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Der Landkreis bekommt eine »gewichtige« Behörde

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Stimmkreisabgeordnete Michaela Kaniber ist erleichtert, dass Heimatminister Markus Söder das Berchtesgadener Land mit einer Behörde und 50 Arbeitsplätzen bedacht hat. (Foto: privat)

Berchtesgadener Land – Das Berchtesgadener Land ergatterte das Bayerische Landesamt für Maß und Gewicht. Nicht nur glücklich, sondern »erleichtert, wirklich erleichtert« war gestern die Stimmkreisabgeordnete des Berchtesgadener Landes, Michaela Kaniber (CSU) im Gespräch mit der Heimatzeitung: »Oberbayern hat nur wenige Stellen bekommen, 253, und davon wir immerhin 50.« In welcher Kommune die Behörde angesiedelt wird, ist noch völlig offen, auch wenn vielerorts von Berchtesgaden die Rede war. Es war eine Verwechslung mit dem Landkreis. Insgesamt 2 225 Posten will die Bayerische Staatsregierung aus München verlagern, um strukturschwache Regionen zu stärken (siehe auch Bayernteil). Dazu kommen 930 Hochschulplätze.


Das Bayerische Landesamt für Maß und Gewicht hat die Fachaufsicht über die bayerischen Eich- und Beschussämter. Und die Beschussämter führen sowohl Waffen-, Böller- und Munitionsprüfungen als auch Materialprüfungen durch.

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»Das passt ganz gut zu uns«

»Das passt ganz gut zu uns, weil wir viele Schützen und Jäger haben«, meint eine unüberhörbar glückliche Michaela Kaniber am Telefon gegenüber dem »Berchtesgadener Anzeiger«, direkt nach der Bekanntgabe der Pläne durch Heimatminister Markus Söder. Bis zuletzt hatte die Bayerische Staatsregierung ein Geheimnis um die Details der groß angelegten Behördenverlagerung gemacht, damit ihr nur ja kein Abgeordneter oder Landrat mit seinen Begehrlichkeiten die Pläne durchkreuzt.

Großer Gewinner ist Söders Heimatbezirk Franken. Nach Oberfranken kommen 918 Arbeitsplätze, davon 418 Beschäftigte und 500 Studierende. Unterfranken erhält 346 Behördenarbeitsplätze. Niederbayern bekommt 395 Beschäftigte, Oberbayern 253. Dort schnappte sich Mühldorf (141) den Löwenanteil. Der Landkreis Traunstein muss sich mit einem sogenannten BayernLab, einer IT-Zentrale mit fünf Dienstposten begnügen. Das Berchtesgadener Land liegt mit 50 Stellen deutlich darüber.

Wo das Amt für Maß und Gewicht künftig im Berchtesgadener Land seinen Sitz haben wird, ist noch offen. »Wir müssen genau prüfen, welche Kommune die Behörde gut brauchen kann, wo sie gut erreichbar ist und wo beziehungsweise welche passenden Immobilien der Freistaat hier zur Verfügung hat«, sagt Kaniber und kündigt Gespräche mit Landrat Georg Grabner an.

Erste Meldungen, wonach Berchtesgaden den Zuschlag kriegt, dementiert die Stimmkreisabgeordnete im Bayerischen Landtag und erklärt: »Berchtesgaden wird oft in München mit dem Berchtesgadener Land verwechselt.«

Bei aller Freude erinnert Kaniber auch daran, dass ein Behördenumzug ein »sensibler Prozess ist« und deshalb dauern kann. »Die Verlagerung ist weit gedacht und geplant. Sie kommt nicht von heute auf morgen und es heißt nicht, dass Personal umziehen muss. Wir können die normale zeitliche Personalfluktuation nutzen, sodass sich dann auch Leute aus dem Berchtesgadener Land bewerben können.«

Landrat Grabner freut sich

Landrat Georg Grabner (CSU) freut sich dennoch auf mögliche Neubürger. »Es kommen nicht nur hoch qualifizierte Arbeitsplätze in den Landkreis, sondern mit den Mitarbeitern auch deren Familien.« Er spricht von einem »Signal für einen Aufbruch« und von einem »deutlichen Zeichen, dass uns die Staatsregierung mit unseren Sorgen und Anliegen nicht alleine lässt«.

Gleichzeitig fordert er, dass diesem »Impuls« weitere folgen müssen und präzisiert: »Wir müssen uns mit der Staatsregierung zusammensetzen, wie wir Betriebserweiterungen und -ansiedlungen erleichtern können.« Konkret fordert er wichtige Entscheidungen ein, zum Beispiel, wie nun die Autobahn 8 im Bereich Piding künftig verlaufen soll. »Wir müssen ja wissen, wo man Betriebe ansiedeln kann.« ze