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Der »Dienstmann« am Watzmanngrat

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Ramsau - Weil er sich Sorgen um seinen »Dienstmann« machte, der ihm seinen zurückgelassenen Rucksack von der Watzmann-Südspitze nachtragen sollte, hätte ein Bergsteiger aus Norddeutschland beinahe eine Suchaktion ausgelöst. Doch der »Dienstmann« tauchte gerade noch rechtzeitig vor dem Abheben des Hubschraubers beim Watzmannhaus auf - mit dem schweren Gepäckstück.


Der Urlauber hatte von Dienstag auf Mittwoch auf der Südspitze biwakiert, die er über das Wimbachtal erreicht hatte. Beim Weitergehen Richtung Hocheck ließ er am Mittwoch aus Kräftemangel seinen viel zu schweren Rucksack in der Nähe der Südspitze zurück.

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Etwas später am Watzmanngrat traf er andere Bergsteiger, die im versprachen, den Rucksack von der Südspitze zu holen. Als Treffpunkt zur Gepäckübergabe wurde das Watzmannhaus vereinbart. Nachdem schließlich einige Stunden verstrichen waren, machte sich der gepäcklose Bergsteiger Sorgen um seinen »Dienstmann« und alarmierte die Bergwacht in Ramsau.

Ein Einsatz des Rettungshubschraubers aus Traunstein war wegen Nebels nicht möglich. Die Nebeluntergrenze lag bei etwa 1 300 Metern. Darüber herrschte traumhaftes Bergwetter. Die Bergwacht setzte sich schließlich mit der Bundespolizei auf Kühroint in Verbindung, wo zurzeit eine Luftrettungsausbildung mit eigenem Hubschrauber stattfindet. Es war geplant, den Watzmanngrat und die Watzmann-Südseite aus der Luft abzusuchen und abzuklären, ob möglicherweise ein Unfall vorliegt.

Noch bevor der Hubschrauber startete, kam vom Watzmannhaus der Anruf, dass der »Dienstmann« sich bereits zwischen Watzmann-Hocheck und Watzmannhaus befinde, wo er in Kürze erwartet werde. Der Gepäckträger hatte sich lediglich etwas verspätet. A.R.