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Das letzte Seefest?

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Die Seebühne ist ein Aushängeschild des Seefestes. Nun haben sich zwei Hoteliers der Seelände bei der Gemeinde beschwert – wegen Ruhestörung. Die Zukunft des Seefestes ist ungewiss. (Foto: Archiv/Pfeiffer)

Schönau am Königssee – Nachdem der Vorsitzende des WSV Königssee, Hannes Schneider, mit 150 Helfern seit über 20 Jahren das beliebte Seefest am Königssee durchführt, könnte das nächste in der letzten Juliwoche zugleich das letzte sein. Zwei Hoteliers am See haben sich bei der Gemeinde Schönau am Königssee wegen Ruhestörung und Geschäftsschädigung beschwert. Nachdem das Fest zuletzt fünfmal an der Seelände stattgefunden hat, soll es nun wieder zurück an den Fuß der Kunsteisbahn verlegt werden. Hannes Schneider ist enttäuscht.


Das 51. Seefest könnte das letzte sein und ist bisher noch nicht einmal gesichert?

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Hannes Schneider: Nachdem sich zwei Hoteliers an der Seelände bei der Gemeinde Schönau am Königssee durch das Seefest wegen Ruhestörung und über eine Geschäftsschädigung beschwert haben, entschlossen wir uns nach einem Gespräch mit Bürgermeister Hannes Rasp, das Seefest wieder zurück zur Kunsteisbahn zu verlegen, wo es viele Jahre stattgefunden hat.

Dorthin kommen aber weit weniger Gäste. Denn viele Touristen, die mit dem Schiff von Bartholomä zurückkommen, machen noch einen Abstecher zum Seefest direkt neben der Anlegestelle der Boote.

Schneider: Das ist richtig, da fehlt uns richtig viel Geld in der Kasse, das ja ausschließlich unserem Wintersportnachwuchs zugutekommt. Die künftigen Weltmeister und Olympiasieger werden zunächst ja auch aus unserem Topf gefördert. Der Platz an der Seelände war in den letzten fünf Jahren ideal und so feierten wir wirtschaftlich große Erfolge. Ein großer Dank geht dabei auch an die Schifffahrt und alle Anwohner um den See, die Verständnis für uns und das Seefest aufgebracht haben.

Der Platz am Fuß der Rodelbahn ist durch den großen Umbau nicht mehr der gleiche wie vor sechs Jahren.

Schneider: Jetzt führt zum Beispiel die Straße durch des Festgelände. Wir müssen uns nun wieder alles neu erarbeiten, anders planen und aufbauen. Wirtschaftlich hat der neue alte Standort erhebliche Nachteile. Wir müssen das Seefest 2015 praktisch völlig neu aufstellen, wobei auf die gut 150 Helfer eine Menge Mehrarbeit zu ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit hinzukommt.

Bisher hat Eventmanager Robert Ackermann immer kräftig mitgeholfen. Es war zu hören, dass er sich zurückzieht.

Schneider: Am 2. März fällt die Entscheidung, ob wir das Seefest überhaupt noch einmal organisieren. Die Zukunft des Festes hängt ohnehin an einem seidenen Faden, da sich Ackermann zurückziehen wird. Er hat uns in den letzten zahn Jahren mit einer Seebühne, Zelt, Beschallung, Licht und vielem mehr erheblich unterstützt.

Der Königssee-Lauf hat sich in den letzten Jahren um die Rabensteinerwand zum Malerwinkel zu einer richtigen Marke entwickelt und müsste auch wieder verlegt werden.

Schneider: Wir hatten im letzten Jahr über 200 Starter, die teilweise von weit angereist waren. Ich weiß noch nicht wie wir die Laufangelegenheit lösen.

Wie geht es Ihnen mit den beiden Hoteliers?

Schneider: Wir sind schon recht enttäuscht. Denn 150 Menschen arbeiten drei und mehr Tage ehrenamtlich für den Sportnachwuchs und dann inszenieren diese Herren so etwas. Aber das sind scheinbar die heutigen Zeiten. Wenn das Seefest nicht mehr stattfindet, gibt es auch kein Feuerwerk mehr, das in jedem Jahr Tausende Zuschauer angezogen hat. Es ist wirklich lächerlich, was da ein paar Personen anstellen. Das sind zwei Tage von 365, an denen etwas los ist. Und um 23 Uhr wird die Musik ohnehin abgeschaltet. Christian Wechslinger

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