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»Der Jack ist der Captain, der Jack fährt voraus«

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Jack mit Mac: Captain Jack und sein McLaren MP4 12C. (Foto: privat)
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Boliden in Pose: Beim Jack-Supercar-Adventure sind leistungsstarke Traumwagen verschiedener Nobelmarken dabei. (Fotos: privat)

Berchtesgaden – Jack is back. Am Samstag, 25. August, macht Captain Jack alias Bernhard Schraml mit seinem Jack-Supercar-Adventure wieder Station in Berchtesgaden. Der Kolbermoorer ist im Talkessel bestens bekannt. Denn mit seinen berühmten Touren für Supersportwagen begeistert er Autofreaks aus nah und fern. Doch wer verbirgt sich unter dem ulkigen Piratenkostüm? Der »Berchtesgadener Anzeiger« fragte nach.


Herr Jack, wer sind Sie eigentlich?

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Captain Jack: Ich bin Bernhard Schraml, genannt Captain Jack.

Und wo kommen Sie her?

Bernhard Schraml: Ich wurde am Chiemsee geboren und wohne jetzt in Kolbermoor. Ich bin 35 Jahre alt und Maschinenbauingenieur. 

Warum machen Sie nur Autoveranstaltungen und keine mit Motorrädern oder Rennbooten?

Schraml: Der Grund dafür liegt in meiner Kindheit. Da wurde ich stark geprägt. Und zwar von meinem älteren Bruder, der Mechaniker bei Porsche war. Deshalb war ich schon früher immer bei Porsche-Rennen dabei. Wenn man mit diesem Virus einmal infiziert wurde, bekommt man ihn nicht mehr heraus.

Ihr Team und Sie sind einmal im Jahr auf dem Roßfeld. Wird das nicht irgendwann langweilig?

Schraml: Genau deshalb kommen wir ja nur einmal. Damit es nicht langweilig wird. Und wir wollen den Anwohnern und Gästen schließlich auch nicht auf die Nerven gehen. Denn uns ist sehr wohl bewusst, dass das Roßfeld ein Naturschutz- und Erholungsgebiet ist.

Worin liegt dann der Reiz des Roßfelds für Sportwagenfahrer.

Schraml: Es ist seine Geschichte im Rennsport, seine Historie. Dieser Mythos des Roßfeldrennens. Wir fühlen uns dann wie die Fahrer damals. Wir sind in diesem Modus drin und können plötzlich den Enthusiasmus, den die Teilnehmer damals empfunden haben, nachvollziehen.

Gibt es ein Auto, das Sie unbedingt mal auf dem Roßfeld fahren möchten.

Schraml: Ich würde dort gerne einmal einen Oldtimer fahren. Und zwar einen Rallyewagen, den Walter Röhrl einmal gefahren hat. Zum Beispiel einen Audi Quattro. Auf alle Fälle muss das Fahrzeug kultig sein.

Welche Autos haben Sie derzeit in Ihrem Fuhrpark?

Schraml (lacht): Porsche 718 und einen McLaren MP4 12C als Showcar.

Den McLaren fährt Captain Jack häufig, oder?

Schraml: Ja, das stimmt. Ich muss den Spagat zwischen Jack und Bernhard meistern. Die Figur des Jack hat einen Hype ausgelöst, das ist meine Marke. Der Jack ist der Captain, der Jack fährt voraus. Und das macht er natürlich in einem Supersportwagen. Und zwar mit einem ganz, ganz exotischen. Das ist Promotion, das ist Show, das wollen die Leute halt. Aber ich bin nicht der Jack aus der Karibik. Ich bin der Jack aus dem Chiemgau. Der ist authentisch, der redet bairisch.

Als normaler Autofahrer hat man ein bestimmtes Bild von Sportwagenfahrern im Kopf. Reich, extravagant, großkotzig. Wollen Sie dieses Klischee eher bestätigen oder bewusst vermeiden?

Schraml: Es gibt ganz unterschiedliche Typen. Natürlich auch bei Supersportwagenfahrern. Deshalb biete ich ganz unterschiedliche Veranstaltungen an. Wer zu Captain Jack kommt, weiß, was ihn erwartet. Ein cooles Feeling für eine spezielle Zielgruppe. Das ist auch durch die Promotion dafür klar. Durch das Marketing ist bei jeder Veranstaltung klar, welches Flair sie bietet und welcher Kundenkreis angesprochen wird.

Haben Sie Angst vor ernsthaften Unfällen?

Schraml: Angst ist gut. Denn dann ist man vorsichtiger. Angst ist ganz wichtig. Vorsichtiges, rücksichtsvolles Fahren ist für uns als Supersportwagenbesitzer essenziell. Uns ist klar: Hey, wir haben ein sehr schnelles Auto. Deshalb fahren wir rücksichtsvoll. Das möchte ich auch Außenstehenden klarmachen. Schließlich habe ich eine Vorbildfunktion.

Denken Sie beim Fahren an den aktuellen Spritverbrauch?

Schraml (lacht): Nein. Und auch nicht an den Reifenabrieb.

Autofahren hat in den vergangenen Jahren einen immer schlechteren Ruf bekommen. Welchen Trend beobachten Sie im Sportwagensegment?

Schraml: Die Autoverliebtheit war immer gleich. Aber sie ist anders geworden. Man sucht sich nicht mehr die großen Events aus, wo Hunderte von Menschen vor Ort sind. Auch die klassisch maskulinen Vergleiche bei PS-Zahl, Höchstgeschwindigkeit oder fahrerischem Können sind nicht mehr gefragt. Man sucht sich Veranstaltungen aus, bei denen man sich mit Gleichgesinnten treffen und austauschen kann. Eine ganz große Rolle spielt auch Exklusivität. Es gibt also ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl, aber in kleineren Gruppen. Qualität statt Quantität. Christian Fischer