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Dem Gast die richtigen Infos geben

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Maria Stangassinger möchte, dass auch Gäste mit Handicap einen schönen Urlaub im Berchtesgadener Land verbringen können. »Barrierefreiheit ist in unserer Zeit ein Qualitätsmerkmal«, betont die BGLT-Chefin. (Foto: Voss)

Berchtesgaden – Kann ich in Berchtesgaden Urlaub machen, wenn ich mit Krücken gehen muss? Komme ich mit einem Rollator in meinem Hotel ungehindert in mein Zimmer? Damit touristische Anbieter besser auf diese und andere Fragen ihrer Gäste eingehen können, gibt es am Dienstag, 22. März, eine Informationsveranstaltung zum Thema »Reisen für Alle«. Das bedeutet, jeder Gast soll in seinem Urlaub, zum Beispiel in Berchtesgaden, tolle Erlebnisse haben, ältere oder bewegungseingeschränkte Urlauber genauso wie Familien mit Kindern. Das Ziel der Veranstaltung ist es, dass die touristischen Anbieter ihre Informationen für die Gäste verbessern, wie Maria Stangassinger, Geschäftsführerin der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH, erklärt.


»Reisen für Alle« ist ein bundesweites Kennzeichnungssystem für barrierefreie Angebote, wie die Bayern Tourismus Marketing GmbH auf der Internetseite www.daby.bayern.by erklärt. Die touristischen Leistungsträger in Bayern sollen sensibilisiert werden. Es sei wichtig, dass sie »verlässliche und verständliche Informationen« für die Gäste bereit stellen. Laut BGLT-Geschäftsführerin Maria Stangassinger gab es bereits des öfteren Schwierigkeiten in der Kommunikation zwischen touristischem Anbieter und Gast. »Zum Beispiel in der Frage: Was heißt barrierefrei?« Ein Beispiel: Für einen Gast, der einen Rollator benötigt, mache es einen Unterschied, ob er bis zu seiner Zimmertüre nur eine Stufe bewältigen oder die Gehhilfe bis in den ersten Stock tragen muss. Hier sei genaue Information wichtig. Das gelte auch im Falle, wenn jemand einen Unfall hatte und im Urlaub mit Krücken herumlaufen muss. Stangassinger fügt hinzu: »Das bedeutet für die Vermieter jetzt aber nicht, dass sie komplett umbauen müssen, sondern bei dieser Veranstaltung geht es rein um die Informationen für den Gast.« Dazu gehöre auch das Thema barrierefreie öffentliche Toiletten, oder Ausflugsziele wie die Watzmann Therme. »Die Therme hat bereits ein Siegel erhalten. Sie ist eingeschränkt rollstuhlfrei«, informiert Stangassinger.

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Nicht nur Vermieter, auch Vertreter der Behörden, vom Kongresshaus und andere touristische Anbieter im Landkreis sind zum Workshop am Dienstag, 22. März, eingeladen. Dieser findet im Kleinen Saal im Kongresshaus von 13.00 bis 16.30 Uhr statt. Die Anmeldung erfolgt per Email an marketing@bglt.de. Die Teilnehmer hören zwei Vorträge. Dr. Kai Pagenkopf von der Firma Neumann Consult behandelt in seinem Vortrag Fragen wie: Welche Gästegruppen profitieren besonders von »Reisen für Alle«? Welche wirtschaftlichen Chancen sind damit verbunden? Und wie können Potenziale im Berchtesgadener Land erschlossen werden? Nach einer Pause referiert Svenja Czehowsky von der Bayern Tourismus Marketing GmbH über »Reisen für Alle in Bayern«. Abschließend gibt es eine Diskussion mit den Teilnehmern zur Frage »Wo wollen wir hin?«

Die touristischen Anbieter haben an diesem Tag die Möglichkeit, sich für eine Begehung ihres Betriebes anzumelden, die am Mittwoch, 23. März, stattfinden soll. Bei der Begehung gibt es praxisnahe Tipps zur Verbesserung des Komforts für die Gäste. »Sepp Wenig will zum Beispiel das Kurhaus anschauen lassen«, sagt Stangassinger. Annabelle Voss