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»Der Ruß ist das große Problem«

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Vor allem mit dem Ruß kämpft man bei der Sanierung der Watzmann Therme. Eine schwarze Schicht ist im gesamten Bad, vor allem an der Akustikdecke, zu finden. Fotos: Watzmann Therme
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Das war einmal ein Solarium. Hier entstand am 16. Mai der Brand, der zu einem Großeinsatz der Feuerwehren führte.

Berchtesgaden – Keine langwierigen Ausschreibungen, stattdessen schnelle Auftragsvergaben. Stefan Kurz, Vorsitzender der Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee, darf ab sofort bei der Sanierung der Watzmann Therme per »dringlicher Anordnung« Firmen den Arbeitsauftrag erteilen und muss nicht jedes Mal den Umweg über den TRBK-Ausschuss gehen. Das beschloss das Gremium auf seiner Sitzung am Montag. Dennoch wird es nach den Worten von Thermen-Geschäftsführer Christoph van Bebber mindestens bis Ende Oktober dauern, bis das Berchtesgadener Freizeitbad wieder eröffnet wird (wir berichteten kurz).


»Unser Ziel und der Wunsch der Versicherung ist es, das Bad so schnell wie möglich wieder in Betrieb zu nehmen«, sagte TRBK-Vorsitzender Stefan Kurz mit Rückblick auf den Brand am 16. Mai dieses Jahres. Um schnelle Entscheidungen treffen zu können sei es wichtig, dass er Auftragsvergaben im Rahmen einer »dringlichen Anordnung« tätigen könne. Koordiniert von Architektin Eva Wimmer, sei es dann möglich, nach Einholung von zwei oder drei Angeboten die Arbeiten sofort zu vergeben, ohne zuerst wieder die Gremien damit zu befassen. Damit war der TRBK-Ausschuss einstimmig einverstanden.

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Der neue Thermen-Geschäftsführer Christoph van Bebber darf sich nun nach seiner Amtsübernahme ebenfalls zuerst einmal mit der Badsanierung beschäftigen. »Ein anderes Thema wäre mir heute lieber gewesen«, ließ er die Ausschussmitglieder wissen und informierte sie anhand zahlreicher Bilder über die Brandauswirkungen. Da sah man das Solarium, wo am 16. Mai der Brand ausgebrochen war, und viel verbrannten Kunststoff. »Am Solarium selbst und auch an den Trennwänden befindet sich überall Kunststoff, der natürlich komplett verbrannt ist«, erklärte van Bebber. Der Brand im Parterre verursachte Schäden vor allem im Deckenbereich. »Dort sollen Temperaturen bis zu 1 300 Grad geherrscht haben«, so der Geschäftsführer. Auf den Bildern war gut zu erkennen, wie sich der Ruß im gesamten Bad, vor allem im Decken- und oberen Wandbereich, ausbreitete. »Die Akustikdecke ist komplett schwarz«, erfuhren die TRBK-Mitglieder.

»Der Ruß wirft uns bei den Arbeiten nach hinten«, sagte Christoph van Bebber. Die schwarze Schicht hat sich beispielsweise auch im eigentlichen Badbereich an den Decken und Leimbindern abgelegt, die natürlich komplett abgespritzt werden müssen. Im Parterre müssen in großen Teilen Kabel neu verlegt, die Lüftungsanlagen samt Lüftungsrohren gesäubert werden. »Es ist schwer zu sagen, wie lange das alles dauern wird«, sagte Christoph van Bebber, wagte dann aber doch eine Prognose: »Ende Oktober, vielleicht Mitte November«.

Wenigstens finanziell trifft der Schaden die TRBK nicht, denn die Versicherung übernimmt laut Stefan Kurz nicht nur den Brandschaden, sondern auch die nicht mehr fließenden Einnahmen. Und die Thermen-Mitarbeiter bekommen weiterhin ihre Löhne, auch dafür sorgt die Versicherung.

Sorgen macht man sich bei der TRBK aber darüber, dass die Kunden in andere Bäder abwandern könnten. »Christoph van Bebber und Aufsichtsratsvorsitzender Franz Rasp haben deshalb vorgeschlagen, die Zeit der Schließung zu nutzen und neue Attraktionen ins Bad einzubauen«, sagte Stefan Kurz. »Wir hoffen, die Gäste zurückzuholen, wenn wir das Bad attraktiver machen«. Ulli Kastner