weather-image
21°

Das Plus liegt bei über 1 Million Euro

2.2
2.2
Bildtext einblenden
Für die Bilanzpressekonferenz hatte der Leiter des Forstbetriebs Berchtesgaden der Bayerischen Staatsforsten, Dr. Daniel Müller, ein herrliches Waldgebiet ausgesucht. Zum Größenvergleich stellte sich Müller neben eine über 200 Jahre alte Fichte. (Foto: Peter)

Teisendorf – In ein herrliches Waldgebiet am Stechergraben bei Oberteisendorf hatte der Leiter des Forstbetriebs Berchtesgaden der Bayerischen Staatsforsten, Dr. Daniel Müller, zur Bilanzpressekonferenz geladen. Im Forstbetrieb wurde im vergangenen Jahr ein Einschlag im Umfang von etwas über 95 000 Festmetern Holz getätigt. Den Erträgen von 8,42 Millionen Euro stand ein Aufwand von 7,4 Millionen Euro gegenüber. Somit konnte ein Erfolg von 1,02 Millionen Euro verzeichnet werden.


Die Flächen des Forstbetriebs umfassen 28 400 Hektar, wovon 22 500 Hektar Waldfläche sind. Der Holzzuwachs liegt bei über 140 000 Kubikmetern Holz pro Jahr, wobei im abgelaufen Geschäftsjahr nur zwei Drittel des Zuwachses genutzt wurden. Obwohl der Ertrag im Vergleich zu 2014 (8,76 Millionen Euro) leicht gesunken ist, blieb der Erfolg mit 1,02 Millionen Euro (1,03 Millionen Euro) fast unverändert.

Anzeige

Wie Müller ausführte, wurde der geplante Holzeinschlag um rund 5 000 Festmeter reduziert. Damit will man die Marktsituation durch das unvorhergesehene Schadholz nach dem Sturm Niklas und das Käferholz etwas entspannen. Aus dem Holzverkauf konnten rund 6,4 Millionen Euro erlöst werden. Das entspricht einem Rückgang von 400 000 Euro, der laut Müller der angespannten Marktsituation, aber auch den schlechteren Sortimenten geschuldet war. Die freigewordenen Kapazitäten wurden für die Jungwaldpflege genutzt.

Der Forstbetrieb hat die Aufgabe, den Wald in allen Bereichen optimal zu gestalten und auch den gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden. So flossen 870 000 Euro in die Schutzwaldsanierung und -pflege sowie in die Erholungsleistungen und den Naturschutz. Dafür bekam der Forstbetrieb 730 000 Euro Fördermittel. Hinzu kamen das Wildkatzenmonitoring, das nächstes Jahr vertieft werden soll, der Ausbau des Rettungspunkt-Netzes sowie die Sanierung und Einweihung von Wanderwegen. Wie der Betriebsleiter weiter ausführte, konnte der vorgegebene Wildabschuss erfüllt werden. Und besonders positiv sei zu sehen, dass die Weißtanne im Wesentlichen unverbissen bleibe. Das zeige, dass die Hausaufgaben für die nächste Generation heute schon gemacht würden, fügte Müller an.

Der Personalstand liegt aktuell bei 59 Beschäftigten. Seit Bestehen des Forstbetriebs bedeutet das einen Rückgang um 18 Angestellte. Jedoch können laut Müller die anfallenden Arbeiten durch die fortgeschrittene technische Entwicklung mit weniger Personal realisiert werden.

Ebenso formulierte Müller die Ziele für das Geschäftsjahr 2016. Und da will der Forstbetrieb wieder einen Forstwirt ausbilden und sucht dafür noch einen geeigneten Bewerber. Der Einschlag soll zur weiteren Stabilisierung des Holzmarktes reduziert werden, wobei der Forstbetrieb weiterhin die verlässliche Belieferung aller Kunden aufrecht halten werde, wie Müller versicherte. Die konsequente Käferbekämpfung soll ebenso unvermindert fortgeführt werden wie die Schutzwaldsanierung, die Biotoppflege und die Artenschutzprojekte.

Nachdem die Bayerischen Staatsforsten und somit auch der Forstbetrieb Berchtesgaden dieses Jahr das zehnjährige Bestehen gefeiert hatten, nutzte Müller die Bilanzpressekonferenz dafür, auf die Leistungen des vergangen Jahrzehnts einzugehen. So wurden in dieser Zeit über 1,6 Millionen Bäume gepflanzt. Das seien für jeden Einwohner der Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land fast sechs Bäume, so Müller. Außerdem sind während dieser Zeit knapp 9,9 Millionen Festmeter Holz verkauft worden, was 44 900 Lkw-Ladungen entspricht, die aufgereiht eine Kolonne von Berchtesgaden bis Hamburg bilden würden.

Für die Schutzwaldsanierung wurden seither über 9,1 Millionen Euro aufgewandt. Was nach den Worten von Müller ungefähr dem Jahresgehalt von Fußballstar Robert Lewandowski gleichkomme. Nicht ganz ohne Stolz fügte Müller noch an, dass in den letzten zehn Jahren auf einer Fläche von 710 Hektar Neukulturen entstanden sind und 6,5 Kilometer Schutzzaun abgebaut werden konnten. Manfred Peter