für einen Sitz im Maximilianeum beworben hatte, waren Experten in Berchtesgaden zunächst von einem knappen Wahlausgang ausgegangen. Doch Franz Rasp hatte in seiner ersten Amtszeit immerhin einiges erreicht, an erster Stelle die Realisierung des Hotels »Edelweiß«, was die Bürgerinnen und Bürger nun honorierten. Über den Erfolg des 41-jährigen Rasp freute sich gestern Abend im Landratsamt, wo die Ergebnisse zentral zusammenliefen, auch Grünen-Landratskandidat Dr. Bartl Wimmer, dessen Partei den CSU-Mann im Wahlkampf unterstützt hatte.

Viele Experten hatten in Bischofswiesen, wo sich vier Kandidaten zur Wahl stellten, eine Stichwahl prophezeit. Doch die Wähler wollten keinen zweiten Urnengang und sprachen sich deutlich mit 61,75 Prozent für den CSU-Kandidaten Thomas Weber aus. Sein Vorgänger als CSU-Kandidat, Giselher Cramer, war vor sechs Jahren mit 23 Prozent nicht einmal in die Stichwahl gekommen. Umso überraschender ist das aktuelle Ergebnis. Mit dem Wahlsieg des bald 48-jährigen Großkundenmanagers und CSU-Ortsvorsitzenden ist das Bischofswieser Rathaus nach zwölfjähriger Amtszeit von Toni Altkofer (Freie Wähler) wieder in CSU-Hand. FW-Kandidat Thomas Resch holte lediglich 19,29 Prozent der Stimmen. Abgeschlagen waren Josef Angerer von der SPD mit 11,54 Prozent und Josef Stangassinger von der UBB mit 7,42 Prozent.

Schönau am Königssee bleibt in CSU-Hand

Auch die Gemeinde Schönau am Königssee bleibt in CSU-Hand. Mit Hannes Rasp hat sich der Wunschkandidat von Stefan Kurz durchgesetzt, der nach 30-jähriger Dienstzeit als Rathauschef aus Altersgründen nicht mehr antreten durfte. Hannes Rasp, der bislang Geschäftsleiter der Gemeinde war, holte 58,85 Prozent der Wählerstimmen und setzte sich damit deutlich gegen seinen Mitbewerber Richard Lenz von den Freien Wählern durch. Der 44-jährige Campingplatzbetreiber aus Königssee holte damit auch bei seiner zweiten Kandidatur nicht das Spitzenamt in der Gemeinde. Aber immerhin konnte er sich stark verbessern. Denn vor sechs Jahren musste Lenz gegen einen übermächtigen Gegenkandidaten Stefan Kurz noch mit knapp 33 Prozent der Wählerstimmen zufrieden sein.

Schellenberger stärken Franz Halmich den Rücken

In Marktschellenberg stärkten die Bürgerinnen und Bürger ihrem bisherigen Bürgermeister Franz Halmich, der vor rund vier Jahren Nachfolger des zurückgetretenen Stefan Sunkler geworden war, deutlich den Rücken. Der 49-jährige Informatiker setzte sich in turbulenten politischen Zeiten in Marktschellenberg klar gegen seine Mitbewerber durch. Auf Dr. Michael Köhler von der CSU entfielen 27,11 der Wählerstimmen, Thomas Jander von der SPD holte lediglich 7,83 Prozent. Damit hat Franz Halmich einen klaren Vertrauensbeweis der Bürgerinnen und Bürger erhalten. Die CSU in Marktschellenberg hat seit Beendigung der Amtszeit von Alfons Kandler vor sechs Jahren deutlich an Wählergunst verloren.

Keine Überraschung war das Ergebnis in der Gemeinde Ramsau, wo es mit Herbert Gschoßmann nur einen einzigen Bewerber um das Bürgermeisteramt gab. Der CSU-Politiker, der auch von den Freien Wählern unterstützt wurde, fuhr 95,52 Prozent der Stimmen ein. Der 55-Jährige darf seine zweite Amtsperiode, die wie auch bei den anderen Mandatsträgern am 1. Mai beginnt, ansteuern.

Die Wahlbeteiligung war im südlichen Landkreis mit 69,96 Prozent in Marktschellenberg am größten. Dahinter folgten Schönau am Königssee (65,62 Prozent), Ramsau (62,25 Prozent), Berchtesgaden (55,77 Prozent) und Bischofswiesen (53,63 Prozent). Ulli Kastner