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Der schönste Ort für das Allerheiligste

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Die Lichterprozession endete am Seidenbichllehen.

Berchtesgaden – Die Kirchweihfahne wehte am Turm der Gerer Kirche. Das Kirchweihfest begann am Samstag mit einem Wortgottesdienst und einer Marienandacht mit anschließender Lichterprozession. Es war ein Lichtermeer um die Gerer Häuser. Auf jedem Balkon oder Fenstergesims wurden dicht aneinandergereiht bunt leuchtende Kerzen angezündet. Der Löschzug Gern hatte die Straße gesperrt.


Angeführt von Ministranten und begleitet von der Musikkapelle Maria Gern führte die Sakramentsprozession hinauf zum Seidenbichllehen. Das Allerheiligste, den Leib Christi in der Monstranz, trug unter einem Baldachin Diakon Michael König. Die Gerer Weihnachtsschützen hatten ihren Standplatz unter einem beleuchteten Kreuz neben dem Fendtleitenlehen. Sie schossen Einzelfeuer und zum Schluss eine Salve.

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Am Seidenbichllehen war ein Altar aufgebaut. Bei dieser Station wurde gebetet und der sakramentale Segen gespendet, bevor die Prozession zurück in die Kirche ging und die Monstranz nach dem Schlusssegen in den Tabernakel reponiert wurde.

Das Kirchweihamt am Sonntag zelebrierte Kaplan Josef Rauffer. Vor dem Gottesdienst hatte er das Wasser im Kessel neben dem rechten Seitenaltar gesegnet. Ein Ministrant schöpfte mit einer Kaffeetasse seinen Weihwasserkessel voll. Der Altar war mit Blumen und Fuikln geschmückt. Die Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine senkten ihre Vereinsfahnen vor dem Hochaltar und nahmen dort Aufstellung. In seinen Grußworten sagte der Kaplan, er freue sich, dass er Kirchweih in Maria Gern feiern dürfe, auch wenn das Wetter nicht optimal sei und die Prozession ausfällt. »Eine Kirche besteht zum einen aus den Steinen, mit denen sie erbaut wurde und zum anderen aus den Mitgliedern, der Gemeinschaft der Kirche. In diese Gemeinschaft wird man durch die Taufe aufgenommen. Die Taufe macht uns zu Christen und zu Mitgliedern in der Kirche«, so Kaplan Rauffer. Zur Erinnerung an die Taufe ging der Geistliche durch die Reihen und besprengte die Gläubigen mit Weihwasser.

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Die Gerer Weihnachtsschützen schossen nach dem Gottesdienst Ehrensalven für verdiente Persönlichkeiten.

Der Gerer Kirchenchor unter der Leitung von Jakob Walch sang die zweite Choralmesse von Ignaz Reimann. Die Orgel spielte Heini Renoth. In der Predigt stellte der Kaplan die Frage: »Wo wohnt Gott«? Es wurde still, bis sich ein Ministrant meldete, und »im Himmel« antwortete. Der Kaplan gab mehrere Beispiele, wo Gott wohnen könnte. »Es hat stark damit zu tun, wie wir uns Gott vorstellen. Gott ist der heilige Geist, und der ist immer um uns. Wofür brauchen wir dann eine Kirche, wenn Gott überall ist? Die Kirche ist ein Raum, in dem man die Sinne öffnet für die Gegenwart Gottes. Bei Problemen soll man alleine in die Kirche gehen und mit Gott Zwiesprache halten und beten. Deshalb ist es wichtig, dass man jedes Jahr den Tag feiert, an dem die Kirche Gott geweiht wurde«, so Kaplan Rauffer.

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Während der Lichterprozession schossen die Gerer Weihnachtsschützen im Fendtleitenfeld, Auf dem Bild sieht man auch die beleuchteten Fenster des Fendtleitenlehens (r.) und oberhalb ein beleuchtetes Kreuz. (Fotos: Stanggassinger)

Nach der Liturgie verabschiedete der Kaplan drei Oberministranten: Hannes Hasenknopf, Markus Votz und Alexander Renoth. Deshalb räucherten sie die Kirche noch mal so richtig zu, mussten dabei allerdings selbst husten. Es gab kräftigen Applaus. Gleichzeitig stellte der Kaplan die neuen Gerer Oberministranten Thomas Fegg und Thomas Hasenknopf vor.

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Zur Erinnerung an die Taufe besprengt Kaplan Josef Rauffer die Gläubigen. Dazu sang der Kirchenchor »Fest soll mein Taufbund ...«.

Weil die Prozession ausfiel, wurde das Allerheiligste ausgesetzt und der kirchliche Teil mit einer kurzen eucharistischen Andacht und dem anschließend eucharistischem Segen beendet.

Für verdiente Persönlichkeiten schossen die Gerer Weihnachtsschützen im Anschluss mehrere Ehrensalven. Gefeiert wurde im »Gerer Wirt«. Bernhard Stanggassinger