weather-image
25°

Der Nachbar mit der Schreckschusspistole

2.9
2.9
Bildtext einblenden
»Es macht nicht den Eindruck, dass es zu einer Gewalttat kommen könnte«, sagt der Geschäftsführer des Wohnbauwerks Berchtesgadener Land, Florian Brunner. (Foto: Pfeiffer)

Berchtesgaden – Ein verhaltensauffälliger Mieter, der eine Wohnung des Wohnbauwerks Berchtesgadener Land bewohnt, vergrault immer wieder seine Nachbarn. Er drohte den Mietparteien bereits mehrfach, ist im Besitz einer Schreckschusspistole gewesen. Die Sache ist polizeibekannt. Eingegriffen werden könne allerdings nicht, da noch nichts passiert sei, sagt Polizeichef Günter Adolph.


Der Mieter bewohnt seit mehreren Jahren seine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Berchtesgaden, das vom Wohnbauwerk verwaltet wird. Probleme gab es zwischen den Mietparteien und dem Mann schon immer, wie ein Angestellter des Wohnbauwerks bestätigt.

Anzeige

Auch Florian Brunner, der Geschäftsführer des Wohnbauwerks weiß von der Angelegenheit. Sagt aber gleich zu Beginn des Gesprächs, dass man sich im Detail aus »Verschwiegenheitsgründen nicht dazu äußern« könne. Nur so viel: Bei der angesprochenen Waffe handle es sich lediglich um eine Schreckschusspistole. »Nach unserem Kenntnisstand hat der Mieter dafür auch keine Munition mehr«, so Brunner. Zudem sei der Besitz der Pistole zulässig.

Nur eine »Spielzeugwaffe«

Berchtesgadens Polizeichef Günter Adolph sagt, dass es sich um eine »Spielzeugwaffe« handle. Auch er bestätigt: »Er hat dafür keine Munition«. Dass die Sache für die Beteiligten unangenehm ist, bestätigt ein Wohnbauwerk-Mitarbeiter. Denn die Möglichkeiten der Verantwortlichen sind begrenzt. Zwar hat der Mann, dem ein Betreuer zur Seite steht, schon mehrfach Drohungen gegenüber seinen Nachbarn ausgesprochen (»Ich mache dich fertig«), gesagt, dass er im Besitz einer Waffe sei, passiert ist bislang aber noch nichts.

Und das sei eben auch der Knackpunkt, wie Günter Adolph bestätigt. Die Polizei sei bereits einmal gerufen worden und habe sich ein Bild von der Situation gemacht. Danach sei man wieder gefahren. Auch der Betreuer des Mannes, der regelmäßig mit ihm in Kontakt steht, ist in der Sache involviert. Angeblich habe er die Munition der Schreckschusspistole entfernt.

»Ausschließen, dass der Mann was macht, kann man nicht«, sagt Adolph. Für den Mann komme zunächst kein Umzug infrage. »Mietstreitigkeiten, so zum Beispiel zum Thema Lärm, gibt es immer wieder«, erklärt Wohnbauwerk-Geschäftsführer Brunner. Vor allem bei einem so großen Wohnungsbestand, den es zu verwalten gelte. »Für uns ist es wichtig, zu versuchen, die Mietparteien an einen Tisch zu kriegen und das Problem zu lösen«, sagt Brunner.

Mehrere Parteien ausgezogen

In der Vergangenheit hat das allerdings nicht geklappt, schon mehrere Mietparteien sind wegen des Mannes ausgezogen. Florian Brunner sagt, dass die Angelegenheit genau verfolgt werde, aber noch nicht geklärt sei. Befürchtungen brauche man keine zu haben: »Es macht nicht den Eindruck, dass es zu einer Gewalttat kommen könnte.« Kilian Pfeiffer