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Da Oimsumma is umma

4.4
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Sennerin Christa Stöckl und Senner Hannes Ganslmaier (l.) sind auf dem Weg zum Hasenlehen. Weitere Fotos gibt es online unter www.berchtesgadener-anzeiger.de.

Ramsau – Österreichische und bayerische Bauern haben am Samstag ihre Tiere von der Kallbrunnalm ins Tal getrieben.


Die Ramsauer Bauern vom Semleitenlehen, vom Grasslerlehen, vom Kaltbachlehen, vom Hasenlehen und vom Simonlehen trieben ihre Tiere in einem fünf- bis sechsstündigen Fußmarsch über den Hirschbichl zum Hintersee und weiter in ihre heimischen Stallungen in die Ramsau. Alle genannten Bauern haben ihre Tiere mit Fuikln und Latschenboschn geschmückt.

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Von weiten war das lautstarke Glockengeläut zu hören, als sie durch das Klausbachtal kamen. Senn- und Bauersleute waren in Lederhosen und Dirndlgwander gekleidet, die Treiberstecken mit Fuiklsternen und die Hüte und Dirndlgwandblusen mit einem vergoldeten Almrausch-Zweigerl verziert.

Christiane und Evelyn Grassl sowie Steffi Rieblinger waren den Almsommer über die Sennerinnen auf dem Semleitenkaser. Jede von ihnen blieb ein paar Wochen. Rieblinger kam dafür aus dem Dachauer Hinterland her. Beim Almabtrieb waren natürlich alle drei Sennerinnen mit dabei. Auch am Hasenkaser hat man sich die Almzeit durch Teilung verkürzt. Sennerin Christa Stöckl und Hannes Ganslmaier wechselten sich ab. Senner Ganslmaier kommt ebenfalls aus Dachau und war beim Abtrieb mit dabei. Eltern, Geschwister und Freunde aus Dachau und aus dem Dachauer Hinterland kamen zum Klausbachhaus und begrüßten mit Schnaps ihre Almleute.

Den ganzen Sommer über auf der Alm war Kathi Grill vom Grasslerlehen. Der Grasslerkaser liegt am höchsten auf der Kalbrunn-alm (wir berichteten vor einiger Zeit vom Almleben der Kathi). Aus Brünning/Palling stammt Elisabeth Huber, sie war den ganzen Sommer Sennerin am Kaltbachkaser und Lisa aus dem Tegernseegebiet war die Sennerin am Simonkaser.

Bei ihrer Ankunft am Hintersee waren Mensch und Tier die Strapazen sichtlich anzusehen. Die Kälbchen mussten öfters schon einmal angeschoben werden und so manche Almkuh wich kurz vom Weg ab, um Wasser zu trinken oder ein paar Maul voll Gras zu fressen. Für das Almpersonal gab es an verschiedenen Orten wie zum Beispiel beim Gasthaus »Auzinger«, ein Schnapserl. Am Eisstand vor dem Café Gelfart am Hintersee bekamen alle Bauern, Treiber und Sennleute von Franz Preinfalk ein Eis spendiert. »Das ist ja schon Tradition«, sagte er lachend und bekam wiederum als Dank ein vergoldetes »Almrauschsteidei«. Welch ein Glück, dass alle gesund heimgekommen sind. Bernhard Stanggassinger