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»Das Haus der Berge wird alle begeistern«

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Findet das Haus der Berge spitze: Bayerns Umweltminister Dr. Marcel Huber. Foto: privat

Berchtesgaden (kp/cfs) – Der Probebetrieb für das Haus der Berge startet am heutigen Freitag um 12 Uhr. Zuvor gibt Bayerns Umweltminister Dr. Marcel Huber ausgewählten Journalisten persönlich eine Führung durch das neue Umweltbildungszentrum des Nationalparks. Der »Berchtesgadener Anzeiger« sprach vorab mit dem Minister.


Herr Minister Huber, das Haus der Berge als Nationalparkzentrum soll über die Grenzen hinweg ein Anziehungspunkt für Besucher sein. Welche Bedeutung hat die Einrichtung für den Ort, aber auch für die Region?

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Dr. Marcel Huber: Bayerns Nationalparks sind Juwelen der Artenvielfalt: Allein im Nationalpark Berchtesgaden gibt es über 1 000 Tierarten, rund 1 000 Blütenpflanzenarten und etwa 2 000 Pilzarten. Enzian und Edelweiß, Steinbock, Gämse und Murmeltier sowie der stark bedrohte Auerhahn haben hier ihren Lebensraum. Mit dem Haus der Berge erhält Deutschlands einziger Hochgebirgs-Nationalpark ein einzigartiges, hochmodernes und innovatives Informations- und Umweltbildungszentrum. Wir wollen die Begeisterung für die heimische Flora und Fauna wecken - denn ohne Kenntnis kein Verständnis. Die Berchtesgadener Bergwildnis wird hautnah erlebbar - für Touristen, aber eben auch für Einheimische, für Schulklassen und Jugendgruppen. Der Erfolg gibt uns bereits jetzt recht: Das Interesse in der Region und weit darüber hinaus ist sehr groß. Das Haus der Berge ist das neue Tor in die Bergwelt, mit atemberaubenden Ein- und Ausblicken.

Welche Erwartungen stellen Sie an die neue Einrichtung? Wie viele Besucher sollen pro Jahr kommen?

Huber: Im bisherigen Nationalparkhaus waren zuletzt rund 40 000 Besucher pro Jahr. Jährlich werden im Haus der Berge 100 000 bis 150 000 Besucher aus ganz Deutschland erwartet.

Gibt es in Bayern vergleichbare Häuser?

Huber: Bayernweit gibt es zahlreiche Umweltbildungseinrichtungen, die alle ihren eigenen Charme haben. Besonders erfolgreiche Naturzentren gibt es im zweiten Nationalpark Bayerns: Das Haus zur Wildnis und das Hans-Eisenmann-Haus sind beliebte Ausflugsziele im Bayerischen Wald. Aber das Haus der Berge wird hier sicher neue Maßstäbe setzen.

Von der Idee bis zur offiziellen Eröffnung am 24. Mai mit Ministerpräsident Horst Seehofer sind rund zehn Jahre vergangen. Warum so lange?

Huber: Zunächst einmal: Ein Vorhaben dieser Größenordnung bedarf großer Sorgfalt - von der Planung bis zur Durchführung. Insbesondere hat die Suche nach einem geeigneten Standort viel Zeit in Anspruch genommen. Grundsätzlich gilt bei einem solchen einzigartigen Projekt der Grundsatz: Eine sorgfältige Planung ist entscheidend für den Erfolg. Der Bau erfolgt exakt im Zeitplan.

Im Haus der Berge wurden bereits einige neue Arbeitsplätze geschaffen. Werden weitere folgen, um künftig einen optimalen Betrieb garantieren zu können?

Huber: Von der Pflege bis zum Management kümmern sich zehn Personen um einen reibungslosen Betrieb im Haus der Berge. Das wird das Bayerische Umweltministerium auch in Zukunft sicherstellen.

Das Haus der Berge stand einst im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler. Was sagen Sie dazu?

Huber: Der Bund der Steuerzahler war von der alten Planung für das Haus der Berge ausgegangen. Das neue Konzept erfüllt den hohen Anspruch einer modernen, qualitativ hochwertigen Stätte für ein hautnahes Naturerlebnis und fundierte Umweltbildung. Die veranschlagten Gesamtkosten in Höhe von 19 Millionen Euro werden eingehalten. Investitionen in den Schutz unserer Natur machen sich langfristig bezahlt.

Optisch stößt das neue Nationalparkzentrum immer wieder auf Kritik. Nicht nur von der Architektur her, sondern auch der Tatsache geschuldet, dass die verwendeten Baumaterialien ganz bewusst dem Zahn der Zeit ausgesetzt sind. Wie gefällt Ihnen die Optik des Hauses der Berge?

Huber: Bei Kunst und Architektur gibt es keine Einheitsmeinung. Das ist auch richtig. Es gibt mindestens ebenso viele Stimmen vor Ort, die die Architektur schätzen und begrüßen. Viele empfinden das Konzept des Hauses der Berge und seine Umsetzung als stimmig. »Natur Natur sein lassen« - die Nationalpark-Philosophie spiegelt sich auch in den Materialien wieder: regional, natürlich, schlicht, aber eben auch modern und zeitgemäß. Ich bin mir sicher, das wird die Menschen begeistern.