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Der Blick ist nach Sotschi gerichtet

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Die Skeleton-Pilotinnen Anja Huber (l.) und Sophia Griebel teilten sich gestern am Königssee den 3. Platz in der Europameisterschaft. Huber schaffte damit gerade noch den Sprung auf den Olympiazug. Foto: dpa

Schönau am Königssee – Auf den letzten Drücker qualifizierte sich Skeleton-Pilotin Anja Huber gestern Freitag auf ihrer Hausbahn am Königssee für ihre letzten Olympischen Spiele. Mit Platz 5 im Weltcup und der Bronzemedaille in der EM-Wertung holte sie sich gerade noch das Ticket für Sotschi.


Bei dem wegen starken Schneefalls in nur einem Durchgang entschiedenen Weltcupfinale, das auch als EM gewertet wurde, kam Huber mit ihrer Mannschaftskollegin Sophia Griebel von RT Suhl in der Weltcupwertung an die fünfte Stelle, während sich Huber in der Europameisterschaftswertung wie schon im letzten Jahr die Bronzemedaille sicherte. Davor stand Huber bei Europameisterschaften viermal ganz oben und einmal rechts auf dem Siegerpodest. Auch in der Weltcupgesamtwertung kam Anja Huber an die fünfte Stelle.

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Mit ihrem fünften Rang bestätigte die Berchtesgadenerin ihre Olympianominierung, wenngleich sie die Qualifikationsnormen eigentlich nicht erfüllt hatte. Skeleton-Cheftrainer Jens Müller zeigte sich nur bedingt zufrieden, räumte jedoch Unzulänglichkeiten mit dem starken Schneefall ein. Zudem betonte Müller, dass Huber als Leichtgewicht und auch aufgrund ihrer Startnummer Nachteile hatte. Die Bronzemedaillengewinnerin von Vancouver ist erst einmal froh, in Sotschi dabei zu sein und konzentriert sich jetzt voll auf die Spiele.

»Die letzten Wochen waren nicht leicht, ich konnte teilweise nicht einmal mehr gut schlafen. Aber es liegt alles zurück und ist abgehakt. Mein Blick richtet sich jetzt voll auf Sotschi«, erklärte Anja Huber, die es sportlich richtig fand, dass die Jury den zweiten Wertungsdurchgang gecancelt hat. »Das wären keine regulären Bedingungen gewesen. Es hatte auch nicht nur mit dem Schneefall zu tun, sondern mit der Konsistenz des Niederschlags«.

Mit ihrem dritten Platz in der Europameisterschaftswertung und Platz fünf der Weltcup-Gesamtwertung zeigte sich Huber recht zufrieden. »Für mich werden Sotschi die letzten Olympischen Winterspiele sein. Ich habe mich vier Jahre lang gewissenhaft auf Olympia vorbereitet, es wäre schade gewesen, nicht dazu zu sein. Bei den Olympischen Spielen rechne ich mir schon etwas aus«, blickt die Berchtesgadenerin voraus.

Immerhin fuhr Anja Huber beim vorolympischen Test am 16. Februar des letzten Jahres in Sotschi hinter der aktuellen Königssee-Siegerin Noelle Pikus-Pace aus den USA und deren Landsfrau Katie Uhländer auf Platz drei ein. Bronze hatte sich die elfmalige Weltcupsiegerin und neunfache Medaillengewinnerin bei Großereignissen auch bei den letzten Olympischen Winterspielen in Vancouver/Whistler gesichert. So stehen die Vorzeichen auf eine Medaille in Sotschi für Anja Huber nicht schlecht. Christian Wechslinger

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Einen Gesamtbericht und Ergebnisse zum Weltcup am Königssee finden Sie im Sportteil dieser Ausgabe.