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Der 500 000-Euro-Vorplatz

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Alles neu rund um das Kongresshaus: Die Bodenbeläge werden an jene der Fußgängerzone angepasst. (Fotos: Pfeiffer)
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Die Zufahrt in die Tiefgarage soll optimiert werden. Die beiden Bäume rechts bleiben erhalten. Fünf weitere werden gefällt.

Berchtesgaden – Der Kongresshausvorplatz soll im Zuge des aktuellen Umbaus neu gestaltet werden. Rund 520 000 Euro wird die Maßnahme kosten, die am Montagabend von Landschaftsarchitekt und Stadtplaner, Professor Hermann Brenner, vorgestellt wurde.


»Vier Bäume, drei Schirme und ein bisschen Rasen – für eine halbe Million Euro? Das halte ich für sehr viel«, war die Meinung von Gemeinderat Hans Kortenacker (Berchtesgadener Bürgergruppe) nach der Vorstellung des künftigen Kongresshausvorplatzes.

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Dieser soll in einem anderen Licht erscheinen, deutlich offener, die Bäume auf dem großen Wiesenstück werden verschwinden und durch Ersatzpflanzungen im nördlichen Bereich der Wiese ersetzt. »Der Vorplatz ist eine wichtige Fläche, die neu zu gestalten ist«, weiß Brenner. So dürfen Autos in Zukunft nicht mehr vor dem Gebäude parken. Lediglich Lieferverkehr sei möglich. Eine zugeparkte Kongresshausfront wünscht sich kein Gemeinderat.

»Verbrauchte Waschbetonplatten und schlechte Lichtschächte werden verschwinden«, kündigt Brenner an. Die kleine Mauer, die rund um die Grünfläche führt und bislang gerne als Sitzgelegenheit verwendet wird, weicht ebenfalls. Ebenso die Fahnenmasten, die bislang hier zu finden sind.

Die Bäume seien in schlechtem Zustand, auch, weil sie direkt auf der Tiefgarage wüchsen und nur wenig Platz für die Wurzelbildung hätten.

Deutlich optimiert wird der Einfahrtsradius zur Tiefgarage. Busse hätten künftig weniger Probleme um die Kurve herumzukommen. Die beiden dortigen Bäume sollen laut Planer Brenner stehen bleiben. Die Behindertenstellplätze vor dem Kongresshaus werden verschwinden und nun auf dem Busparkplatz nebenan neu geschaffen.

Der Zugang zum Kongresshaus bekommt ebenfalls ein neues Gesicht. Granitplatten, vergleichbar mit jenen aus der Fußgängerzone, sollen den Boden ebnen und Kongresshausvorplatz mit Fußgängerzone in Einklang bringen. Vor dem Gebäude, das künftig straßenseitig ein Restaurant beherbergt, installieren die Landschaftsplaner drei große Schirme mit jeweils drei Metern Durchmesser. Mehrere große Sitzelemente, zwischen zehn und 15 Metern lang, plant Brenner rund um die Wiese, die zentrales Element des Vorplatzes wird. Der Tiefgaragenzugang für Personen wird neu gebaut.

Die ursprüngliche Zufahrt zum Kongresshaus wird entfallen. Mehrere Poller verhindern dann einen Zugang für Autos.

Für Fahrradfahrer wird es einen Sammelständer geben, nicht mehr berücksichtigt werden hingegen Motorradfahrer. Zum Leidwesen von Gemeinderat Hans Kortenacker, dem es ein Anliegen ist, auch zukünftig Parkplätze für Motorräder bereitzuhalten. »Diese werden sehr gut angenommen.«

Planer Brenner informierte zudem über ein geplantes Lichtkonzept, das das Haus in schöner Optik – auch nachts – erstrahlen lässt. Zusätzliche Pollerleuchten, rund 1 Meter hoch, werfen Licht auf den Rasenbereich.

Die Verwaltung des Marktes rechnet damit, dass die Zuschüsse für das kostspielige Projekt hoch ausfallen werden. »Im besten Fall sind es über 70 Prozent«, so Kämmerer Richard Beer. Als »realistische Summe« betrachtet Marktbaumeister Peter Hasenknopf die 520 000 Euro für den Vorplatz. »Es sind ja immerhin auch 3 000 Quadratmeter, die hier neu gestaltet werden müssen.«

Zum Abschluss gab es seitens des Grünen-Gemeinderats Dr. Bartl Wimmer eine spitze Bemerkung, die ihr Ziel nicht verfehlte: »Wenn man sich schon dafür entschieden hat, das Kongresshaus nicht abzureißen und stehen zu lassen, ist so eine Maßnahme natürlich notwendig.« Kilian Pfeiffer

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