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Der gerettete Rehbock

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Ein junger Rehbock hatte sich verfangen. (Fotos: privat)
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Ein Jungjäger und Tierarzt Dr. Manfred Weindl (r.) retteten ihn.

Schönau am Königssee – Warum der Rehbock mit seinem Gehörn in den Weidezaun in Schönau am Königssee geriet, kann sich Tierarzt Dr. Manfred Weindl im Gespräch mit dem »Berchtesgadener Anzeiger« auch nicht erklären. Das Plastiknetz hatte sich am Gehörn verfangen. »Das Tier hatte keine Möglichkeit, da wieder herauszukommen«, sagt er. Das Sechsergehörn des Rehbocks ließ es nicht zu, dass sich das Plastikknäuel von selbst entwirrt.


Wie wild sprang das Reh herum, hatte Todespanik, überschlug sich – und war schließlich außer Atem. »Das hätte tragisch ausgehen können«, weiß Weindl. Allerdings waren die Nachbarn aufmerksam und hatten das etwa fünf Jahre alte Tier schnell entdeckt, da sich das Schauspiel in unmittelbarer Nähe zu einem Wohnhaus abspielte. Sie informierten sowohl Tierarzt als auch Jäger.

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Die Rettung gestaltete sich schwierig, berichtet Manfred Weindl. Denn der Rehbock war außer sich, wenn auch nach kurzer Zeit fix und fertig. »Wir wollten eine Betäubung umgehen.« Jäger und Tierarzt mussten den wilden Rehbock gemeinsam bändigen, eine Narkose konnte auf diese Weise vermieden werden.

Das Plastiknetz hatte sich am Gehörn verfangen, »mit den Fingern konnte ich es nicht mehr lösen«, so Weindl. Mit einer Schere entfernte Weindl das Plastik, der Rehbock blieb unverletzt – und flüchtete ohne Verschnaufpause. Glück im Unglück hatte der tierische Jungspund dennoch: Eine naheliegende Straße, generell wenig befahren, überquerte das Tier im »Affenzahn«, ohne zu bemerken, dass sich ein Fahrzeug näherte. »Das waren nur wenige Meter, die die beiden trennten«, erinnert sich Weindl. Einen Unfall mit dem Pkw hätte der gestresste Rehbock wohl nicht mehr überlebt. Er flüchtete in einen angrenzenden Wald. Kilian Pfeiffer