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Der klingende Schlussstein

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Das ökumenische Orgelteam (v.l.) Monika Nestle und Dr. Elke Michel-Blagrave ließen abwechselnd die neue Truhenorgel erklingen.
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Orgelbaumeister Josef Maier erklärte die einzelnen Register der neuen Orgel. Er hat das Innenleben hergestellt, während die Schnitzschule für den Orgelkasten verantwortlich war. (Fotos: Merker)

Schönau am Königssee – Mit der Übergabe der neuen Truhenorgel in der Hubertuskapelle an die Gemeinde ist die Renovierung der evangelischen Kirche in Unterstein abgeschlossen. Bevor sie am Sonntag in einem festlichen Gottesdienst eingeweiht wurde, war am Samstag ihre Vorstellung erfolgt. Dabei konnten sich die Anwesenden, unter ihnen auch Bürgermeister Hannes Rasp, vom Wohlklang und der guten Akustik überzeugen.


Ist von einer Orgel die Rede, denkt man unwillkürlich an ein großes Instrument mit gestaltetem Orgelprospekt und Hunderten von Pfeifen. Diese Vorstellung hatte wohl auch das evangelische Landeskirchenamt in München, wie Pfarrer Peter Schulz bei seiner Begrüßung erzählte, das die entsprechenden Pläne einforderte. »Irgendwann haben auch sie eingesehen, dass es bei dieser Orgel schlichtweg nicht nötig ist.« Denn die Orgel in Unterstein ist eine kompakte Truhenorgel, die ganz der Größe und dem Bedarf der Hubertuskapelle angepasst ist.

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»So eine Orgel bedarf kirchlicherseits vieler Genehmigungen, ohne dass dabei von landeskirchlicher Seite Geld kommen würde«, so der Pfarrer. Die 32 000 Euro für ihre Anschaffung musste die Gemeinde selber stemmen. »Daher geht mein großer Dank an die Berchtesgadener Landesstiftung und auch an das Kultusministerium, die die Anschaffung großzügig unterstützt haben.« Besonders den vielen Spendern aus der Gemeinde dankte Pfarrer Schulz.

Für die Landesstiftung überbrachte das Mitglied des Stiftungsrates, Altbürgermeister Stefan Kurz, die Grüße von Landrat Georg Grabner. »Es freut mich sehr, dass dies nun der Abschluss der Renovierung ist, die ich jahrelang als Bürgermeister begleiten durfte. Die Hubertuskapelle ist ein richtiges Juwel geworden«, so Kurz.

Der mit der Renovierung und der künstlerischen Gestaltung beauftragte Architekt Wolfgang Schulze erklärte, dass sich die Gestaltung der Orgel formal an den neuen Elementen wie Altar und Ambo orientiere. »Es werden besondere technische Anforderungen an eine Orgel gestellt. Zusammen mit der Schnitzschule wurden für das Gehäuse Entwürfe erstellt und dann in der Schule umgesetzt. Der Gesamteindruck der Kapelle hat in ihrer Schlichtheit enorm gewonnen.«

Die Schreinerklasse von Rochus Sebold – besonders Nikolaus Huber – hat den Entwurf für das Gehäuse während des fachpraktischen Unterrichts in Ahornholz umgesetzt. Das komplizierte Innenleben hat Orgelbauer Josef Maier aus Lindau angefertigt. Er übernahm die Vorstellung der einzelnen Register.

Nachdem die beiden Organistinnen, Dr. Elke Michel-Blagrave und Monika Nestle, bisher die musikalische Umrahmung vorgenommen hatten, übernahm nun Kirchenmusikdirektor Matthias Roth die Orgelbank und ließ auf der Orgel die fast vier Register erklingen, die Orgelbaumeister Maier im einzelnen erklärte. »Die Grundstimme liefert den weichen Grundton. Eine Oktave darüber liegen die Vier-Fuß-Pfeifen, die an Kinderstimmen erinnern. Zusammen mit den Prinzipalpfeifen bilden diese drei Register den Tonumfang für das klassische Kirchenlied.« Das nächste Register ist nur ein halbes, aber hier wurde nicht gespart, sondern es gibt dem Musiker die Möglichkeit, die Melodie hervorzuheben. Voller Klang und dabei doch den Raumverhältnissen angepasst, fügt sich die neue Truhenorgel optisch und akustisch wunderbar in die Hubertuskapelle ein. Christoph Merker

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