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Das verflixte Förderformular

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Weg mit der »Elefantenhaut«: Mit dem ELER-Programm kann die Marktgemeinde Zufahrtsstraßen, wie hier die zum Hofreitlehen, kostengünstig sanieren. Vorausgesetzt, die Bürokratie spielt mit. (Foto: Marktgemeinde Berchtesgaden)

Berchtesgaden – Mit einem skurrilen Thema musste sich der Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung am Montagabend beschäftigen. Es ging um Straßen, die bereits saniert sind, Straßen, die saniert werden sollen und Förderanträge, die es noch gar nicht gibt. Aber der Reihe nach.


Die EU hat ein Förderprogramm aufgelegt, mit dem Kommunen beim Bau und der Sanierung von Zubringerstraßen zu Landwirtschaftsbetrieben unterstützt werden sollen. Dabei handelt es sich um den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Mit einem Förderanteil von 50 Prozent ist es besonders attraktiv.

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Die Marktgemeinde hat sich deshalb bereits im vergangenen darum beworben und zwei Straßen sanieren lassen. In der jüngsten Sitzung standen nun zwei weitere Projekte zur Abstimmung. Nämlich der Obergerner Weg und die Zufahrt zum Bernegg- und zum Hofreitlehen auf dem Obersalzberg.

Das Problem: Um die Förderungen dafür beantragen zu können, muss erwiesen sein, dass bereits bezuschusste Projekte abgeschlossen sind. Doch das dafür nötige Formular gibt es noch gar nicht. Was für Kopfschütteln und sarkastische Kommentare im Gemeinderat sorgte. Das Gremium hat die geplanten Straßensanierungen trotzdem beschlossen. Diese betreffen zum einen die Erneuerung zweier Hofzufahrten am Obergerner Weg für etwa 470 000 Euro, zum anderen zwei Zufahrten auf dem Obersalzberg für rund 103 000 Euro. Wie Anton Kurz, der Geschäftsleiter der Marktgemeinde, auf Nachfrage erklärte, sei ein Baubeginn noch heuer unwahrscheinlich. Die erwähnten bürokratischen Probleme würden dies verhindern. Christian Fischer