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Das Geld liegt auf den Straßen

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Straßenkunst: Eine halbe Million Euro gibt die Marktgemeinde Berchtesgaden auch heuer für die Sanierung maroder Verkehrswege aus. (Foto: Voss)

Berchtesgaden – Der Marktgemeinderat Berchtesgaden hat in seiner jüngsten Sitzung am Montagabend mit der Gegenstimme von Manfred Leubner (Grüne) beschlossen, welche Straßen und Wege heuer saniert werden. Kostenpunkt: 500 000 Euro. Die Liste, die Marktbaumeister Peter Hasenknopf vorstellte, enthält Straßen und Wege, denen anhand ihres aktuellen Zustands Prioritäten zugewiesen werden.


Außergewöhnliche Posten auf dieser Liste sind die Sanierung der Sonnenpromenade (140 000 Euro), die laut Hasenknopf bis zum Saisonbeginn abgeschlossen werden sein soll, und die Felssicherung am Lockstein, die etwa 40 000 Euro kostet. Somit verbleiben rund 320 00 Euro für Straßen und Wege. Weitere kostenintensive Maßnahmen sind im Wildmoos in der Au (28 000 Euro) am Bichlweg von der Feuerwehr bis zum Seelehen (60 000) und auf der Buchenhöhe vom »Holzkäfer« bis zur Resten (75 000 Euro) geplant.

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»Wir kommen nach«, betonte Marktbürgermeister Franz Rasp (CSU), »die Liste wird deutlich kürzer.« Über Jahre hinweg habe man jährlich eine halbe Million Euro investiert. Der Investitionsstau sei demnach aufgelöst. »Jetzt sind die Stützmauern dran«, erklärte der Bürgermeister. »Es kommt also noch einiges.«

Manfred Leubner zeigte sich mit der Auswahlmethodik gar nicht zufrieden und stimmte entsprechend gegen die Liste. »Diese Liste erfüllt ihre Funktion nicht. Ein langfristiger Maßnahmenkatalog wäre besser«, betonte er. Außerdem sei der Inhalt der Listen nicht kohärent und scheinbar beliebig. »Die Prioritäten des Jahres 2016 haben mit denen des Vorjahres nichts mehr zu tun«, bemängelte Leubner. So seien manche Straßen der schlechtesten Kategorie vier im Jahr 2015 noch gar nicht enthalten gewesen. Auch habe es signifikante Umstufungen bei den Kategorien gegeben. So sei beispielsweise der Kneifelspitzweg von vier auf drei hochgestuft worden.

Wie Bürgermeister Rasp erläuterte, arbeite die Gemeindeverwaltung bereits an einer Darstellung des rund 68 Kilometer beziehungsweise 145 Straßen umfassenden Netzes in Kartenform. Verschiedene Farben sollen dann die jeweiligen Prioritäten markieren. »Wir wollen auf zehn oder 15 Jahre strategisch planen können«, erläuterte der Rathauschef. Wann diese Kartografierung abgeschlossen sein wird, konnte Rasp nicht sagen. »Mit Sicherheit nicht mehr in 2016.«

Marktbaumeister Hasenknopf betonte, er bemühe sich stets um eine übersichtliche Darstellung der Projekte, bezweifelte aber eine Verbesserung durch Karten: »Deshalb ist auch nicht mehr Geld da.« Christian Fischer