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Der »Goldene Bär« ist wieder da

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Peppi Haslinger ist heilfroh, dass sein gestohlener »Goldener Bär« wieder aufgetaucht ist. Wer den Bären entwendet hatte, ist jedoch nicht bekannt. (Foto: privat)

Berchtesgaden – Der Bär ist wieder da. Vor drei Wochen ist der »Goldene Bär« vom gleichnamigen Gasthaus plötzlich verschwunden. Gastwirt Peppi Haslinger war ratlos. Eine Passantin hatte noch am helllichten Freitag beobachtet, wie Arbeiter das Schild und den Bären abgebaut haben. Doch keiner hat sich etwas dabei gedacht, schließlich konnte dies auch ein Arbeitsauftrag gewesen sein. Fast drei Wochen blieb der Bär verschwunden. Doch am Donnerstag lagen der Bär und das Schild auf einmal in der Nähe von Haslingers Haus am Schablweg in Maria Gern auf einem Schneehaufen.


Robert Brandner holte den wiedergefundenen Bären ab. Er hatte von Haslinger bereits vor dem Verschwinden den Auftrag bekommen, dem Bären wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Brandner kennt einen Künstler, der noch das alte Handwerk des nicht ungefährlichen Feuervergoldens beherrscht.

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Der Künstler wird dem Bären wieder das Aussehen verleihen, das Robert Brandner noch aus seiner Kinderzeit kennt: »Meine Mutter musste mit mir immer am Goldenen Bären vorbeigehen, weil er so schön in der Sonne geglänzt hat.« Der Glanz ist in den vergangenen Jahrzehnten etwas verschwunden. Der Künstler wird ihn wieder vergolden und glänzend polieren. Der 1,20 Meter lange und 75 Zentimeter hohe Bär sei feuervergoldet und kupfergetrieben recht leicht. Geschaffen wurde das Markenzeichen des Gasthauses »Goldener Bär« in den 30er-Jahren von Bildhauer sowie Gold- und Silberschmied Professor Hermann Wandinger aus Dorfen.

Peppi Haslinger, der noch nicht weiß, wer den Bären vorübergehend an sich genommen hat, freut sich riesig, dass das Wappentier wieder da ist. Schließlich war der »Goldene Bär« über 80 Jahre lang ein gerne gesehenes Traditionszeichen im Markt Berchtesgaden. »Jetzt kann ich mir die Ausschreibung für eine Neuschaffung sparen und der Bär wird wieder den rechten Glanz erhalten«, ist sich Haslinger sicher. Christian Wechslinger