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Der Europark will größer werden

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Ein größeres Sortiment und mehr Flächen für Präsentationen wie zum Beispiel Modenschauen fordert der Europark, daher sei eine Vergrößerung notwendig. (Foto: Hudelist)

Salzburg – Das Nein der schwarz-grünen Landesregierung zu noch mehr Verkaufsflächen will das Europark-Management nicht hinnehmen.


Der größte Konkurrent des Handels seien heute Online-Anbieter, Österreicher würden pro Jahr etwa 600 Millionen Euro bei Amazon und Co. ausgeben. »Dieser Trend wird sich weiter verstärken«, glaubt Europark-Manager Christoph Andexlinger. Der Handel sei die wichtigste Branche der Salzburger Wirtschaft mit über 25 000 Beschäftigten, die pro Jahr rund 2,9 Milliarden Euro heimische Kaufkraft erwirtschafte sowie weitere 269 Millionen insbesondere aus Bayern. Die Grünen in der Landesregierung, zuständig für die Raumordnung, bleiben beim »Nein«, ein Weiterwachsen der großen Einkaufszentren gehe zulasten von kleinen Geschäften.

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Seit der ersten Vergrößerung 2005 besitzt der Europark rund 51 000 Quadratmeter Fläche, davon werden derzeit knapp 36 000 als Verkaufsfläche genutzt. Bereits vor zwei Jahren wollte das Management 11 300 Quadratmeter Lagerfläche in Verkaufsfläche umbauen, doch vor allem die grüne Landesrätin Astrid Rössler schob einen Riegel vor. Sie sieht in den großen Einkaufszentren am Stadtrand eine existenzielle Bedrohung für die Innenstädte.

Jetzt, zwei Jahre danach, versucht es der Europark erneut und wettert, die neue Raumordnung des Landes sei eine Art Planwirtschaft und verhindere Wachstum. »Der Gesetzgeber geht davon aus, dass der stationäre Handel Schuld an der Verödung der Ortskerne ist, das ist aber falsch«, sagt Andexlinger. Der Handel sei immer da, wo die Menschen seien, gesellschaftliche Entwicklungen und politische Entscheidungen der vergangenen Jahrzehnte hätten dazu geführt, dass das Leben aus den Ortskernen verschwunden sei. Schuld an leeren Innenstädten seien auch Umfahrungsstraßen, der Wegfall von Frequenzbringern wie Gerichte und Postämtern und die Tatsache, dass immer mehr Frauen arbeiten und daher den Einkauf »auf dem Weg« erledigen wollen. Zudem seien ausreichend Parkplätze ein entscheidendes Kriterium für die meisten Kunden.

Der Online-Handel ist die größte Gefahr für Land und Arbeitsplätze

Die größte Gefahr für den Einzelhandel, egal ob in der Innenstadt oder am Stadtrand, sei heute allerdings der Online-Handel. »Dabei schafft Amazon weder Arbeitsplätze in Österreich, noch zahlt das Unternehmen hier Steuern«, so Andexlinger. Der Handel und damit auch der Europark müssten sich diesem Trend durch ein größeres Sortiment und eine bessere Präsentation der Produkte entgegenstellen. Das neue Gesetz des Landes zur Raumordnung verhindere dies jedoch durch eine »planwirtschaftliche Zuweisung von Handelsflächen«.

Durch das Nein zu mehr Fläche im Europark würde die Salzburger Landesregierung nicht den Innenstädten helfen, »sondern neben dem Internet auch Oberösterreich und Bayern, die neue Flächen zulassen«, so der Europark-Manager in Anspielung auf das von der Bayerischen Staatsregierung geplante Doppelzentrum Bad Reichenhall-Freilassing, dass auch mehr Verkaufsflächen zulässt.

Die Grünen reagieren auf den erneuten Vorstoß mit bekannten Argumenten, Salzburg verfüge europaweit über die größte Dichte an Verkaufsflächen, wenn Einkaufszentren noch weiter wachsen würden, gehe das zulasten der Innenstädte. »Dazu braucht es keine Studien, dazu reicht der Hausverstand«, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende im Landtag, Cyriak Schwaighofer. In Salzburg konzentriere sich die Kaufkraft auf die Standorte Taxham und Eugendorf, insgesamt gebe es über eine Million Quadratmeter Verkaufsflächen, also auf der grünen Wiese und in den Innenstädten. Michael Hudelist