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»Da warme Wind vertreibt an Schnee …«

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Garanten für unverfälschte Volksmusik: die Stoaberg-Sängerinnen. Fotos: Anzeiger/Stanggassinger
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Hat extra ein Gedicht geschrieben: Sprecher Stephan Semoff.
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Konzentriertes Zitherspiel.
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Berchtesgaden - »Da warme Wind vertreibt an Schnee …«, unter diesem Motto hatten die Stoaberg-Sängerinnen und der Tourismusverband Berchtesgaden am vergangenen Freitag zu einem Frühlingssingen ins Kurhaus Berchtesgaden eingeladen. Grußworte gab es von Kongresshausleiter Josef Wenig. Besonders bedankte er sich bei den Stoaberg-Sängerinnen für die Gestaltung und Organisation dieser Veranstaltung und überreichte ihnen gleich zu Beginn drei Frühlingsblumensträuße.


Stoaberg-Sängerin Evi Angerer freute sich über einen voll besetzten Großen Saal und war froh, statt den Wiesbacher Musikanten, die krankheitsbedingt nicht kommen konnten, die Zirbelstubn-Musi aus Waging begrüßen zu können, die kurzfristig eingesprungen war.

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Moderator des Abends war Stephan Semoff vom Bayerischen Rundfunk. Er war vermutlich inspiriert von den Stoaberg-Sängerinnen, die ihr neues Lied »Frisch auf in d'schenste Jahreszeit« selbst getextet haben, und trug ein selbst geschriebenes Gedicht vor: »Die Stoaberg-Sängerinnen, sie laden heut ein, bei Musi und G'sang sich des Lebens zu freun. Mit'm Gamsbart san's kemma und mit schlanken Waden, die Spuileit und Sänger hier nach Berchtesgaden«, heißt es darin.

Angefangen haben die Hohenaschauer Musikanten mit einem Marsch und die Stoaberg-Sängerinnen sangen das Lied »Da woame Wind vertreibt an Schnee«.

Semoffs stellte jeweils die Sänger und Musikanten vor und kündigte deren Lieder und Musikstücke an. Anschließend verlas er jeweils eine Geschichte aus dem Buch von Georg Queri. Georg Queri - geboren 1879 in Frieding und gestorben 1919 in München - war ein bayerischer Heimatdichter, der am Starnberger See aufgewachsen ist und gerade mal 40 Jahre alt wurde.

Stephan Semoff brachte das Publikum mit überzeugender Mimik und gekonnter Aussagekraft zum Schmunzeln, Lachen und Applaudieren. Passend zum neu gewählten Papst erzählte er die Geschichte Queris »Wie ein neuer Pfarrer kam«, eine Geschichte mit dem Namen »Die Höll'« und die Erzählung »Von einem Jagdgehilfen, der reden kann«. Auch »Himmel aufwärts«, »Von den kalten Füaß«, »Von der Eichkatzljagd« und die »Karwoche« trug er vor.

Mehrere Frühlingslieder wie »Jetzt fangt des scheene Fruahjahr o« oder »De hohe Alm wead a scho grean« sangen die Inntaler Sänger, die in diesem Jahr ihr 55-jähriges Bestehen feiern. Abwechselnd wurde gespielt und gesungen. So brachten instrumental die Hirschberg-Zithermusi aus dem Chiemgau mit ihren Saiteninstrumenten die passende Abwechslung. Die Antoniberg-Musi überzeugte mit mehreren Stücken des kürzlich verstorbenen Schönauers Georg Eder (Friedbichl). Beeindruckend waren auch die Darbietungen der jungen Musikanten der Zirbelstubn-Musi aus Waging. Die Liebe gehört zum Frühling. Und davon sangen der Drei-Winkl-Gsang mit dem Titel »Und sie liabt scho an andern«.

In seinen Abschiedsworten bedankte sich Sprecher Stephan Semoff beim Tonstudio Martin und wies darauf hin, dass das Frühlingssingen am 5. April ab 19.05 Uhr in Bayern 1 gesendet wird. »Mir wünsch'n dir Glück« war zum Schlus ein Lied von den Stoaberg-Sängerinnen, bevor die Hohenaschauer Musikanten den »Rausschmeißer« spielten und wegen viel Applaus noch ein Weisenstück als Zugabe bliesen. Insgesamt bot das Frühlingssingen drei Stunden beste Unterhaltung mit unverfälschter Volksmusik auf höchstem Niveau. Bernhard Stanggassinger

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