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Kerstin Dönneweg und Markos Kouris ziehen zwölf Labrador-Babys groß

Der ganz große Wurf

Bischofswiesen – Das ist selten: Am 8. Oktober warf die knapp dreijährige Labrador-Hündin Resi mit Züchternamen Lady Evita Chacol vom Gut Kampenwand zwölf Welpen.

Welpenglück am Wandei: Resi und ihre Kleinen fühlen sich auf der Kastensteinerwand-Alm sichtlich wohl. (Foto: Wechslinger)

Darunter befinden sich sechs schwarze und sechs braune, zehn weibliche und zwei männliche. Ein brauner Rüde hat einen weißen Streifen auf der Brust, was in der Natur selten vorkommt. »Hundemama« Kerstin Dönneweg betont, dass ihre Welpen nur in sehr gute Hände abgegeben werden. Sechs sind schon weg. »Wenn die anderen kein neues Herrchen oder Frauchen finden, behalten wir sie selbst«, sagt Dönneweg.

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Bis Dezember bleibt das Dutzend noch auf der Kastensteinerwand Alm in der Obhut der Wirtsleute Kerstin Dönneweg und Markos Kouris und von Hundemutter Resi. Dann sind mit neun Wochen und »alt« genug, um in ihre neue Familien zu kommen. Den kleinen Hunden geht es in ihrem gemütlichen Zuhause sehr gut, sie fühlen sich sichtlich »pudelwohl«. Der Rassehund Labrador Retriever gilt als gutmütig und freundlich. Schärfe, Aggressivität oder Scheu gegenüber Menschen sind dem Labrador fern. So ist auch »Resi« bei der ersten Begegnung zutraulich, auch wenn man in die Nähe ihrer Jungen kommt.

»Das war jedoch in den ersten Tagen nicht so«, erklärt Dönneweg, denn da wollte sie niemanden zu nahe an ihre Kleinen lassen. Jetzt lassen sich die Welpen streicheln und nagen mit ihren spitzen Zähnen zärtlich an den Fingern. Kouris hat extra einen Laufstall angefertigt, damit die Jungen auch den nötigen Auslauf haben. Wenn Hundemutter Resi in den Laufstall kommt, hängen gleich alle zwölf an ihren Zitzen.

»Wir sind seit fast einem Monat jede Nacht zwei- bis dreimal auf, um die Hunde zu füttern«, sagen die Wirtsleute, die jedoch eine Riesenfreude mit ihren Schützlingen haben. Weil sie ganz nebenbei auch noch ihr Gasthaus betreiben sind Dönneweg und Kouris froh, dass sich die ehemaligen Skispringerinnen Ann-Kathrin und Eva-Maria Strauch rührend um den Hundenachwuchs kümmern.

Wehen im Morgengrauen

Alle zwölf Welpen haben ein Halsband, auf dem ihre bayerischen Namen stehen. Nachdem der Superwurf prächtig gedeiht, müssen die Halsbänder immer wieder überprüft und gelockert werden. Dönneweg und Kouris sind froh darüber, dass sie den ganzen Wurf durchgebracht haben. Ganz einfach war das nicht. Bei Resi haben im Morgengrauen des 8. Oktober die Wehen eingesetzt, erst am Nachmittag um 16 Uhr ist das zwölfte Hundebaby aus Resis Bauch gekommen: »Ich habe mitbekommen, dass mit Resi etwas nicht stimmt und habe Kerstin geweckt. Um 5 Uhr ging es mit den Wehen los, die ersten drei Welpen sind nach 6 Uhr schnell auf der Welt gewesen. Resi wollte jedoch nicht aus ihrem kleinen gemütlichen Körbchen in die vorgesehene Wurfkiste. Da haben Kerstin und ich die frisch geborenen Welpen genommen und so ist Resi mitgekommen, um die weiteren Welpen in der Wurfkiste auf die Welt zu bringen.«

»Ich dachte, das Kleine sei tot«

Als Resi während der Geburt ins Freie musste, gebar sie den neunten Welpen sogar in einer Wiese. Kerstin wickelte das kleine Ding in ein Handtuch und brachte es in die Wurfkiste, wo es Resi sofort abgeleckt und wie alle anderen sauber gemacht hat. »Ich dachte schon das Kleine sei tot, aber auf einmal hat es sich wieder gerührt«, freut sich Dönneweg. Kouris ergänzt, dass Resi ab dem zehnten Wurf am Nachmittag bereits sehr erschöpft war und er nach Anweisung der Tierärztin mit einem Handtuch den Geburtsvorgang unterstützt hat. Um 16 Uhr war endlich der zwölfte und letzte Welpe geworfen.

Unter den zukünftigen Besitzern der kleinen Rassehunde ist übrigens auch der Inhaber der Kastensteinerwand-Alm Hans Rosenberger aus Fridolfing, der gleich zwei Welpen nimmt, einen braunen und einen schwarzen. Christian Wechslinger