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Beim Besuch der Champignonzucht in Pöttmes beobachteten die Frauen und Männer die Ernte. (Foto: Sylvia Dumberger)

Den Pilzen auf den Sporen – Kreisverband BGL der Gartenbauvereine besucht das Altbayerische Donaumoos

Berchtesgadener Land – Eine zweitägige Lehrfahrt ins Altbayerische Donaumoos unternahm der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Berchtesgadener Land. Dabei erfuhren mehr als 40 Mitglieder aus den Vorstandsriegen der Gartenbauvereine bei einem Spargelbauern und einer Champignonzucht interessante Details über Anzucht und Ernte der beliebten Gemüsesorten. Daneben stand auch der Besuch der schönen Städte Neuburg an der Donau und Ingolstadt auf dem Programm.


Busfahrer Toni visierte den Waglerhof der Familie Gamperl in Inchenhofen an. Dort begrüßte Walter Freier die Gruppe. Er zeigte die prächtige Filialkirche in Ainertshofen, die den Namen Mariä Verkündigung trägt. Auf amüsante Weise erzählte er der Gruppe etwas über die Geschichte und die Ausstattung der Kirche. Danach versammelten sich die Besucher am Hof, um etwas über Spargel zu erfahren. Dabei durften sie leckeren Erdbeersecco probieren.

Unter anderem hörten sie, wie das vitaminreiche Gemüse angebaut, geerntet und in der Küche verarbeitet wird. Auch über Qualitätsmerkmale informierte sie der Betriebsmitarbeiter. Dann ging es an die Praxis. Einige der Mitfahrenden durften mit Spargelbesteck, Handschuhen und Kelle ausgestattet eigenhändig frische Stangen aus dem Spargeldamm stechen. Anschließend wurde das Loch wieder mit der Kelle verschlossen.

Nach der Besichtigung der Spargelschneidemaschine und einem Abstecher im Hofladen machte sich die Reisegruppe auf den Weg zum Betrieb von Bayern Champignon in Pöttmes. Der Seniorchef der Familie Schmaus führte die Besucher aus dem Berchtesgadener Land über das Betriebsgelände. Er erklärte den Gästen, wie das Substrat für die Champignonzucht aus Pferdemist hergestellt und das Pilzmyzel auf den Nährboden aufgebracht wird. Dann braucht es Zeit und immer die richtige Temperatur und Luftfeuchtigkeit, bis aus dem Substrat in den riesigen Eisenkisten die Pilze sprießen.

Wenn sie groß genug sind, ernten Mitarbeiter sie in Akkordarbeit und verpacken sie in Schalen und Kisten. Die Reisegruppe erlebte anschließend noch, wie flink die Männer und Frauen diese Handarbeit erledigen. Nach der Ernte findet das verbrauchte Substrat noch Verwendung im Gartenbau. Dafür muss es, wie schon vor der Besiedelung mit der Pilzbrut, noch einmal stark erhitzt werden, damit es keimfrei ist.

Die Besucher waren überrascht, wie viel Energie für die Champignonzucht gebraucht wird. Zum Schluss besichtigten sie die Champignonwaschanlage und schauten in den Hofladen. Die Gruppe war auch in Ingolstadt unterwegs und machte sich auf den Weg zum Klenzepark. Der Rundgang gestaltete sich jedoch zum unerwarteten Abenteuer. Denn leider war zeitgleich der Audi Triathlon Ingolstadt, was viele Absperrungen zur Folge hatte und die Reiseleiterin vor große Herausforderungen stellte.

Dennoch bekamen die Besucher unter anderem den Donausteg zum Neuen Schloss, das älteste Gasthaus Daniel, die Moritzkirche, das Liebfrauenmünster und den Apothekergarten des Deutschen Medizinhistorischen Museums zu sehen. Dieser war für die Gartler besonders interessant. Sie inspizierten genau das Sammelsurium von ungiftigen und giftigen Heilpflanzen. Diese wachsen in von Buchsbaumhecken eingefassten Beeten aufgeteilt nach Gruppen und Familien. Es finden sich unter anderem ätherische Öle, Schleime, Gerbstoffe oder Bitterstoffe. Die Besucher entdeckten auch Arten, die in der Homöopathie und Volksmedizin häufig verwendet werden. Viel Blühendes sahen sie dann auf dem Rückweg durch den Klenzepark, der für die Landesgartenschau 1992 renoviert wurde.

Auf dem Heimweg stoppte der Bus noch einmal für eine kurze Rast im Klostercafe in Weyarn, bevor die Reise wieder zurück ins Berchtesgadener Land führte.

Sylvia Dumberger