weather-image
13°

Das »Riesending« wird verschlossen

1.7
1.7
Bildtext einblenden
Künftig kann die »Riesending«-Schachthöhle nur noch mit einer Ausnahmegenehmigung betreten werden. Foto: BRK BGL

Bischofswiesen – Der Zugang zur Riesending-Schachthöhle am Untersberg wird verschlossen. Dies beschloss der Bischofswieser Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstagabend.


Bürgermeister Thomas Weber betonte die hervorragende Zusammenarbeit bei der Rettungsaktion am Untersberg, von Bergwacht, Polizei, Höhlenforschern und allen anderen Beteiligten wie auch der Presse; der Medienrummel sei extrem gewesen, nach der Rettung am Donnerstag sei auf ihn eine Flut von Presseanrufen – nicht zuletzt einer bekannten Boulevardzeitung – zum Höhleneingang und Höhlenverschluss eingegangen, weshalb man sich zur vorzeitigen Bekanntgabe dieser Maßnahme entschlossen habe. Das Echo auf die Pläne zur Sperrung der Höhle sei durchaus positiv gewesen. Wolfgang Fegg von der CSU erklärte, als ehemaliger Bergwachtler wolle er dem Bürgermeister seinen Dank für die schnelle Reaktion aussprechen; die Bekanntgabe der Maßnahme an die Presse sei der richtige Weg gewesen.

Anzeige

Dieser Plan war bereits vor der Rettung bei einer Besprechung am Montag vergangener Woche mit Vertretern aller relevanten Stellen gefasst worden. Wie Geschäftsleiter Rupert Walch erklärte, habe es eine übergreifende Einigung gegeben, dass der Normaltourist an der Begehung der Höhle gehindert werden müsse. Die Gefährlichkeit der Höhle und ihre plötzliche Bekanntheit machten dies notwendig. Ein gänzliches Vertretungsverbot sei jedoch aus rechtlichen Gründen nicht möglich.

Die Gemeinde Bischofswiesen, auf deren Gemeindegebiet sich die Höhle befindet, könne eine Sondererlaubnis für Begehungen erteilen. Interessenten müssten einen entsprechenden Versicherungsschutz für den Unfallfall, die persönliche Eignung für die Begehung und ein gerechtfertigtes Interesse bei der Gemeinde nachweisen. Eine konkrete Versicherungssumme enthält die Regelung jedoch nicht. Man habe sich, so Weber, bewusst dagegen entschieden, da zum einen die Kosten der vergangenen Bergungsaktion noch nicht feststünden und man zum anderen keine zu hohe Hürde für die Höhlenforschung aufbauen wolle.

Paul Grafwallner, Fraktionssprecher der UBB, erklärte seine Zustimmung zu der Maßnahme. Es sei richtig, die Höhle zu verschließen, da es viele Abenteurer gebe, aber nur ein überschaubarer Personenkreis in der Lage sei, die gefährliche Höhle zu begehen. Zugleich sei es wichtig, die Erforschung der Höhle weiterhin zu ermöglichen. Der Gemeinderat erließ die entsprechende Verordnung einstimmig.

Die Bayerischen Staatsforsten hatten die Verschließung der Höhle in Auftrag gegeben. Erste Materialflüge fanden bereits am Mittwochvormittag statt, für den morgigen Freitag ist der Abschluss der Arbeiten vorgesehen. Die Zugänge werden mit Absperrungen und Hinweistafeln versehen und sollen für Fledermäuse weiterhin passierbar sein. In den nächsten Wochen soll die Höhle durch die Bergwacht Berchtesgaden von dem bei der Rettungsaktion verwendeten Material gesäubert werden. Markus Schüssler