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Der Kaspar hat's nicht leicht

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Durch Eis und Schnee: Die Marktschellenberger Sternsinger sind bei jedem Wetter unterwegs. (Fotos:Stanggassinger)
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Schön stillhalten: Manfred Wenger wird schwarz.

Marktschellenberg – Manfred Wenger ist der einzige männliche Sternsinger in Marktschellenberg. Der Bub vom Pfeffererlehen ist als Kaspar unterwegs. Doch nachdem ihm seine Mama Steffi sein Gesicht schwarz angemalt hat, kennt ihn eh keiner mehr. »Das ist nicht schlecht«, sagt der junge Sterndeuter.


Zwei Tage waren die Marktschellenberger Sternsinger unterwegs. Einen Tag im Markt und einen Tag in der Scheffau. Manfred Wenger kam mit seinen Kolleginnen ganz gut klar. »Ich hab' die Kasse und ich setz mich durch gegen die Weibsbilder«, stellt Manfred klar. »Wir haben auch oft eine Riesengaudi.« Denn als Sternsinger erlebt man so einiges. Zum Beispiel, als ein Hausherr so aufgeregt war, als die Sternsinger kamen, dass er seinen Haustürschlüssel nicht gefunden hat. »Wir konnten vor Lachen fast nicht mehr singen«, erinnert sich Manfred.

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Oft freuen sich die Hausbewohner so sehr über den »heiligen« Besuch, dass sie ihn gar nicht mehr gehen lassen wollen. »Einmal bat uns eine Frau in ihre Stube und erklärte eine Stunde lang ihre Krippe«, lacht der Sternsinger. Bei vielen Häusern sei es außerdem Pflicht, den Christbaum in der Stube anzuschauen. Lustig sind auch die verschiedenen Klingeltöne der Haustürglocken. »Wenn eine besonders komisch tut, will jeder läuten und dann drücken wir alle fünf mal drauf«, weiß Manfred.

Als der Manfred so erzählte, fallen auch seiner Mutter Geschichten vom Sternsingen ein. Sie ging zehn Jahre lang immer die gleiche Strecke. Als sie schon ein bisschen älter war, bekam sie mal einen Schnaps. »Da war der Teufel los« lacht sie. Aber ein wenig Spaß darf schon dabei sein. Darin sind sich Mutter und Sohn einig. Bernhard Stanggassinger