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Das Wetter als Lebensaufgabe

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Der stellvertretende Leiter der Regionalen Messnetzgruppe des Deutschen Wetterdienstes in München, Detlef Aßmann (2.v.l.), zeichnete die Bischofswieser Wetterbeobachterin Eva Krafft mit der Wetterdienstplakette des Deutschen Wetterdienstes aus. Mit der Geehrten freuten sich Bischofswiesens Bürgermeister Thomas Weber (l.) und Thomas Hirchert (r.) vom Deutschen Wetterdienst. (Foto: Wechslinger)

Bischofswiesen – Für Eva Krafft ist das Wetter weit mehr als nur ein Small-Talk-Thema. Seit 25 Jahren betreut die Bischofswieserin eine von insgesamt 2 000 Messstellen für den Deutschen Wetterdienst (DWD). Für ihr Engagement erhielt die Wetterbeobachterin gestern im Bischofswieser Rathaus vom stellvertretenden Leiter der Regionalen Messnetzgruppe des Deutschen Wetterdienstes in München, Detlef Aßmann, im Namen von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt die Wetterdienstplakette.


Detlef Aßmann überbrachte auch den Dank von DWD-Präsident Dr. Gerhard Adrian und würdigte die außerordentliche Zuverlässigkeit und Einsatzbereitschaft der Geehrten. »Eva Krafft hat 25 Jahre lang die Station betreut und täglich den Niederschlag gemessen, das Wetter in Winkl gewissenhaft beobachtet und notiert. Das reichte vom Verlauf von Gewittern und Hagelschauern bis zum winterlichen Schneetreiben. Eva Krafft hat damit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Wettervorhersage und Klimaüberwachung geleistet. Davon profitieren alle deutschen Bürger, denn die Auswirkungen des Wetters und Klimas betreffen jeden von uns«, so Aßmann in seiner Laudatio.

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Für den nationalen Wetterdienst seien Bürgerinnen wie Eva Krafft unverzichtbar, die mit Spaß am Wetter, Liebe zur Natur, einer guten Beobachtungsgabe und einem hohen Verantwortungsbewusstsein jahrzehntelang gewissenhaft das Wetter in ihrer Region überwachen, lobte Aßmann.

Neben den 1800 ehrenamtlichen Wetterbeobachtern in Deutschland gehören zu den 2 000 Messstellen auch 180 hauptamtliche Wetterwarten und Wetterstationen, die zum Teil rund um die Uhr mit DWD-Personal besetzt sind. Im Winter melden die Ehrenamtlichen in die Zentrale nach Offenbach auch Informationen zu Schneeverhältnissen vor Ort. Die so gemessenen Daten und Beobachtungen werden vom nationalen Wetterdienst dann beispielsweise für die Wettervorhersage oder Gutachten bei Wetterschäden genutzt. Die Beobachtungen helfen aber auch, den Klimawandel in Deutschland genau zu erfassen und deren Folgen besser einschätzen zu können.

Zu den Voraussetzungen für die Übernahme der verantwortungsvollen Tätigkeit einer Wetterbeobachterin gehören aber nicht nur Einsatzbereitschaft und die erforderliche Zeit, sondern auch ein geeignetes Grundstück, auf dem die Messgeräte des DWD gemäß internationalen Vereinbarungen und in ausreichendem Abstand zu Gebäuden und Bewuchs aufgestellt werden können. Christian Wechslinger