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Der »Maddin« is im »Playboy« drin

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Schön stillhalten: Martin Hallinger rasiert einen Kunden. (Foto: 31plus)

Berchtesgaden – Der Barbershop des Berchtesgadener Friseurs Martin »Maddin« Hallinger hat vom Männermagazin »Playboy« eine hohe Auszeichnung erhalten. So zählt Hallingers »Haarschneiderei« zu den besten 100 Barbershops in Deutschland. Der »Berchtesgadener Anzeiger« sprach mit Hallinger über Männlein, Weiblein und Stierschädel an der Wand.


Herr Hallinger, haben Sie damit gerechnet, dass Sie mal im »Playboy« sein werden?

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Martin Hallinger (lacht): Würden Sie damit rechnen?

Nein. Aber bei Ihnen ist es jetzt soweit.

Hallinger: Im »Playboy« war schon alles Mögliche drin. Aber noch nie ein Berchtesgadener Bader. Es wurde Zeit.

Warum haben Sie diese Auszeichnung erhalten. Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Hallinger: Ich habe viele treue Kunden. Bereits vor 15 Jahren habe ich damit begonnen, den Herrenbereich auszubauen. Und dann hat sich das entwickelt. Wahrscheinlich auch deshalb, weil ich in den sozialen Medien sehr aktiv bin.

Wo kommen Ihre Kunden her?

Hallinger: Etwa 60 Prozent kommen aus dem Berchtesgadener Land. Ich habe aber auch viele Kunden aus München, Rosenheim und Traunstein. Auch aus Salzburg kommen einige.

Seit einigen Jahren gehen Männer wieder gerne zum Friseur. Woher kommt der Hype um die Barbershops?

Hallinger: Von exakt zwei Friseuren: Schorem in Rotterdam und Barbershop Lissabon. Die haben vor 15 Jahren damit begonnen, sich auf Männer zu konzentrieren. Von ihnen stammt der Stil der Barbershops, wie man ihn heute kennt. Die Wiederkehr der Pomade haben wir übrigens Schorem zu verdanken, der eine eigene Marke ins Programm nahm. Schorem hat zwölf Friseure. Und 1,1 Millionen Freunde auf Facebook.

Warum haben Sie einen separaten Barbershop?

Hallinger: Ein Damenfriseur und ein Herrensalon sind zwei völlig verschiedene Sachen. Und ein Barber, ein Bader, ist nichts anderes als ein Herrenfriseur. Früher waren die Bereiche für Herren und Damen getrennt. Ende der 70er kam es dann groß in Mode, alles zusammenzulegen. Aber, ich habe nach einigen Jahren gemerkt: Heh, das geht nicht. Männer und Frauen gehen sich beim Friseur gegenseitig auf die Nerven. Deshalb habe ich das wieder getrennt. Denn Frauen wollen nicht, dass ihnen ein fremder Mann dabei zuschaut, wenn ihnen die Haare gewaschen werden. Genauso wenig will sich ein Mann lustige Sprüche anhören, wenn er sich rasieren lässt.

Dafür will er beim Friseur Whisky trinken?

Hallinger: Ja. Das kam halt noch dazu. Die Getränke, die Lässigkeit. Stierschädel und Blechschilder an der Wand. Wobei es auch früher schon Friseurläden mit Bewirtung gab.

Sind Ihre Kundinnen neidisch auf die Männer?

Hallinger: Nein. Die gratulieren mir. Im Damensalon ist es genauso lässig. Nur halt anders... Die Mädels wollen unter sich bleiben. Manchmal fühle selbst ich mich schon wie ein Störfaktor. Da denke ich mir: Jetzt wäre ich lieber ein Weibi.

Was ändert sich nach der »Playboy«-Auszeichnung?

Hallinger: Das ist eine geile Image-Geschichte. Aber mehr wie arbeiten können wir auch nicht. Christian Fischer