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»Der Mensch ist zu sauer«

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Auf die Gesundheit (v.l.): Gertraud Hüttinger, Dr. Anneliese Heidegger und Bürgermeister Franz Halmich. Foto: Anzeiger/Marschner

Marktschellenberg – In Marktschellenberg dreht sich wieder zwei Wochen lang alles um die Gesundheit und ums »basisch« werden. Ziel der Gesundheitswochen, die von Dr. Anneliese Heidegger professionell durchgeführt werden, ist, seinen Gesundheitszustand zu verbessern und dabei eigene Ernährungsgewohnheiten zu überdenken.


Bereits seit 1982 gibt es die Marktschellenberger Gesundheitswochen. Über 15 Jahre hat sie zunächst Dr. Anneliese Heidegger geleitet. Ihr Nachfolger war Dr. Ralf Kaukewitsch. Als Dr. Kaukewitsch aus privaten Gründen die Leitung abgeben musste, übernahm Dr. Heidegger im vergangenen Jahr erneut das Ruder. Beim Eröffnungsabend am Freitag deutete sie aber an, nächstes Jahr zurücktreten zu wollen, sollte sie einen engagierten Nachfolger finden.

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»Der Mensch ist zu sauer.« Mit diesen Worten begrüßte die flotte 78-Jährige das Publikum. Sie erläuterte den gut 35 Zuhörern im Pfarrsaal die Folgen der Übersäuerung: Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Depression, Blähungen, Bauchschmerzen. Die Liste der Symptome der Übersäuerung ist lang. Falsche Ernährung sowie Stress und Hektik im Alltag sind oft Auslöser dieser Übersäuerung, aber auch übertriebener Sport kann dazu führen. »Die Männer wollen immer Aktion, Aktion, Aktion«, witzelte Heidegger und betonte, dass es wichtiger sei, regelmäßig Sport zu treiben und eher mal Yoga zu machen.

Bewegung sei während der Kur sehr wichtig, genauso wie die Leberwickel, die man täglich machen soll, um die Entsäuerung im Körper anzukurbeln. Um das Säure-Basen-Gleichgewicht wieder herzustellen, entwickelte Heidegger die sogenannte »Kartoffelkur«. Diese besteht aus einer speziellen basischen Ernährung. Über vierzehn Tage lang ernährt man sich strikt nach einem vorgegebenen Plan. Zusätzlich sollte jeder Teilnehmer jeden Morgen ein Basenpulver zu sich nehmen, welches das Lösen der Säure im Körper begünstigen soll.

»Alles, was nicht so gut schmeckt, ist basisch«, erklärte Heidegger lachend und machte den Teilnehmern Mut: »Die ersten Tage der Kur sind nicht so leicht. Aber haltet durch, es lohnt sich. Nachher fühlt man sich viel besser.«

Außerdem gibt es zur Ablenkung zwei Wochen lang ein Programm voller Vorträge über Gesundheit und Psyche, Sportangebote sowie Atemübungen, die jeder Teilnehmer kostenlos nutzen kann. »Jeder ist dazu eingeladen. Ob er die Kartoffelkur mitmacht oder einfach nur interessiert ist, ganz egal,« betonte Heidegger.

An den nächsten beiden Freitagen findet eine Wanderung mit Puls- und Blutdruckmessung statt. Unterstützt wird dieses Angebot von Mitgliedern des Roten Kreuzes. Dabei lässt sich der persönliche Fitnesszustand gut messen.

Als Beweis für den Erfolg der Kartoffelkur berichtete Heidegger von einer Studie, die in einer Münchner und einer Salzburger Universität erstellt worden war. Der Hormonhaushalt und der Fettstoffwechsel veränderten sich während der Kur auffallend positiv. Als Beweis dafür war den Probanden vor sowie nach der Kur Blut abgenommen worden.

»Personalisierte Medizin wird die Zukunft sein, auch Schulmediziner erkennen die Wirksamkeit solcher Therapien«, erzählte Dr. Heidegger, die selbst die Kartoffelkur regelmäßig macht.

Ein besonderes Lob sprach Dr. Heidegger am Ende des Eröffnungsabends noch allen Helfern und Referenten aus, die ihre Arbeit ehrenamtlich ausführen. Zwei Wochen lang geben sie nun ihr Gesundheitswissen an alle Interessierten weiter.

Ende der Kur ist der 12.April, da sind alle Teilnehmer und Helfer noch einmal herzlich eingeladen zum Erfahrungsaustausch und Abschiedsessen im Pfarrsaal Marktschellenberg. Susann Marschner