weather-image
29°

Das Eis auf den Seen trägt noch nicht

3.8
3.8
Bildtext einblenden
Manche Seen im Landkreis, wie der Hintersee, frieren bereits zu. Das Betreten bedeutet aktuell aber immer noch Lebensgefahr. (Foto: BRK BGL)

Berchtesgadener Land – Winterzeit heißt Eiszeit. Derzeit frieren trotz der tagsüber milden Temperaturen langsam die heimischen Gewässer zu, vor allem in Schattenlagen wie am Hintersee – eine gefährliche Situation, denn niemand weiß, wie dick das Eis wirklich ist.


»Tragfähige Eisflächen ab einer Eisdicke von zwölf Zentimetern sind derzeit noch nicht zu erwarten. Bei den aktuell niedrigen Wassertemperaturen verliert ein Mensch, der ins Eis eingebrochen ist, innerhalb kurzer Zeit das Bewusstsein und läuft Gefahr zu ertrinken«, warnt Kreis-Wasserwacht-Chef Rudolf Schierghofer.

Anzeige

Am 21. Dezember mussten die Einsatzkräfte gegen 13.50 Uhr zum Hintersee ausrücken, wo über Notruf ein Eiseinbruch gemeldet worden war. Als die ersten Retter eintrafen, war der Mann bereits aus dem Wasser und zog sich trockene Kleidung an. BRK-Wasserwacht, Feuerwehr, Landrettungsdienst, Notarzt und Rettungshubschrauber konnten wieder umkehren.

Bisher sind nur wenige Weiher mit einer sehr weichen Eisschicht bedeckt. Der Hintersee in Ramsau friert langsam zu, aber hat noch lange keine tragfähige Schicht – trotzdem lassen sich etliche Menschen nicht abschrecken und sind bereits mit den Schlittschuhen unterwegs. »Von außen, also ohne Bohrung, kann man die Eisdicke nicht bestimmen«, erklärt der Technische Leiter der BRK-Wasserwacht im Landkreis, Siegfried Hauber. Die Retter warnen daher ausdrücklich vor den Risiken und appellieren an die Eigenverantwortung der Menschen.

Sollte man selbst ins Eis einbrechen, so empfiehlt die BRK-Wasserwacht, Panik zu vermeiden. Man sollte um Hilfe rufen, sich nicht entkleiden, und sich so wenig wie möglich bewegen, um nicht auszukühlen. Indem sich der Eingebrochene vorsichtig in Bauch- oder Rückenlage flach auf die Eisfläche schiebt, kann er langsam zum Ufer kriechen. Sollte die Eisfläche dafür zu dünn sein, muss das Eis behutsam abgebrochen werden, bis das Ufer erreicht wird. Unter allen Umständen sollte man aber vermeiden, unter die Eisdecke zu geraten.

»Wichtig ist, dass sofort alarmiert wird«, erklärt der Technische Leiter der Ortsgruppe Berchtesgaden, Franz Kurz. Unter der vorwahlfreien Notrufnummer 112 können Wasserwacht, Rettungsdienst und Notarzt angefordert werden.

Zur Rettung Eingebrochener können verschiedene Hilfsmittel in unmittelbarer Nähe des Unglücksortes verwendet werden. Genauso wie Eisleitern und Rettungsstangen können auch Bretter, Bänke, Äste, Kleidungsstücke oder schwimmfähige Seile genutzt werden; ein panischer Patient darf immer nur mit Hilfsmitteln aus dem Wasser gezogen werden, damit die Retter nicht selbst in Gefahr geraten. ml/mp